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	Kommentare zu: Kontakt	</title>
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	<description>Verstehen heißt immer verstehen was auf dem Spiel steht</description>
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		<title>
		Von: Boris Blaha		</title>
		<link>https://www.hannah-arendt.de/kontakt/#comment-285</link>

		<dc:creator><![CDATA[Boris Blaha]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 11 Feb 2025 07:33:34 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Als Antwort auf &lt;a href=&quot;https://www.hannah-arendt.de/kontakt/#comment-284&quot;&gt;Dr. Ines Pistner&lt;/a&gt;.

Liebe Frau Dr. Pistner,

dass man sich mit Argumenten gegen die Infantilisierung durch den Glauben keine Freunde macht, ist nicht wirklich neu. Ich erinnere nur an den Sturm der Entrüstung, der über Arendt hereinbrach, als sie ihre Prozessbeobachtungen über Eichmann veröffentlichte (ich habe diesen Punkt in &quot;Zwischen Churchill und Senat&quot; aufgegriffen). Ich darf Sie auch an die Mühen und immer neuen Anläufe erinnern, die Freud mit seinem Vermächtnis, dem Mann Moses, hatte. Man könnte jetzt auf Ihre Einwände vieles anführen. Ich will mich auf vier der für mich wichtigsten Hinweise beschränken. Freuds Umgang mit der Moses Figur inklusive aller Schwierigkeiten, die er als aufgeklärter Jude damit hatte. Ich empfehle Ihnen aber vor allem eine intensive Beschäftigung mit Nietzsches &quot;Genealogie der Moral&quot; und den Wirkungen dieses Textes auf Arendt, Blücher und Heidegger, wobei ich Nietzsches Begriff der Sklavenmoral für unglücklich halte. Ich würde eher von Kindermoral sprechen, denn der Sklave kann vor seiner Versklavung durch eine Niederlage im Krieg ein freier Mann gewesen sein, dem Kind hingegen, dass das Haus des Herrn nie verlassen hat, fehlt die Erfahrung der Freiheit. Dann möchte ich sie auf Jan Assmann aufmerksam machen und Ihnen das Buch &quot;Die Mosaische Unterscheidung&quot; ans Herz legen und als letztes ein Hinweis auf die Metaphysik: Arendt hat nur Kants dritte Kritik über die Urteilskraft als anschlussfähig wahrgenommen. Schauen Sie sich doch einmal an, welche Rolle die &quot;Einbildungskraft&quot; in der ersten Kritik spielt. Wenn man verstanden hat, wie Kants Bedingung der Möglichkeit der Erfahrung die tatsächliche Erfahrung verunmöglicht, wird Heideggers Diktum &quot;Die Wissenschaft denkt nicht&quot; erst verständlich. So gesehen bleibe ich bei der Aussage: Die Vorstellung eines allmächtigen Gottes schützt vor der Erfahrung. Sie ist, bildlich gesprochen, etwas, das wie ein Paravent zwischen Ich und Wirklichkeit gestellt wird. Sie schützt vor den Zumutungen des Verstehens. Das ist ihr eigentlicher Sinn.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Antwort auf <a href="https://www.hannah-arendt.de/kontakt/#comment-284">Dr. Ines Pistner</a>.</p>
<p>Liebe Frau Dr. Pistner,</p>
<p>dass man sich mit Argumenten gegen die Infantilisierung durch den Glauben keine Freunde macht, ist nicht wirklich neu. Ich erinnere nur an den Sturm der Entrüstung, der über Arendt hereinbrach, als sie ihre Prozessbeobachtungen über Eichmann veröffentlichte (ich habe diesen Punkt in „Zwischen Churchill und Senat“ aufgegriffen). Ich darf Sie auch an die Mühen und immer neuen Anläufe erinnern, die Freud mit seinem Vermächtnis, dem Mann Moses, hatte. Man könnte jetzt auf Ihre Einwände vieles anführen. Ich will mich auf vier der für mich wichtigsten Hinweise beschränken. Freuds Umgang mit der Moses Figur inklusive aller Schwierigkeiten, die er als aufgeklärter Jude damit hatte. Ich empfehle Ihnen aber vor allem eine intensive Beschäftigung mit Nietzsches „Genealogie der Moral“ und den Wirkungen dieses Textes auf Arendt, Blücher und Heidegger, wobei ich Nietzsches Begriff der Sklavenmoral für unglücklich halte. Ich würde eher von Kindermoral sprechen, denn der Sklave kann vor seiner Versklavung durch eine Niederlage im Krieg ein freier Mann gewesen sein, dem Kind hingegen, dass das Haus des Herrn nie verlassen hat, fehlt die Erfahrung der Freiheit. Dann möchte ich sie auf Jan Assmann aufmerksam machen und Ihnen das Buch „Die Mosaische Unterscheidung“ ans Herz legen und als letztes ein Hinweis auf die Metaphysik: Arendt hat nur Kants dritte Kritik über die Urteilskraft als anschlussfähig wahrgenommen. Schauen Sie sich doch einmal an, welche Rolle die „Einbildungskraft“ in der ersten Kritik spielt. Wenn man verstanden hat, wie Kants Bedingung der Möglichkeit der Erfahrung die tatsächliche Erfahrung verunmöglicht, wird Heideggers Diktum „Die Wissenschaft denkt nicht“ erst verständlich. So gesehen bleibe ich bei der Aussage: Die Vorstellung eines allmächtigen Gottes schützt vor der Erfahrung. Sie ist, bildlich gesprochen, etwas, das wie ein Paravent zwischen Ich und Wirklichkeit gestellt wird. Sie schützt vor den Zumutungen des Verstehens. Das ist ihr eigentlicher Sinn.</p>
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		<title>
		Von: Dr. Ines Pistner		</title>
		<link>https://www.hannah-arendt.de/kontakt/#comment-284</link>

		<dc:creator><![CDATA[Dr. Ines Pistner]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Feb 2025 19:06:10 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.hannah-arendt.de/?page_id=29#comment-284</guid>

					<description><![CDATA[Lieber Herr Blaha,
Ihr Schreibstil gefällt mir genauso gut wie der Inhalt. Meistens.
Im letzten Blog über Feind oder Feindbild schreiben Sie über die monotheistischen Religionen:
„ Gott ist eine Einbildung. Damit etwas von Gott in die tatsächliche Erfahrung kommt, bedarf es Mittlerfiguren wie Moses, Jesus oder Mohammed. Was sie erzählen, muss man glauben, man kann es nicht selbst erfahren. Das Teilen einer Einbildung, die nur in der Vorstellung existiert, aber nicht in der Wirklichkeit erfahren werden kann, ist die Grundlage der drei monotheistischen Religionen Judentum, Christentum und Islam.“

1. die drei monotheistischen Weltreligionen unterscheiden sich gewaltig in ihrer Beziehung zur Ratio, zum Denken und Forschen. Lesen Sie Papst Benedikt XVI und sein flammenden Aufruf zur Versöhnung von Glauben und Vernunft.

2. Gott ist keine Einbildung. Dafür spricht er zu eindeutig seit Jahrtausenden zu Menschen unterschiedlichster Herkunft und Bildung, Prägung und Intellekts. Hören Sie mal genau hin, er spricht auch zu Ihnen.

3. Ihr Aufruf zur eigenen Urteilsfindung in allen Ehren: solange Sie in Bezug auf Religion derart vereinfachen und eben nicht selbst auf die Suche gehen, bleibt Ihr Appell Stückwerk.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Lieber Herr Blaha,<br>
Ihr Schreibstil gefällt mir genauso gut wie der Inhalt. Meistens.<br>
Im letzten Blog über Feind oder Feindbild schreiben Sie über die monotheistischen Religionen:<br>
„ Gott ist eine Einbildung. Damit etwas von Gott in die tatsächliche Erfahrung kommt, bedarf es Mittlerfiguren wie Moses, Jesus oder Mohammed. Was sie erzählen, muss man glauben, man kann es nicht selbst erfahren. Das Teilen einer Einbildung, die nur in der Vorstellung existiert, aber nicht in der Wirklichkeit erfahren werden kann, ist die Grundlage der drei monotheistischen Religionen Judentum, Christentum und Islam.“</p>
<p>1. die drei monotheistischen Weltreligionen unterscheiden sich gewaltig in ihrer Beziehung zur Ratio, zum Denken und Forschen. Lesen Sie Papst Benedikt XVI und sein flammenden Aufruf zur Versöhnung von Glauben und Vernunft.</p>
<p>2. Gott ist keine Einbildung. Dafür spricht er zu eindeutig seit Jahrtausenden zu Menschen unterschiedlichster Herkunft und Bildung, Prägung und Intellekts. Hören Sie mal genau hin, er spricht auch zu Ihnen.</p>
<p>3. Ihr Aufruf zur eigenen Urteilsfindung in allen Ehren: solange Sie in Bezug auf Religion derart vereinfachen und eben nicht selbst auf die Suche gehen, bleibt Ihr Appell Stückwerk.</p>
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