Rezensionen

Rolf Peter Sieferle: Das Migrationsproblem – Über die Unvereinbarkeit von Sozialstaat und Masseneinwanderung, Berlin 2017, Manuscriptum

Nüchtern und schonungslos analysiert der Historiker und Soziologe Rolf Peter Sieferle die gegenwärtige Lage. Zum zweiten Mal in ihrer Geschichte präsentieren sich die Deutschen als das politisch dümmste Volk auf dem gesamten Globus, und nicht genug damit: als Geisterfahrer sind sie auch noch felsenfest davon überzeugt, daß sie die einzigen sind, die richtig fahren, während alle anderen ringsherum nur falsch sein können. Mit leidenschaftlicher Inbrunst zerstören sich die Deutschen selbst, holen massenhaft Immigranten ins Land, die aus Gegenden kommen, in denen es noch nie rechtsstaatliche Strukturen gab, liefern das Land Clanstrukturen, damit Revier- und Stammeskriegen aus und ziehen Europa mit in den Abgrund. Das Beispiel der Familie M (Miri-Clan) wird sich vervielfältigen. Da der Rechtsstaat schon gegenüber nur einer einzigen Familie vollständig verloren hat, wird die radikale Brutalisierung des Zusammenlebens nicht mehr aufzuhalten sein. Da war Köln nur der Anfang. Ob England sich durch den Brexit dem Zerfall entziehen kann, bleibt offen. Während der Anti-Faschismus der 70ger zwar einzelnen Familien unvertretbares Leid und Unglück brachte, aber insgesamt politisch machtlos nur auf die Gewalt einer RAF ausweichen konnte, welche die Republik nie ernsthaft gefährden konnte, hat sich die Lage inzwischen grundlegend geändert. Mittlerweile beherrscht eine hochgradig ideologisierte und institutionalisierte Linke die veröffentlichte Meinung. Was nicht zur eigenen Weltanschauung passt, wird zensiert und denunziert. Eine öffentliche Diskussion findet nicht mehr statt. Durch das Bündnis mit einer protestanto-stalinistischen Kanzlerin sind politische Machtstrukturen entstanden, die das Land innerhalb kürzester Zeit in eine totalitäre Ordnung verwandeln. Ob die Deutschen, die alles andere, nur nicht Deutsche sein wollen, da noch einmal gegenhalten können, ist eher unwahrscheinlich. Vor allem die atomisierten, entsolidarisierten, infantilisierten und in ihrer Dekadenz vollkommen geschwächten Westdeutschen müßten die 1989 eiligst gestoppte Revolution wieder aufgreifen und im Sinne des Grundgesetzes mit allen Deutschen zu Ende bringen. Das würde nicht ohne Gewalt gehen. Danach sieht es momentan wahrlich nicht aus. Damit werden die Deutschen als das totalitäre Volk in die Geschichte eingehen, eine hervorragende Leistung. Insofern ist der Freitod, den Prof. Sieferle im September 2016 gewählt hat, konsequent.

Anatoli Pristawkin: Stilles Baltikum, Berlin 1991, Volk und Welt

Wer Orientierungsschwierigkeiten in der Ukraine Krise hat, ist gut beraten, sich etwas genauer mit dem Freiheitskampf der drei baltischen Republiken zu beschäftigen, von denen wir Deutsche in politischer Hinsicht einiges lernen könnten. Wer erfahren will, was tatsächlich geschehen ist, tut gut daran, auf die Geschichten von solchen zu hören, die dabei gewesen sind, es berichten und bezeugen können. Anatoli Pristawkin, 1931 in der Gegend von Moskau geboren, ist eine dieser Stimmen, er war ein russischer Schriftsteller, der Ende 1953 als russischer Besatzungssoldat nach Lettland kam, über die Jahre das Land lieben gelernt hat und im Januar 1991 an den entscheidenden Tagen zufällig in Jurmela weilte, dem Ostseebad von Riga, etwa eine halbe Stunde Zugfahrt von Riga entfernt. Er beteiligte sich direkt mit Rundfunkansprachen am Freiheitskampf der Letten gegen die von Moskau gelenkten Sondereinheiten und kämpfte als 60 Jähriger auf den Barrikaden mit. Er führte während der kritischen Tage ein Tagebuch, das in einer kurzen Abwesenheit vom Hotelzimmer von KGB-Leuten vernichtet wurde. Aus den noch frischen Erinnerungen rekonstruierte er dieses Tagebuch und veröffentlichte es. Herausgekommen ist ein beeindruckendes Dokument aus der Sicht eines Russen, was tatsächlich in jenen Tagen in Riga geschehen ist. Marianna Butenschön gegenüber, die eines der wenigen deutschen Bücher zu diesen Freiheitskämpfen geschrieben hat, schilderte er zwei Wochen nach den blutigen Ereignissen in Riga seine Erfahrungen so: „Ich war in diesen Tagen häufig auf den Barrikaden, und ich hatte großes Glück. Ich habe die Freiheit wirklich gespürt, und deshalb werden diese Tage mir bis ans Ende meines Lebens heilig sein. Aber was mich am meisten beeindruckt hat: Auf den Barrikaden wurde nicht nach der Nationalität gefragt und nicht nach der Religion. Die Menschen haben zusammen die Freiheit verteidigt.“ (Marianna Butenschön, Estland, Lettland, Litauen – Das Baltikum auf dem langen Weg in die Freiheit, München 1992, Piper, S. 195)

Teilen Sie diesen TextShare on FacebookShare on Google+Tweet about this on TwitterEmail this to someone

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.