1995 wurde der Preis das erste Mal verliehen. Preisträgerin war die ungarische Philosophin Àgnes Heller, die den Hannah-Arendt-Lehrstuhl für politische Philosophie an der New School University in New York innehat. Àgnes Heller, eine der Schlüsselfiguren des öffentlichen Diskussionsprozesses in Ungarn, wurde dafür geehrt, daß sie seit den siebziger Jahren ganz maßgeblich an der Schaffung eines öffentliches Raumes mitgewirkt hat, der den inneren Zerfall der totalitären Herrschaft in Ostmitteleuropa beschleunigte. Die Laudatio auf Àgnes Heller hielten Prof. Iring Fetscher (Frankfurt a.M.) und Joachim Gauck (Berlin).
1996 erhielt der inzwischen verstorbene französische Historiker François Furet den Preis. Furet wurde für seine Beiträge zum Verstehen der Französischen Revolution und sein bedeutsames Werk über die Wirkungsweisen des Kommunismus in Europa geehrt. Durch das Auflösen überkommener Axiome hat Furet in seinen Büchern und öffentlichen Schriften maßgeblich zum Verstehen der ideologischen Irrtümer dieses Jahrhunderts beigetragen. Die Laudatio auf François Furet hielten Prof. Reinhard Koselleck (Bielefeld) und Daniel Cohn-Bendit (Mitglied des Europaparlaments, Frankfurt a.M.).
1997 wurde der Preis in einer Doppelpreisträgerschaft an den Politiker und Publizisten Freimut Duve und den ehemaligen Rostocker Pfarrer und jetzigen Leiter der Behörde für die Unterlagen der Staatssicherheit der DDR Joachim Gauck vergeben. Die Jury hat mit dieser Entscheidung das Wirken zwei deutscher Nachkriegsbürger geehrt, die, jeder auf seiner Weise, die scheinbare geschichtliche Determinierung ihrer Lebenswege durchbrochen haben und zu entschiedenen Vorkämpfern für Bürger- und Menschenrechte im jewei-ligen Teil Deutschlands geworden sind. Die Laudatio auf die beiden Preisträger hielt Prof. Rita Süssmuth (zur Zeit der Preisverleihung Präsidentin des Deutschen Bundestages, Bonn).
1998 hat sich die Jury wiederum für eine Doppelpreisträgerschaft entschieden und die deutsche Politikerin Antje Vollmer sowie den französischen politischen Denker Claude Lefort gemeinsam geehrt (siehe auch Bericht über die diesjährige Preisverleihung). Vollmer und Lefort wurden von der Jury ausgewählt, weil sie in ihrer Lebensgeschichte auf je unterschiedliche Art und Weise daran mitgewirkt haben, ein neues Politikverständnis zu erarbeiten, in dem die republikanische Fundierung der Demokratie ein entscheidendes Element ist. Die Laudationes auf die beiden Preisträger hielten Jiri Grusa (Botschafter der tschechischen Republik in Österreich, Wien) und Prof. Dick Howard (USA).
1999 wird der Preis nach einem einstimmigen Votum der Jury an den italienischen Philosophen und Politiker Massimo Cacciari (Bürgermeister von Venedig) verliehen.
2000 Nach ebenso einstimmigen Votum geht der Preis 2000 an die russische Bürgerrechtlerin Jelena Bonner
2001 wurde der Preis zugleich an Ernst Vollrath und an Daniel Cohn-Bendit vergeben
2002 wurde der Preis an Gianni Vattimo vergeben