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	<title>Herrschaft - Hannah Arendt - Der Sinn von Politik ist Freiheit</title>
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	<description>Verstehen heißt immer verstehen was auf dem Spiel steht</description>
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		<title>Den Ungeimpften sei Dank</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Boris Blaha]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 Jun 2022 05:41:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Das Politische]]></category>
		<category><![CDATA[Hannah Arendt]]></category>
		<category><![CDATA[Totalitarismus]]></category>
		<category><![CDATA[Corona]]></category>
		<category><![CDATA[Herrschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Ungeimpfte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vorrede: Den Text fand ich auf der Seite einer fb-Freundin. Er hat keinen Autor. Er soll von einem geimpften australischen Schriftsteller stammen, was sich weder veri- noch falsifizieren läßt. Meine vergeblichen Versuche, ihn in fb zu posten (er wurde umgehend... <a class="more-link" href="https://www.hannah-arendt.de/2022/06/den-ungeimpften-sei-dank/">Weiterlesen &#8594;</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Vorrede</strong>: Den Text fand ich auf der Seite einer fb-Freundin. Er hat keinen Autor. Er soll von einem geimpften australischen Schriftsteller stammen, was sich weder veri- noch falsifizieren läßt. Meine vergeblichen Versuche, ihn in fb zu posten (er wurde umgehend von fb gelöscht, meine fb-Reichweite eingeschränkt), machte ihn noch interessanter. Zwei Tage später war er auch auf der Seite der fb-Freundin verschwunden. Das alleine rechtfertigt seine Verbreitung. Entscheidend für den Rang eines Textes ist nicht der Name des Autors, sondern zwei Bezüge: der Bezug zu einer Wirklichkeitserfahrung und der Bezug zur Angewiesenheit auf andere, um mit Ihnen Sinn und Bedeutung dieser Erfahrung zu teilen. Der Text enthält ein Moment, das auch der amerikanische Filmklassiker „Die zwölf Geschworenen“ enthält. Das macht ihn zu einem politischen Text. Er macht Mut, den massiven Praktiken der Zersetzung Widerstand entgegenzusetzen. Ich bedanke mich ganz besonders bei dem namenlosen Autor.</p>
<p>_____________________</p>
<p>„Die Ungeimpften sind die Helden der letzten zwei Jahre, denn sie haben es uns allen ermöglicht, eine Kontrollgruppe in dem großen Experiment zu haben und die Unzulänglichkeiten der Covid-Impfstoffe aufzuzeigen.</p>
<p>Die Ungeimpften tragen viele Kampfnarben und Verletzungen davon, denn sie sind die tapferen Menschen, die wir versucht haben, mental zu brechen, doch niemand will darüber sprechen, was wir ihnen angetan haben und was sie „die Wissenschaft“ gezwungen haben, zu enthüllen.<br>
Wir wussten, dass die schwindende Immunität der vollständig Geimpften das gleiche Risikoprofil hatte wie die Minderheit der Ungeimpften. Dennoch haben wir die Ungeimpften für eine besondere Verfolgung gebrandmarkt.</p>
<p>Wir sagten nämlich, sie hätten nicht „das Richtige für das Allgemeinwohl getan“, indem sie ihren Körper und ihre medizinische Autonomie dem Staat überließen. Viele der so genannten Gesundheitsexperten und politischen Führer in Australien gaben zu, dass das Ziel darin bestand, den Ungeimpften das Leben nahezu unmöglich zu machen. Der Kampf wurde vom kollektiven Mob um ein Vielfaches verstärkt und am Arbeitsplatz, im Freundeskreis und bei Familientreffen ausgetragen.</p>
<p>Heute ist die harte Wahrheit, dass nichts davon gerechtfertigt war, da wir schnell von der Rechtschaffenheit zur absoluten Grausamkeit abglitten. Wir mögen unseren Führern und Gesundheitsexperten die Schuld an dem Vorstoß geben, aber jeder Einzelne in der Gesellschaft muss dafür zur Rechenschaft gezogen werden, dass er in die gut ausgelegte Falle getappt ist. Wir haben dies getan, obwohl wir genau wussten, dass prinzipieller Widerstand unbezahlbar ist, wenn es darum geht, was in unseren Körper gelangt, und wir haben uns vorgaukeln lassen, dass eine weitere unwirksame Impfung die Schuld der Ungeimpften und nicht die Schuld der giftigen Politik der unwirksamen Impfstoffe und tödlichen Impfungen sei.</p>
<p>Wir fanden Gefallen daran, die Ungeimpften zum Sündenbock zu machen, denn nach monatelangen, von machtbesessenen Politikern inszenierten Abriegelungen fühlte es sich gut an, jemanden zu haben, den man beschuldigen und auf dem Scheiterhaufen verbrennen konnte.<br>
Wir glaubten, wir hätten die Logik, die Liebe und die Wahrheit auf unserer Seite, und so war es ein Leichtes, den Ungeimpften den Tod zu wünschen, was ironisch ist, weil die meisten Menschen, die sterben, geimpft sind, was bequemerweise und stillschweigend vertuscht wird.</p>
<p>Diejenigen von uns, die sich über die Ungeimpften lustig gemacht haben, taten dies, weil wir uns für ihren Mut und ihre Prinzipien schämten und nicht glaubten, dass die Ungeimpften es unversehrt überstehen würden, und wir machten die Verweigerer zu Boxsäcken. Hunderte von Darstellern in prominenten Rollen müssen dafür zur Rechenschaft gezogen werden, dass sie die Ungeimpften in der Öffentlichkeit verunglimpft und den wütenden Mob in den sozialen Medien angeheizt und ermutigt haben. Der Mob, die Masken-Nazis und die Impfjünger haben sich blamiert, indem sie gegen die Ungeimpften „gewettet“ haben, denn Mandate hatten nur die Macht, die wir ihnen gegeben haben.</p>
<p>Es war nicht die Einhaltung der Vorschriften, die die Vorherrschaft der großen Pharmakonzerne, Bill Gates und seiner vielen Organisationen und des Weltwirtschaftsforums beendete…</p>
<p>Es war DANK der Menschen, die wir versucht haben, zu beschämen, lächerlich zu machen, zu verspotten und niederzumachen.<br>
Wir sollten alle versuchen, etwas innere Dankbarkeit für die Ungeimpften zu empfinden, denn wir haben den Köder geschluckt und sie gehasst, weil ihre Beharrlichkeit und ihr Mut uns die Zeit verschafft haben, zu erkennen, dass wir falsch lagen.</p>
<p>Wenn also jemals wieder Impfvorschriften für Covid oder andere Krankheiten oder Viren eingeführt werden, werden hoffentlich mehr von uns den aufkommenden Autoritarismus erkennen, der sich nicht um unser Wohlergehen kümmert, sondern mehr auf Macht und Kontrolle aus ist.</p>
<p>Der Krieg gegen die Ungeimpften wurde verloren und wir sollten alle sehr dankbar dafür sein.“</p>
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		<title>Zur Hölle mit den Populisten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Boris Blaha]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 02 Dec 2016 18:28:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Das Politische]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Gesetz]]></category>
		<category><![CDATA[Hannah Arendt]]></category>
		<category><![CDATA[Liberalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Verfassung]]></category>
		<category><![CDATA[Welt]]></category>
		<category><![CDATA[Herrschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Populismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eines der gegenwärtig am häufigsten gehörten Wörter lautet: Populist, meist in Verbindung mit Rechts-Populist, seltener mit Links-Populist, Hauptsache Populist. Was noch vor wenigen Jahren die lieben Mitbürger-/Mitbürgerinnen waren, sind jetzt überwiegend Populisten. Sie tauchen überall auf. Es scheint, als hätte... <a class="more-link" href="https://www.hannah-arendt.de/2016/12/zur-hoelle-mit-den-populisten/">Weiterlesen &#8594;</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Eines der gegenwärtig am häufigsten gehörten Wörter lautet: Populist, meist in Verbindung mit Rechts-Populist, seltener mit Links-Populist, Hauptsache Populist. Was noch vor wenigen Jahren die lieben Mitbürger-/Mitbürgerinnen waren, sind jetzt überwiegend Populisten. Sie tauchen überall auf. Es scheint, als hätte die Hölle ihre Schleusen geöffnet und würde plötzlich massenweise Populisten ausspeien, so sehr fühlen wir uns von Ihnen rundherum bedroht und in die Ecke gedrängt. Eine gewisse Wagenburgmentalität macht sich breit. Wir, die letzten Aufrechten, müssen uns zusammenschließen, eine feste Burg bilden und uns gegen den Ansturm verteidigen. </span><span id="more-651"></span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Was ist geschehen? Die übliche Frage würde lauten: was ist überhaupt ein Populist? Sie würde alle möglichen Attribute zusammentragen, um sie erschöpfend zu beantworten. Im zweiten Schritt könnte man dann erklären, warum sich die Populisten so lange versteckt haben und wir sie erst jetzt bemerken. Hätten wir damit die bedrohlich scheinende Lage entspannt? Wohl kaum. Fragen wir also anders: was tut jemand, der einen anderen als Populisten bezeichnet? Populist ist ja nicht nur eine Aussage über etwas, sondern zugleich eine Handlung im Verhältnis zu anderen. Mit der Aussage: „der da ist ein Populist“ tut jemand etwas und er möchte mit diesem Tun etwas bewirken, Wirkungstreffer landen, wie man im Boxsport sagt. Die Zuschreibung soll Effekte haben. Welche? Noch vor jeder inhaltlichen Klärung, sorgt die Aussage </span><em><span class="tm7">Populist</span></em><span class="tm6"> für einen ersten Unterschied. Wer einen anderen als Populisten benennt, zeichnet sich selbst im gleichen Zug als Nicht-Populist aus. Er teilt damit einen Raum in zwei Felder und schiebt eine möglichst große Distanz dazwischen. Man trifft sich jetzt nicht mehr in der Mitte. Wenn </span><em><span class="tm7">der</span></em> <em><span class="tm7">da drüben</span></em><span class="tm6"> ein Populist ist, </span><em><span class="tm7">ich</span></em><span class="tm6"> bin auf jeden Fall keiner! Was ich stattdessen bin, bleibt zwar völlig im Verborgenen, denn eine gemeinsame Sache, zu der meine Haltung sichtbar werden würde, kann es mit </span><em><span class="tm7">denen da drüben</span></em><span class="tm6"> ja wegen der durch die große Distanz verlorenen Mitte nicht mehr geben, aber in jedem Falle bin ich kein Populist. Das ist schon mehr als nichts. Zweitens: Populisten und Nicht-Populisten spielen nicht auf der gleichen Ebene. Sie treten nicht auf einem gemeinsamen Spielfeld als zwei gegnerische Mannschaften in Erscheinung, von denen jede, je nachdem wie gut sie spielt, gewinnen könnte und die zu Beginn in der Mitte unter den wohlwollenden Augen des Schiedsrichters entscheiden, ob sie erst von links nach rechts oder von rechts nach links spielen. Eine <em>politische</em> Haltung würde den Gegner in einem Verhältnis halten, sie hätte erfahren, dass sie für Krieg <em>und</em> Frieden auf ihn angewiesen ist, zumal beides im Politischen Rechtsverhältnisse sind, die nur tragen, solange die Rechtsträger noch da sind. Ein Populist aber kann nie gleichwertiger Gegner werden, denn hier wurde über den Sieg längst schon im voraus entschieden. Für einen solchen Sieg braucht es kein Spiel mehr. Die Haltung in der Logik des Einen sucht den anderen zu vernichten. Die Aussagehandlung </span><em><span class="tm7">Populist</span></em><span class="tm6"> enthält einen Rangunterschied - der Populist ist einer, der durch diese Zuschreibung erniedrigt werden soll, er vereinfacht, er lügt, er führt die Leute hinters Licht, kurz, er ist ein durch und durch verkommenes Subjekt; die Aussagehandlung ‘</span><em><span class="tm7">Populist</span></em><span class="tm6">’ enthält eine klare Herabsetzung des so Bezeichneten und damit zugleich eine Heraufsetzung des Bezeichnenden. Wer Populist sagt, erhebt/erwählt sich selbst und genießt seine so hergestellte Erhabenheit als großartigen Erfolg. Das Spielfeld verändert sich unter der Hand in einen Raum, der in ein Innen und ein Außen gespalten wird. Die Nicht-Populisten homogenisieren und reinigen sich dadurch, dass sie die Populisten in das Außen heraus setzen. Innen ist es hell. Das Innen wird zu einem exklusiven Raum, in den die Populisten keinen Zutritt mehr bekommen dürfen und von Torwächtern abgewiesen werden. Den noch Schwankenden wird zugerufen: Hört nicht auf diese Populisten - sie verführen euch nur - kommt lieber zu uns.</span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Aber vor dem Gesetz sind doch alle gleich, das Gesetz versetzt sie doch alle auf die gleiche Ebene. Erst durch das Gesetz können sie doch im Politischen als so konstituierte Gleiche miteinander sprechen und streiten um das, was gerade auf dem Spiel steht. Und wenn überhaupt noch von Herrschaft die Rede ist, dann doch nur von der Herrschaft des Gesetzes. Was aber geschieht? Die Aussagehandlung </span><em><span class="tm7">Populist</span></em><span class="tm6"> zerstört das Gesetz, das Politische und das Spiel. Es wird jetzt ernst. Die Aussagehandlung Populist setzt sich selbst in die Rolle des Gesetzgebers, der Innen von Außen trennt und über Zulassung und Nichtzulassung zum Inneren entscheidet. Es ist jetzt viel von Kampf die Rede. Man müsse die Populisten besiegen. Vereinzelt taucht sogar schon der Begriff der letzten Schlacht auf. </span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Mit der Herab-/Heraufsetzung hat sich der Nicht-Populist am eigenen Schopf aus dem Sumpf gezogen, auf einen privilegierten Sitz gehieft und sich dort fest gezurrt. Er muss nicht mehr herunter steigen, sich nicht mehr aussetzen, er muss nicht mehr selbst argumentieren, versuchen zu überzeugen, für seine Meinung streiten, er muss nichts mehr zum Verständnis der gegenwärtigen Lage beitragen, er muss nur noch laut aussagen: „der da ist ein Populist“. Damit wird die Wahrheit der Mitte zwischen den Bürgern entzogen und ins eigene Selbst verlegt, wodurch sich das Verhältnis zu den anderen grundlegend verändert. Der Nicht-Populist hat jetzt seine eigene Wahrheit in einem besonderen Innenverhältnis, das die Populisten da draußen weder haben können, noch an dem sie teilhaben dürfen. Daraus folgt: der Erhabene muss jetzt die anderen nicht mehr respektieren, er spricht nicht mehr mit ihnen, von dort aus denunziert er sie und entlarvt sie als das Böse oder Falsche. Es dauert meist nicht lange und die ehemaligen Mitbürger werden der letzten Reste ihres durch das Gesetz eröffneten Person-Seins entkleidet und zum Ungeziefer deklariert. Er beansprucht jetzt unbedingte Herrschaft und Gefolgschaft. Er hat sich nicht etwa dem Urteil der anderen ausgesetzt, etwa gar den Wählern, er hat sich nicht darum bemüht, sich Autorität von den anderen zu erwerben, sondern von vornherein schon festgelegt: ich sitze auf dem einzig richtigen Platz, damit müssen alle anderen falsch sein. Sofern ich das Licht bin, müssen alle anderen Geschöpfe der Finsternis sein. Das kommt, man wird sich erinnern, aus einer bestimmten Weise der religiösen und der philosophischen Selbstermächtigung, die sich aus einer traumatischen Ohnmachtserfahrung heraus zunächst vom Politischen absondern, in der Rückwendung aber das Politische durch ihren Herrschaftsanspruch zerstören und bei mangelndem Gehorsam schnell zur Gewalt greifen. Was heute die Populisten sind, waren zu Platons Zeiten die Sophisten, während Moses die Figur der Selbst-Auserwähltheit ins Spiel gebracht hat, die alle andern zu Nicht-Auserwählten herabsetzt. Wer nicht für mich ist, ist gegen mich, ein jeder gürte sein Schwert und erschlage seinen abweichenden Nachbarn, lautet die letzte Konsequenz in der Sinai-Episode, eine europäische Urszene, sie sich seither unzählige Male wiederholt hat. </span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Vor wem also sollten wir uns mehr fürchten? Vor den Populisten oder vor denen, die so viel Angst vor den Populisten haben, die so schwach, so mutlos, so unerfahren sind, dass sie der Freiheit nicht gewachsen sind, sich dem Urteil der anderen entziehen und sich vor lauter Verzweiflung zurück ins vermeintlich sicher gegründete ‘Haus des Herrn’ flüchten?</span></p>
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