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	<title>Bürgerkrieg - Hannah Arendt - Der Sinn von Politik ist Freiheit</title>
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	<description>Verstehen heißt immer verstehen was auf dem Spiel steht</description>
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		<title>Feind oder Feindbild</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Boris Blaha]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Feb 2025 08:23:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Antifaschismus]]></category>
		<category><![CDATA[Bürgerkrieg]]></category>
		<category><![CDATA[Das Politische]]></category>
		<category><![CDATA[Denken und Glauben]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wenn du mit deiner Partnerin durch die Fußgängerzone schlenderst, bei einigen Schaufenstern verweilst, dich angeregt unterhältst, im Augenwinkel etwas Ungewöhnliches registrierst, deinen Kopf umdrehst und einen Fremden wahrnimmst, der mit einem blutenden Messer auf dich zustürmt, dann machst du eine... <a class="more-link" href="https://www.hannah-arendt.de/2025/02/feind-oder-feindbild/">Weiterlesen &#8594;</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn du mit deiner Partnerin durch die Fußgängerzone schlenderst, bei einigen Schaufenstern verweilst, dich angeregt unterhältst, im Augenwinkel etwas Ungewöhnliches registrierst, deinen Kopf umdrehst und einen Fremden wahrnimmst, der mit einem blutenden Messer auf dich zustürmt, dann machst du eine existentielle Feinderfahrung. In Sekundenbruchteilen geschieht eine Menge in deinem Körper, das Herz schlägt wie wild, Angst und Adrenalin steigen hoch und du realisierst: wenn du jetzt das Falsche machst, bist du verletzt oder tot.</p>
<p>Eine solche Erfahrung war lange Zeit bis auf wenige Kriminalfälle fast vollständig aus dem friedlichen Alltag in Deutschland verschwunden. Seit der Grenzöffnung durch „Mutti“ und dem Beginn der „Herrschaft des Unrechts“ kehrt der Krieg auf unsere Straßen und Plätze zurück. Es kann jeden treffen, es traf schon viel zu viele, aber die meisten wollen keine Erfahrung, schon gar keine des Krieges und schauen lieber weg. Einige versetzen sich in die Lage derjenigen, die durch solche Erfahrungen nahe Angehörige verloren haben und fordern angemessene Maßnahmen. Andere nutzen die vielen medialen Angebote, die Sinneseindrücke zu filtern, den unangenehmen Kontakt mit der Wirklichkeit zu meiden und sich in bequeme Ersatzwelten zu flüchten. Wer eine TV-Sendung gemütlich auf der Couch anschaut, ist vor lebensgefährlichen Überraschungen sicher. Die künstlich erzeugte Erregung könnte man fast für Leben halten.</p>
<p>Die risikolose Zivilgesellschaft hat das Erfahren an den Staat delegiert. Sie gibt dem Staat dafür mehr als die Hälfte ihrer Einnahmen. Dass der Staat sein Versprechen der inneren Sicherheit nicht mehr erfüllt, beunruhigt und irritiert die Menschen. Die zurück gekehrte Erfahrung des Krieges ist so ungewohnt, dass die meisten vor der Konsequenz aus dieser Erfahrung zurückschrecken. Sie möchten wenigstens das Gefühl der Sicherheit zurück.</p>
<p>Wenn du dich abends mit deinen Freunden auf dem Marktplatz triffst und ein Zeichen gegen rechts setzt, gibt es weit und breit keinen Feind. Du fühlst dich mitten in der Menge der Gleichgesinnten sicher und aufgehoben. Was die Menge zusammenbringt, ist ein gemeinsames Feindbild, das sie teilt. Der Faschist, der sie versammelt, existiert aber nur in ihrem Kopf. Das Feindbild ist buchstäblich eine Einbildung – es ist Ein Bild. Und weil es ein Feindbild ist, blockiert es die Erfahrung. Würde sich einer mit Frau Dr. Weidel eine Stunde lang angeregt in einem Café unterhalten, hätte er an Erfahrung gewonnen, aber den Faschisten verloren. Das geteilte Feindbild erlaubt der Menge, gemeinsam eine Einbildung zu genießen, die sie vor der individuellen Erfahrung schützt.</p>
<p>Gott ist eine Einbildung. Damit etwas von Gott in die tatsächliche Erfahrung kommt, bedarf es Mittlerfiguren wie Moses, Jesus oder Mohammed. Was sie erzählen, muss man glauben, man kann es nicht selbst erfahren. Das Teilen einer Einbildung, die nur in der Vorstellung existiert, aber nicht in der Wirklichkeit erfahren werden kann, ist die Grundlage der drei monotheistischen Religionen, Judentum, Christentum und Islam. Denken, so hat es einmal Arendt formuliert ist eigentlich immer ein Nachdenken von etwas, was zuvor in der Wahrnehmung, also Teil einer Wirklichkeitserfahrung war. Das unterscheidet das Denken vom Glauben.</p>
<p>===========</p>
<p>Publiziert auf: <a href="https://reitschuster.de/post/feind-oder-feindbild/" target="_blank" rel="noopener">Boris Reitschuster</a>,</p>
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		<title>Das Ende der Verklärung - Teil2: Die Verklärten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Peter Levin]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 15 Dec 2024 16:11:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bürgerkrieg]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsche und Juden]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Freiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Gesetz]]></category>
		<category><![CDATA[Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Herrschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Ordnung]]></category>
		<category><![CDATA[Revolution]]></category>
		<category><![CDATA[Stalinismus]]></category>
		<category><![CDATA[Totalitarismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im Heiligenschein der Erde Eine geniale Synthese von revolutionärem und katastrophalem Subjekt gelang jahrelang jenen, die heute auf dem Zenit der Selbstverliebtheit das Ende der Verklärung verkörpern: den Grünen. Ihnen gelang über Jahrzehnte die Quadratur des Kreises, da sie die... <a class="more-link" href="https://www.hannah-arendt.de/2024/12/das-ende-der-verklaerung-teil2-die-verklaerten/">Weiterlesen &#8594;</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p class="Normal tm5"><strong><span class="tm6">Im Heiligenschein der Erde</span></strong></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm7">Eine geniale Synthese von revolutionärem und katastrophalem Subjekt gelang jahrelang jenen, die heute auf dem Zenit der Selbstverliebtheit das Ende der Verklärung verkörpern: den Grünen. Ihnen gelang über Jahrzehnte die Quadratur des Kreises, da sie die Katastrophenszenarien der Menschen-als-Bombe mit den Bomben im Befreiungskampf der kolonialisierten Menschen zu verbinden wussten. Wir können es nur bewundernd feststellen und als Phänomen beschreiben. Entkolonialisiert wurde ab den 60er Jahren alles und alle: Afrikaner und Algerier, Kinder und Inder, Frauen und Familienkonzepte, Hochschulen im Allgemeinen und die Geisteswissenschaften im Besonderen. Immer mehr Kinder mit der Gnade der späten Geburt empfanden sich als mitten im Befreiungskampf, den ihre Eltern nicht gekämpft hatten. Selbst Judenselektion fand wieder statt (Entebbe) und linker Antisemitismus war hoffähig. Während der „Club of Rome“ den Endkampf um die zu Ende gehenden Ressourcen proklamierte, riefen die Grünen zur Entwaffnung Europas auf. Ich setze 1994 als Übergangsjahr von der Verliebtheit zur Verklärung an, da damals das erste Mal ein friedliches Land der Welt (Ukraine) freiwillig seine nukleare Bewaffnung aufgab.</span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm7">Wie die Grünen all diese Stränge der Geschichte verbanden, bleibt rätselhaft und die Absurdität des Unterfanges zeigte sich überdeutlich im Zerfall. Zuerst stand, durch den Zusammenbruch der UdSSR, die Welt der Verliebten auf dem Kopf. Die neue Katastrophisierung wurde zwar schon seit 1988 (James Hansen vor dem US-Senat) vorbereitet, nahm aber erst Mitte der 1990er volle Fahrt auf. Angela Merkel wurde spätestens 1995 bei einer ihrer ersten Klima-Konferenzen initiiert. Nun folgte eine Konferenz der nächstem, die das neue Bombenszenario und die neue Qualität des Selbstmordattentats ausgestaltete. Wir kamen in die planetarische Phase der Verklärung der Erde zum revolutionären Subjekt und dem Wetter zum kollektiven Selbstmordattentat. Die Bombe des explosiven (exponentiellen) Wachstums der Weltbevölkerung hatte nicht die vorhergesagte Verheerung provoziert. Im Gegenteil, die Menschheit wurde mehr und die Armut nahm ab. Indien versank nicht in Armut, sondern wurde zu einem Nahrungsmittelproduzent für andere Länder. </span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm7">Anfang des 21. Jahrhunderts wurde dann die neue Bombe scharf gemacht. Das explosive (wieder: exponentielle) Wachstum der Kohlenstoffe bedrohte nun nicht mehr die „Menschheit“, sondern das neue Objekt der Verliebten: die Erde. </span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm7">Im Gegensatz zum Gewusel der Menschen in der Menschheit eignet sich die menschenleere Erde viel besser zur Idealisierung und Verklärung. Die Verzückung über die neue Ikone wurde durch eine Verrückung der Perspektive möglich. Das Bild des Planeten vom Weltall aus gesehen zeigt die Atmosphäre als Heiligenschein. In einer Parallelaktion wurde die Schönheit der „wilden“ Natur neu entdeckt. Dadurch bekam die Verklärung auch eine irdische Aufladung und einen politischen Auftrag: die Reinheit der wilden und schönen Erde vor ihren unreinen und hässlichen Bewohnern zu schützen.</span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm7">Im Übergang von der Verliebtheit zur Verklärung werden Menschen kindlich und kindisch. Ihr Bild der, angeblich vom Menschen unberührten, wilden und schönen Natur wird kitschig; die Liebe zu wilden Tieren erreichte ihren kindischen Höhepunkt im Tier-Film. DreamWorks ging 2005 mit „Madagaskar“ in die Kinos, einem Film, der erzählte wie zivilisierte Zoo-Tiere ihre tierische Natur und innere Wildheit entdecken, um diese dann am Ende doch zu überwinden. Madagaskar war finanziell erfolgreich und zeigte wie Steak-Esser sich in zahme Vegetarier oder zumindest in Sushi-Liebhaber verwandeln konnten. Damit war auch die neue, klima-neutrale und wunderschön domestizierte Männlichkeit definiert. Die männliche Menopause wurde zur Verkörperung des gebändigten Mannes. Der zivilisierte Mann ist harmlos, a-sexuell, fleischlos und schwammig – und darf auch so zur EuroVision antreten. </span></p>
<p class="Normal tm5"><strong><span class="tm6">Al Gore und der Klima-Porno</span></strong></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm7">In dieser DreamWorks-Version des heilsamen Dschungels passen kindische Politiker und politisierte Kinder gut ins Bild. Im Zentrum ihrer Realität steht der planetarische Überlebenskampf der guten, wilden Natur gegen eine verruchte und unzivilisierte Menschheit. Letztere bedroht die Existenz und das Selbstbestimmungsrecht der Erde mit einem Selbstmordattentat. Um diesen Mord der Gattung an ihrem eigenen Planeten in jeder Stube und in jedem sozialen Medium omnipräsent zu inszenieren, wurden alle Register der obszönen und pornografischen Darstellung (</span><span class="tm7">Susanne Kappeler</span><span class="tm7">) gezogen. Als oberster Regisseur dieser lustvollen Ausgestaltung der Katastrophe trat die Wissenschaft auf. Diese wurde Jahr für Jahr immer politischer und immer mehr Politiker waren und empfanden sich als Wissenschaftler. Auch der neue Papst war – eigentlich – Wissenschaftler. Die Strahlkraft der Verklärung ließ Wissenschaft und Politik im neuen Glanz erscheinen und die Verliebten waren begeistert und bereit zur Ekstase: Es gibt so viel Gutes zu tun und die Leidenschaft es zu tun ergibt unvorstellbar viel Sinn.</span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm7">Wie beim Tanz ums goldene Kalb hoffte die neue Generation, dass etwas vom Gold und dessen Glanz auch bei ihnen zu Hause landen würde. Kaum einer verkörpert diese Hoffnung auf Gewinn und Zuwachs an eigenem Glanz beim Übergang in die Verklärung besser als Al Gore. Al Gore war von 1993 bis 2001 Vize-Präsident der USA und ist der Prototyp des „Politiker als Wissenschaftler“ und des neuen revolutionären Subjekts als Katastrophengewinnler. Während er 1992 noch vor der Überbevölkerung als dem größten Problem warnte, wurde er 2006 mit seinem „Wahrheitsfilm“ weltberühmt und steinreich. Während das Polit-Ehepaar Tripper and Al Gore in den 80iger Jahren noch ganz züchtig für die Werte der Familie (family values) kämpfte und selbst die Zensurkeule gegen Künstler wie Prince (Purple Rain) und Frank Zappa auspackten, war Al Gore nach der verlorenen Wahl 2000 – die viele Demokraten als Wahlbetrug bezeichneten – lange Zeit der unbestrittene Anführer des neuen KKK, des Klima-Katastropen-Kurs. Erst durch das Auftreten des züchtigen Kindes Greta änderte sich das Bild. Mit Greta beginnt der Heiligenschein zu bröckeln. </span><span class="tm7">Sie ist der Würge-Engel der verliebten und verklärten Generationen.</span></p>
<p class="Normal tm5"><strong><span class="tm6">Ausgerechnet Kattowitz </span></strong></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm7">Als </span><span class="tm7">Greta Thunberg im Dezember 2018 </span><span class="tm7">in Kattowitz das erste Mal außerhalb Schwedens auftrat, war <a href="https://croniquessubsidiaries.org/2020/07/25/an-inconvenient-truth-for-al-gore-greta-thunbergs-effectiveness/" target="_blank" rel="noopener">Al Gore</a></span><span class="tm7"> mit von der Partie. Gerade auf dem aufsteigenden Ast ihrer messianischen Phase</span><span class="tm7">, lief ein Jahr später schon die nächste globale Panik-Show. Dadurch geriet das Gravitationszentrum des revolutionär-katastrophalen Subjekts </span><span class="tm7">endgültig aus dem Lot</span><span class="tm7">. In der Politik der Pandemie wurde deutlich, wie gut medizinische und militärische Strukturen vernetzt waren. Dieses Netz war nicht mehr mit der bedrohten Erde oder der ungebremsten Reproduktion der Gattung befasst. Ihre Bombe war wiederum das exponentielle, explosive Wachstum - diesmal der Viren. Heute geht es um die kleinsten Teile, die Abschnitte und Abschriften der Gene. D</span><span class="tm7">iese molekularen Texte können </span><span class="tm7">nur noch wenige lesen und verstehen. Noch viel wenigere können mit der der dabei verwendeten Technologie in Hochsicherheitslabors sicher umgehen und die Öffentlichkeit erfährt von diesen elementaren Forschungen fast nichts. Aber, fast alle haben ihre Konsequenzen zu spüren bekommen.</span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm7">Die entscheidenden Forschungen im Bereich der Biotechnologie und Physik finden in geheimen, medizin-militärischen Labors, meist ohne Wissen und Kontrolle der Öffentlichkeit statt. Das hat vor 20 Jahren der ebenso mutige wie geniale Nobelpreisträger für Physik, Robert Laughlin (Stanford University) angedeutet. Er hat darauf hingewiesen, dass jene, die öffentlich über diese Tatsache der Geheimforschung oder gar deren Inhalte sprechen, <a href="https://www.youtube.com/watch?v=OeG9iLR9_nE" target="_blank" rel="noopener">drakonischen Strafandrohungen ausgesetzt sind</a>. Er selbst war kurze Zeit auf der anderen Seite, hinter dem Zaun der Geheimhaltung und hat vorhergesehen, was wir nun alle bestätigen können: Der medizinisch-militärische Komplex ist fest installiert, global vernetzt und läuft wie geschmiert. Seine Akteure müssen sich auch nicht wie Selbstmordattentäter in Tunnels verstecken. Sie bekommen öffentliche Ämter und Verdienstkreuze.</span></p>
<p class="Normal tm5"><strong><span class="tm6">Follow the scientists</span></strong></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm7">Die zuerst verliebte und dann verklärte Generation hat diese Entwicklung zuerst zugelassen und dann enthusiastisch begrüßt. Das Versagen der Klima-Bewegung schreit zum Himmel. Anstatt den Wissenschaftlern in ihre geheime Labors zu folgen und auf die Finger zu schauen, traten sie mit Füßen, was nicht nur Paulus als das Wichtigste ansah: die Liebe. Was die Verklärten der Liebe anzutun bereit sind, hat der Vatikan für die Nachwelt festgehalten</span><span class="tm7">. </span><span class="tm7">Er hat die globale Anwendung eines Toxins als Liebesdienst („gift of love“) auf einer Gedenkmünze feiern lassen. Zukünftige Archäologen werden staunen, wie einprägsam die Generation der Verklärten ihren eigenen Niedergang auf </span><span class="tm7">ein paar</span><span class="tm7"> Quadratzentimeter Metall zelebriert haben. Mit „a gift of love“ wurde bis 2020 das Lebenswerk von Johannes Paul II geehrt. Sein Nachfolger, </span><span class="tm7">Jorge Mario Bergoglio (Franziskus)</span><span class="tm7"> aus Buenos Aires, hat sich vom Viren-Teufel persönlich, von Anthony Fauci, informieren und inspirieren lassen. Das globale Verbrechen gegen die Liebe wurde als Ausdruck derselben auf Münzen verewigt – es gibt kaum ein deutlicheres Zeichen, wie sehr sich die verliebte Generation in der selbstverliebten Verklärung verloren hat.</span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm7">Als der Doktor der Physik, Bundeskanzlerin Angela Merkel, im Bundestag den PCR-Test erklärte, stimmte nicht einer ihrer Sätze mit der Realität überein; nicht ein Wort von dem, was sie sagte, hatte medizinisch-wissenschaftlichen oder menschlichen Verstand. So ging die Phase der Verklärung zu Ende und hinterlässt einen Scherbenhaufen, den die Selbstverliebten immer noch als große reinigende Katastrophe an den Horizont der Geschichte projizieren. In Anspielung an Platons Höhlengleichnis können wir feststellen: Die Höhle ist leer, der Film ist gerissen. Der nächste Film läuft schon anderen Orts, in den Tunnels der Hamas und Hisbollah oder </span><span class="tm7">in den geheimen biotechnologischen Labors in China, der Ukraine, …. Aber, </span><span class="tm7">wer heute noch ein Leben haben will, schaut sowieso nicht mehr Filme und das Motto der nächsten Generation könnte lauten: Follow the science – notfalls auch in geheime Labors und geheime Filmstudios. </span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm7">Die Verklärten residieren in einer untertunnelten Landschaft, die mit Pomp, Protz und Propaganda als großes Kino verkauft wird. Nur langsam kommt an: Nicht die Erde, sondern die Klima-Bewegung ist am Ende. Auch die Palästinenser sind weiter denn je von einem eigenen Staat entfernt und die PLO wird als UNO-betreute Geriatrie-Station geführt. In Gaza will - außer der Hamas - niemand mehr leben und regieren. Das „H“ der Hamas und Hisbollah steht auch nicht mehr für religiösen Eifer oder arabische Widerstandskraft, sondern für Hospiz. Die israelische Armee gewährt heute jeder neuen Führungsperson die entsprechende Sterbebegleitung. </span></p>
<p class="Normal tm5"><strong><span class="tm6">Was tun?</span></strong></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm7">Bevor Lenin auf diese Frage eingeht, exekutiert er gleich zu Beginn die Freiheit der Kritik. Heute wird sein Leichnam von Soldaten bewacht. Seine Antworten haben sich durchwegs als Desaster erwiesen, da er glaubte, die Zukunft „wissenschaftlich“ vorher sagen zu können, bevor sie auf ihn zu kam. Tatsächlich ist die Zukunft aber offen und das Ende der Verklärung böte wieder mal die Chance, ein neues und diesmal politisches Bündnis aller bürgerlichen Kräfte zu wagen.</span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm7">Als Moses mit den 10 Geboten den Berg runter stieg und sah, wie das verlorene Volk sich in das goldene Kalb verliebt hatte, wurden ihm von Gott zwei Wege angeboten: </span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm7">1: Ein Neubeginn mit einem neuen Volk, das alte würde Gott zerstören.</span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm7">2: Ein Neubeginn mit dem Volk wie es ist, aber in einem neuen Bündnis mit Vertrag und Bündnistreue.</span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm7">Moses lehnte die katastrophale Zerstörung des ganzen Volkes ab und schlug den steinigen zweiten Weg ein. Er wählte den Neubeginn in einem Vertrag unter Anerkennung der schwierigen Ausgangslage des real-existierenden Volkes. Aber auch dieser Neubeginn wurde von einem Bruder- und Schwesterkrieg eingeleitet (2 Mose, 32). Moses zog der globalen Zerstörung den begrenzten Bürgerkrieg vor. Er entschied sich aber auch für das langfristige Projekt, das verklärende Leuchten des Goldes in den matteren Glanz realer Prosperität zu verwandeln. </span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm7">Was tun? Die goldenen Kälber schlachten anstatt die eigenen Brüder und Schwestern.</span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm7">Die Zukunft hat gerade erst begonnen und kommt noch auf uns zu. Wir sollten den Mut zu einem neuen Bündnis aufbringen. Ein dreifaches Bündnis</span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm7">- mit uns selbst zur Selbstaufklärung,</span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm7">- mit den anderen zu Gestaltung der Freiheit und Produktion des Wohlstands für alle,</span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm7">- mit Gott, zur Selbstbegrenzung der über alle Ziele hinaus schießenden Gattung. </span></p>
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		<title>Der Tag als Helene F. starb</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Peter Levin]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 18 Feb 2024 15:27:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bürgerkrieg]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsche und Juden]]></category>
		<category><![CDATA[Französische Revolution]]></category>
		<category><![CDATA[Gut & Böse]]></category>
		<category><![CDATA[Israel]]></category>
		<category><![CDATA[Moral]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eine Menschenfischerin in der Welt von Gestern und Heute 19. Februar 1972, das war der Tag als bei uns endlich der Fernsehapparat ins Wohnzimmer kam. Für uns Kinder ein aufregender Tag, über den wir immer noch gerne sprechen. Bisher gingen... <a class="more-link" href="https://www.hannah-arendt.de/2024/02/der-tag-als-helene-f-starb/">Weiterlesen &#8594;</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h4 class="Normal tm5"><span class="tm7">Eine Menschenfischerin in der Welt von Gestern und Heute</span></h4>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">19. Februar 1972, das war der Tag als bei uns endlich der Fernsehapparat ins Wohnzimmer kam. Für uns Kinder ein aufregender Tag, über den wir immer noch gerne sprechen. Bisher gingen wir nach der Kehrwoche ins Dorflokal. Nun saßen alle um 18 Uhr bei der Sportschau zu Haus. Oma und Opa, meine Eltern, alle Geschwister und die Nachbarskinder, die noch keinen Apparat zu Hause hatten. Auch jene, die sich nicht für Fußball interessierten, harrten aus bis zum Kanalwechsel. Dann, um „18.45 und 16 Sekunden“ legte Schnellsprech Dieter Thomas Heck los.</span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Das war ein wunderbarer Tag, der Tag an dem Conny Kramer starb. <a href="https://www.youtube.com/watch?v=OD8-q-Zey7Q" target="_blank" rel="noopener">Juliane</a> war zu Gast bei uns</span><span class="tm6">. Sie konnte damals auf den Punkt bringen, was heute eine wie Helene kann: kein einig Volk, aber eine verbindende Volksmusik; keine Verfassung, aber ein Gesetz mit Grund und Recht. Liebe Leserinnen und Leser, fragen Sie sich, wie ich mich: Wer spielt heute eine Musik, die verbindet das zerrissene Volk, das in miserabler Verfassung und kaum noch Grund für sein Recht? Ein einig Volk im ständigen Kampf mit sich.</span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Als ich, 45 Jahre später, das erste Mal bei Helene Fischer war, spürte ich deutlich: Egal welchen Alters und Geschlechts; egal welcher sozialen, farblichen oder politischen Kalamitäten und Pubertäten - alle waren verbunden im Herzen als sie auf uns zeigte und sang: „Du, Du, Du!“…und ich war sicher, sie meinte mich. Ihre Nichte stand nicht weit von mir und als Tante Helene ihr vor 10.000 zum Geburtstag gratulierte, waren wir eine große Familie. Sie wenden ein: Schau doch in ihr Gesicht, fehlt nicht der fröhlichen Helene, der Tiefgang, der bei der schwermütigen Juliane besticht. Die Helene ist zart, ihre russische „Jelena“ trägt das verletzbare Reh in sich. Warum ist sie so hart zu sich? An jenem Abend in Zürich, es konnte jeder sehen, waren ihre Augen - beide, das rechte wie das linke - entzündet und voller Tränen. Den beiden Damen ist aber eines gewiss und gemein, das Talent eine Menschen-Fischerin zu sein. Das ist höchste Christen-Kunst, seit Simon dem Petrus, der auch ein Fischer war. Er sollte Menschen vor der Verderbnis und aus der Seelennot für den rechten Glauben retten. </span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Wie sehr sich die „<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Welt_von_Gestern" target="_blank" rel="noopener">Welt von Gestern</a>“ doch geändert hat! Menschenfischerei wird heute professionell und von Staats wegen betrieben: in Schiffen, die sich „Seebrücken“ nennen, und mit Lust die Brücken zwischen den Menschen brechen, wenn diese bei ihrem ruhmvollen Feldzug mitmachen wollen. Ruhm und Ehre bei der Auflösung des Mutter- und Vaterlands; Bundesverdienstorden für den Kampf gegen die menschliche Bedürfnis- und Bündnisnatur. Am Ende kommt nur einer gut dabei weg, der allmächtige, seelen- und gottlose Staat. Der gute Staat ist lieblich, sorgt für ein Leben ohne Sorgen und Leiden. Im Auftrag der internationalen Elendsverwaltung auch dafür, dass weder leidliche Freiheit und selbst gemachtes Glück uns weiter belasten. Dir schmeckt das nicht? Geh doch rüber und beug dich runter! Seit der französischen Revolution steht die Guillotine für dich bereit. Ist unsere Generation noch zum Leiden bereit? Wie Petrus, der ein Fels war, dem Leiden seines Herrn am Kreuz zusah. Ein Leiden, dass zur Erlösung führt? Muss staats-tragend sein, sonst wird es archiviert. </span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Das Leiden der Juliane an Conny’s Tod ergab sich drei Tage nach Aschermittwoch. Da wird die Fasnacht zur Fastenzeit in Erinnerungen das Leiden des Jesu zum Christus, zur Erlösung der Menschenseele vor Selbstüberhöhung und Selbstzerstörung. Heute fasten wir politisch korrigiert, aus Selbstmitleid und zur Erlösung von klimakterischen und selbst-gemachten politischen Pubsitäten. Dazu versammeln sich die Jünger und Jüngerinnen, die verwöhnten Stein-Meier-Brücks, an der Alster*innen, Alster*außen, und den Landungsbrücken. Oh weh, wen sehe ich da? Ach ja, sie wohnt ja um die Ecke. Um Gottes Willen, was macht denn die Helene da an der Wasserfront bei Volksfrontmucke? Der Anti-Anti-Faschist und Anti-Anti-Antisemit mit Residenz im Schloss hat zum Appell gerufen. Wie kam der Ruf bei Helene an? Wurde sie, gerade bedenken- und atemlos in ihrem Treppenhaus, überrumpelt? Bei dieser Vorstellung wird mir ganz plümerant und bleibt die Spucke weg. Ist das die Welt von Heute, in der die Volksmusik gemeine Sache macht mit der staatlichen Übermacht? Erinnert sich noch irgendwer an die singende Revolution der Esten über dem östlichen Meer? Die sangen sich 1988 aus der Knechtschaft, ein Meer von Fahnen, Trachten und Volkesstimmen. Melde sich bei mir, wer bei den Worten des Roman Toi nicht Rotz und Wasser heult: „<a href="https://www.youtube.com/watch?v=aCDsPbUORtc" target="_blank" rel="noopener">Please dear Lord, Help us to Keep Our Country and Our Language</a>“.</span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Gemeinsam steht der Chor der Selbstgerechten auf, wir bleiben wie damals sitzen. Der Samstag war ein schöner Tag, die Glocken klangen, Weltoffenheit war selbstverständlich und freudige Pflicht. Was hätten wir wohl damals getan, hätte uns der Apparat so zerschlissen, mit Sockenschuss und Muckenschiss beschmissen. Das ist Schwäbisch und soll heißen: Samstag abend ist Hitparade und wir stehen nicht auf, weil wir die ganze Woche standen und brauchen weder Kleingeister noch rote Socken, um zu wissen auf welcher Polit-Party wir tanzen; von unseren Sternchen wollen wir große und reife Gefühle, billige Erklärungen im Stern jucken uns nicht. Sonst geht es Helene wie Manuel dem Erneuerer, Bindenträger und Rädelsführer von nationaler Tragweite. Wer mitten im Spiel das Team wechselt findet sich nicht zurecht. Er schießt ein Eigentor - nanu, das Lob der Südkurve bleibt aus. Bald tauscht er die Last der Spielführerschaft gegen die Freuden der Vaterschaft. Das wird seine wichtigste Champions League, hier zeigt sich ob wirklich ein Mann in ihm steckt. Es ist das Kind, das den Mann schafft; das Endspiel findet ständig und zu Hause statt. </span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">In der Welt von Gestern gehört der Realitäts-Check zum Pflichtprogramm. Den Kickern und Interpreten folgten auf dem Fuße das Ticken der Uhr und der Ding-Dong-Ruf zur Tagesschau. Manche Kinder gingen, ich blieb sitzen. Die Aufregung stieg, auch bei den Erwachsenen, wenn es um den Volkssport jener Tage - das linksradikale Attentat - ging. Flugzeugentführung (Kairo), Absturz wegen Bombenexplosion an Bord (Schweiz), Geiselnahme (aller Orten), Judenselektion (Entebbe), Hinrichtung (Mogadischu) - klingt schlimm nicht wahr, war damals halt so. Helene noch nicht einmal geboren, der Walter noch klein und nicht Frank genug, das Geschick der Nation zu bestimmen. Erst langsam stimmte sich die Nation ein auf die Interpretation der Explosion und Exekution: Freiheitskampf und hilfloser Schrei nach Liebe und Gerechtigkeit. Damals war Walter noch toleranter und schrieb für eine sozialistische Postille. Heute geht er allen auf den Zeiger mit dem „<a href="https://www.dw.com/de/blutiger-anschlag-auf-synagoge-in-jerusalem/a-18070539" target="_blank" rel="noopener">Weckruf</a>“ den er bei massakrierten Juden vernimmt. Er springt im Kreis und mahnt - das kann er besonders gut - um die Spirale der Gewalt zu beenden. Hat der Mann denn keinen, der ihn wecken kann, ohne ein Blutbad anzurichten? Vielleicht sollte er - ganz ohne Gewalt - die schwindel-erregende Spirale seiner Amtszeit beenden. </span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Heute sind die Mahner so seltsam erbarmungslos. Auch wenn sie selbst nicht Gnade walten lassen, wir gönnen ihnen einen gnädigen Abgang, ich schwöre, bei Gott dem Barmherzigen. Dieser hatte damals im September eine schwache Stunde, wir waren hautnah dabei. Die Stürmer des palästinensischen Teams fegten das israelische vom Platz, Kalaschnikow and more. Diesen feigen Sieg der Volksfront über die olympische Volksmusik besangen deutsche Barden damals noch auf kleinen Bühnen in jordanischen Flüchtlingslagern. Bald aber erklang das geile Triumphgejohle auf den Berliner Straßen und den großen Tribünen der Welt: Siebter Oktober, ich höre den Ruf deiner Trompeten schon.</span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Eine andere fotogene Juliane jener Tage hieß Plambeck, hatte viel Ärger im Gesicht. Sie starb bei der Flucht aus dem Knast. Ihr Leben endete tragisch, ein Vorbild für ihre ganze Klasse: das gestohlene Fluchtauto, ein weinroter Volkswagen, gerät auf die linke Fahrbahn und stößt mit einem Laster zusammen, der Kies und Asche für die arbeitende Klasse bringt. Während dessen bereitet sich Julianes P’s Arbeitskolleginnen im palästinensischen Lager auf den Gegenangriff vor. Wir waren wieder am Apparat als die Wein- und Olivenleser ihre Judenauslese nach Afrika exportierten. Das sind alte Geschichten, kaum jemand erinnert sich noch, wäre nicht kürzlich der besagte Walter so frank und frei gewesen, die Gudrun von damals mit höchsten Lorbeeren zu schmücken. Er befand, sie gehöre ins Alphabet der Heldinnen der Nation: E wie Ensslin kommt vor F wie Fischer. Steht Helene schon auf Frank-Walters Liste? Findet sich die Menschenfischerin dort denn wieder - in der Mitte, zwischen Antifa, Ensslin und der seelenlosen Seebrücke?</span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Ich bedauere sehr, was dieser Tage mit Helene geschah. Es steht zu befürchten, dass sie bald einen Platz auf Walters Liste - für Verdienste beim Kriechen zum falschen Kreuze - angeboten bekommt. Mein Gott, wer hat sie nur verraten, an die Sozialdemokraten? Schaut sie denn nicht hin, wen sie sich zur Wahlverwandtschaft nimmt? Goethe sollte sie lesen, der ist eine Sternschnuppe unserer Geschichte. Statt dessen zu publizieren im schwarzen Loch abstürzender Kometen, was glaubt sie denn was ihr Publikum liest und liebet. Die Charlotte bei Goethe hat es ja schon gesagt: </span><span class="tm7">„Das Bewusstsein, mein Liebster… ist keine hinlängliche Waffe, ja manchmal eine gefährliche für den, der sie führt“.</span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Liebe Helene, dein Sterntalertag war ein Waffengang, der Tag an dem wieder ein Stück meiner heilen Welt zerbrach. Mal sehen was aus dem Scherbenhaufen wird. Urteilen möchte ich nicht, nur gerne fragen dich: weißt du noch, in welche Gesellschaft du dich begibst. Wer sind deine Berater? Sich gegen die Fankurve zu stellen, im Ton einer Gouvernante, sorry liebe Tante, das gehört sich nicht. Hoffentlich findest du dein Glück bei ganz anderen Mächten: der heilsamen Kraft der Kinder und dem Glauben an den Barmherzigen. Wenn ich wünschen dürfte, das Schicksal der Charlotte wünsche ich dir nicht. Das Ende war absehbar, es kam wie es kommen musste. Ihre Tochter wurde das Opfer ihrer eigenen Machenschaft und Wahlverwandtschaften. Ich wünschte du bleibst deiner Sache treu, der Menschenfischerei.</span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">&nbsp;</span></p>
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		<title>„So genau wollte ich es nicht wissen“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Peter Levin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 09 Feb 2024 16:12:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Antifaschismus]]></category>
		<category><![CDATA[Bürgerkrieg]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsche und Juden]]></category>
		<category><![CDATA[Freiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Gut & Böse]]></category>
		<category><![CDATA[Hannah Arendt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Sprechakt statt Geschlechtsakt - das Problem der Mitte im Rechtsverkehr. Den Moment, als eine dänische Kollegin sich für ihr Zu-spät-kommen zum Meeting in schönstem Dänisch-Deutsch mit „ich hatte Verkehr“ entschuldigte, werde ich nie vergessen. Spontan rutschte ihrer Freundin und Nachbarin... <a class="more-link" href="https://www.hannah-arendt.de/2024/02/so-genau-wollte-ich-es-nicht-wissen/">Weiterlesen &#8594;</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h5 class="Normal tm5"><span class="tm6">Sprechakt statt Geschlechtsakt - das Problem der Mitte im Rechtsverkehr.</span></h5>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Den Moment, als eine dänische Kollegin sich für ihr Zu-spät-kommen zum Meeting in schönstem Dänisch-Deutsch mit „ich hatte Verkehr“ entschuldigte, werde ich nie vergessen. Spontan rutschte ihrer Freundin und Nachbarin heraus: „So genau wollte ich es nicht wissen“ und die ganze Runde brach in fröhliches Lachen aus. </span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Wie genau wollen Sie - lieber Leser und Leserin - es wissen, warum jemand zu spät kommt, die Zeichen der Zeit nicht erkennt und Geschichte verpennt? Interessiert Sie dann, ob es der Rechts- oder Linksverkehr, Geschichts- oder Geschlechtsverkehr war? Oder sind Sie wie viele schon, verdrossen und unberührbar geworden - nur noch in Sorgen?</span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Glauben auch Sie, es sei schon zu spät, für ein fröhliches Lachen und ein Morgen? Fühlen sich schwach, ohne Macht? Wir wissen doch noch wie es kracht, wenn wer die Geschichte verpasst. Dann hilft weder Staat noch Stasi, nicht einmal diese verbleiben den Kummer zu vertreiben. Sanssauci - ohne Sorge - gibt’s nur in Potsdam, nicht im ganzen Land. Dort gab es früher mal eine Brücke, einen geheimen Grenzverkehr für die Spione der geheimen Dienste. Die Brücke steht noch, das Land ist verbunden, die Wunden der Spaltung sind …. so genau wollte ich es nicht wissen! Geheim ist nichts mehr, auch nicht wer wem zu Dienste, und wer welchen Geschlechtsverkehr. </span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Wer braucht die geheimen Dienste noch, wenn alles am Boden liegt: Hände hoch! Faktenbestimmer im eigenen Wohnzimmer? Wo einmal eine vermittelnde Mitte war, tönt es heute aus allen Kanonen: Nie wieder! Das Brandmauern muss sich lohnen. Die Spaltung, die lohnt sich, immer noch. Mut zur Mitte, bitte nicht doch. Mut zur Lücke, die bringt uns voran. Zu genau will es sowieso niemand wissen. Lieber halten wir uns an die Staatsräson: „Wissenslücken aus freien Stücken. Der Staat ist Allah, und er ist allmächtig“ - im Alltag funktioniert das prächtig. Gestern, als mein sechs-jähriger Sohn mit Mama im öffentlich rechtlichen Bus des VerkehrsVerbunds saß. Es sind die Meinen, wie stolz ich war, dachte: welch ein Anblick, welch ein Paar. Beim Wegfahren im Konterfei der <a href="https://vhhbus.de/olivia-jones-diversity-bus/" target="_blank" rel="noopener">HHV-Bus-Außenwerbung</a> ich sie sah, eingerahmt von kecken HVV-Kanaken und lasziven Transtravestiterinnen - welch ein Anblick, welch ein Paar. Als stolzer Kanake, darf ich doch, meine nicht weniger stolzen Mit-Kanaken Kanaken nennen. Geht das noch? </span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Es geht viel mehr, meine Tochter in der sechsten Klasse lernt gerade ihre Klassenlehrerin kennen. Es braucht kein Schlüsselloch, sie kann mir die Facebookseite nennen. Die Kaiserin ist nackt, ihre Tatsachen sind nackt … nein, nicht was Sie denken, sie ist kein Trottel, nur eben Talent zum Dessou-Model. </span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Kaum etwas bleibt ungesagt, gezeigt nur im Verborgenen. Die Kleinen, die nicht wissen was es alles gibt, für diese sind Papa und Mama groß und allmächtig. Heute schreiben Ihre Eltern Geschichte, und so es daneben geht auch mal ein Gedicht, das mehr als zwölf „aufregende Zukunftsbilder“ verspricht. Sie denken wie ich an Sonnen-Auf- oder Untergänge, nicht? Wie naiv wir nur sind! Sie dichtet, kaum zu glauben aber wahr, über ihre schönsten „<a href="https://www.amazon.de/Die-besten-Weltuntergänge-aufregende-Zukunftsbilder/dp/395470255X" target="_blank" rel="noopener">Weltuntergänge</a>“. Gewiss, sie ist nicht ganz dicht. Und wenn Sie sagen - das war er nicht selbst, es war nur die Frau des Ministers - wie recht Sie haben. Der eine ist katastrophal, sie nur katastrophenlüstern. Welch ein Ausblick, welch ein Paar, was wissen wir schon über deren Links- oder Schlechtverkehr?</span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Was glauben Sie, ob diese Gemengelage - Untergänge und Wissenslücken von nationaler Tragweite - ihren oder meinen Sohn in auch nur geringster Weise anspricht. Ich kann sagen, meinen ficht das nicht. Die sexuelle Revolution, kalter Kaffee ihm ist. Mit seinen kaum siebzehn Jahren ist er Experte schon, für die Beziehung einer alten Frau mit dem Sohn einer anderen. Dieser ist gerade mal 15 Jahre alt und muss schon jobben, als Vorleser und Bettvorleger für eine, die nicht Lesen und nichts Besseres kann („<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Vorleser" target="_blank" rel="noopener">Der Vorleser</a>“). Sozial und empathisch, wie gerne hätte ich so einen Sohn. Meiner ist da ganz anders. Bei diesen Sprüchen seines Vaters, wie soll ich es ihm verdenken: Brot für die Welt, die Wurst können sie auch bald haben. Wir geben alles her, Lesen können braucht niemand mehr. Er hat allen Grund sich zu beklagen, nicht einmal bedaure ich seinen Frust bei der Pflicht-Lektüre ganz ohne Wissensdurst. „Ekelig“ und „nie wieder“ quittiert er Erotik und Kinderverführung, eine Erzählung pervers und ohne Lust, ich erspar ihm nicht das Gewicht des hohen Gericht. Er muss ihn aushalten, den Richterspruch seiner Generation, der Schlächter- und Gerechtigkeitsfraktion. Weh tut es mir schon, zu sehen wie sein Gesicht fällt. Er ist ein Kind, kein Kain, dem das</span><span class="tm7"> „Antlitz fiel“ als er den Bruder erschlug im ungerechten Zorn. Auch ein Abel ist er nicht: das Opfer für den gerechten und barmherzigen Herrn? Er weiß es schon, wie der Herr Präsident heute spricht, das ist der Brüderspaltung bitterer Lohn. Nur Lug und Trug, mehr ist es nicht; der Abel sein Opfer abbricht.</span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Das Urteil ist gefallen, welch ein Glück, nur Bewährung mit Auflagen: Das Buch ist zu gut, Lektüre ist nicht genug. Zur Strafe der Film zum Buch, dann das Theaterstück zum Film; und weil die Rekonvaleszenz ist unsere Pflicht, schlußendlich die englische Verfilmung des unansehlichen Stoffs im Englisch-Unterricht. Hartes Urteil meinen Sie? Keine Sorge, die Kinder verstehen diese Botschaft immer und es ist gut: der Stoff ist wichtig, Widerstand nichtig. Direkt an zweiter Stelle unter Gerechtigkeit kommt das Geschlecht, nicht schlecht? Wer wie mein Kind rechnen kann, auch mit dem Transgerechtgeschlecht-Rechenschieber, der bekommt heraus: Geschlecht ist gerecht und auf keinen Fall „Rechts“. Auch bei hohem Aufkommen in der Gauss*****schen Mitte lässt sich das spielend ver-rechnen. Das Ergebnis erstaunt nur jene, die niemals die Mitte im römischen Kreisverkehr halten sollten: Mittelstreifenverkehr ist Kamikaze, die Mitte ist schon viel zu weit rechts. Streifenwechsel ist Pflicht, angezeigt wird er nicht. Die Linksfahrer drehen im Kreis, die Rechtsausleger wollen raus. Sie wissen doch, im Kampf gegen ungerechten Rechts-Verkehr geht es darum Zeichen zu setzten: links blinken, rechts rausfahren.</span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Endlich klärt die Klassenlehrerin die aufgeklärten Eltern auf, was wirklich hier die Sache ist. Das macht sie gern, das sieht sie als ihre höchste Pflicht. Im Buch geht es weder um jenes, was die Jugendlichen sticht noch was mich als Vater anspricht. Die Sache ist - sie ahnen es schon - die Erinnerungs- und Schulddiskussion. Der Hanna im Roman fehlt das H und ihre HER-story die ER-innerung. Denkt bitte jetzt nicht an die Hanna ohne H, mit R wie Resch und mit der ARD. Die hatte es auch schwer mit der Erinnerung. Ihr fiel zumindest noch ein was wichtig ist: der Israeli ein rechter Schurke ist („<a href="https://www.youtube.com/watch?v=Fq-ecR6Arpw" target="_blank" rel="noopener">Hanna Resch sammelt sich</a>“). Dann musste sie sich sammeln - ich mich auch, und die Runde brach in schmerzlich-hysterisches Lachen aus. Pfui, wer gar an die Hannah mit H und Arendt dacht. Welch ein Hohn, ein deutscher Schurke du bist! Verstehen was auf dem Spiel steht bei jeder Tat? Das war ihr Auftrag, ihr Bündnis und Verkehrsverbund, der „Integrität der Tatsache“ verpflichtet. Sie stand aufrecht auch wenn sie saß, inspirierte während sie öffentlich-rechtlich ihre Fluppe qualmte. Ihr Element, die amerikanische Revolution, das town hall meeting in lebendiger Diskussion - der Geruch von Freiheit und die Macht der öffentlichen Tat, er vertreibt den bullshit, der uns in allen Kanälen küsst. Im Abflussrohr sitzen Faktenkleckerer, mit Mundgeruch und konspirativen Abhörinstrumenten. Sie Klotzen und Kotzen, bis einer sich ver ….</span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Der Arendt’sche Mut war groß, wie ihrer Widersacher viele. Im Jammertal der Pädophilie hat sie ebenso wenig verloren wie als poster child auf dem Bus der Anarchie. Meine Lehrerin damals, schaute mir tief in die Augen ins Herz, und sagte: Sie müssen Hannah von A bis Z lesen. Heute sagt die Lehrerin dem Vater vom Sohn, warum zu lesen sei die story der Hanna ohne H, der pädophilen Kindermörderin ohne Kind. Wen es stört, der möge sich bei jenen beklagen, die an höchster Stelle steh‚n. Beamte führen nur aus was die Führer sagen: Demokratie fördern, Spritzen und Spitzen verteilen, alle Eichmänner und Eichfrauen bei Fuß - oh je, welch ein Graus.</span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Schade ist es schon, denn wie sollte ich beim Werther oder bei Antigone sagen: „Mein Sohn, schau mal, Vorlesen lohnt sich, schlag Gold aus der üblen Pflicht. Deine Chancen bei den Girls steigen exponential, eröffne deinen eigenen Vorlesekanal“. Er war Feuer und Flamme für diesen Staat und hatte den Titel schon parat: „Weder Rechts noch Sex“. Hier ist er voll auf Spur, streaming on line und mainstreaming auf der PubertätsVerhinderungsMittel-Spur: „Sei du selbst“ und verarsch deine Eltern mit dem Gesetz das Selbstbestimmung macht zum ehernen Gesetz: Kinder gehören dem Staat, ihr Eltern habt den Windelsalat. Das Motto des Sprechkanals ist solchen Lappalien entronnen, seiner Zeit weit voraus: „Sprechakt statt Geschlechtsakt“ - es klatschen alle Applaus. </span></p>
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		<title>Permanente Mobilmachung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Boris Blaha]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 03 Feb 2024 14:55:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bürgerkrieg]]></category>
		<category><![CDATA[Französische Revolution]]></category>
		<category><![CDATA[Liberalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Ordnung]]></category>
		<category><![CDATA[Totalitarismus]]></category>
		<category><![CDATA[Verfassung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Von „Mobilmachung“ wird gesprochen, wenn ein Krieg kurz bevorsteht. &#160; Von der hier erreichten Kulturhöhe des dritten Reiches aus erscheint dem Führer der Deutschen Arbeitsfront Dr. Ley als der größte Verbrecher im deutschen Volke, wer „zum erstenmal in Deutschland einen... <a class="more-link" href="https://www.hannah-arendt.de/2024/02/permanente-mobilmachung/">Weiterlesen &#8594;</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p class="Normal tm6 tm7" style="text-align: right;"><span class="tm8">Von „Mobilmachung“ wird gesprochen, wenn ein </span><span class="tm9">Krieg</span> <span class="tm8">kurz bevorsteht.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p class="Normal tm5" style="text-align: right;">Von der hier erreichten Kulturhöhe des dritten Reiches aus erscheint dem<br>
Führer der Deutschen Arbeitsfront Dr. Ley als der größte Verbrecher<br>
im deutschen Volke, wer „zum erstenmal in Deutschland einen<br>
Politiker zum Zivilisten erklärt“ habe.<br>
(„Völkischer Beobachter“, 1934, Nr. 45)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p class="tm5"><span class="tm6">Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht der Bundespräsident, der Kanzler, die führenden Vertreter der regierenden Parteien, eilfertig sekundiert von den privilegierten Schichten in Medien, Kirchen und anderen staatstragenden Institutionen einen dringenden Appell an die Medienkonsumenten richten, die offenbar existenziell gefährdete zweite deutsche Demokratie vor einem Regierungswechsel zu bewahren, obwohl doch der Wechsel zwischen Regierung und Opposition, zumindest auf dem Papier, zum Wesen einer jeden modernen Demokratie gehört und sie vor Erstarrung und Korrumpierung schützen soll. Der ehemalige Generalsekretär der CDU verkündet, Demokratie brauche keine Alternative (Ruprecht Polenz). Der Chefkommentator der Süddeutschen Zeitung, ein Jurist, ruft zur Mobilmachung auf und will der gesamten Opposition das aktive und passive Wahlrecht entziehen (Heribert Prantl). Eine Propagandistin der taz fordert die Transformation der sozialen Marktwirtschaft in eine planmäßige Kriegswirtschaft, um sich gegen das zum globalen Feind hypostasierte Klima verteidigen zu können (Ulrike Herrmann), eine hysterisch gesteigerte Neuauflage der Einkreisungsphobie vor dem Ausbruch des ersten Weltkriegs. Eine Petition zur Aberkennung von Grundrechten für einen Politiker kommt auf über eine Million Stimmen. Auf dem staatlich organisierten revolutionären Kreuzzug von Elite und Mob „gegen rechts“ wird offen zur Volksjustiz am politischen Gegner aufgerufen, ohne dass die begleitenden polizeilichen Ordnungskräfte auch nur den Versuch unternehmen, den Aufruf zu einer Straftat zu unterbinden. Wie Phönix aus der Asche sonnt sich die erneuerte Volksgemeinschaft der Guten innerlich beseelt in der Erlösungsillusion, nachträglich Hitler besiegt und sich von der Erbschuld gereinigt zu haben. Die Bundesfamilienministerin, eine Grüne, plant derweil über die direkte Verzahnung von linksaktivistischen Organisationen mit der örtlichen Polizei und Exekutive die flächendeckende Einrichtung einer neuen politischen Polizei. Die große Mehrheit der Organe der Rechtspflege sieht der tagtäglichen Gewöhnung an den Ausnahmezustand als neue Normalität gleichgültig zu. Die Anknüpfungen an Methoden des Kriegskommunismus der Bolschewiki sind offensichtlich. Assoziationen an die exzessive Straßengewalt der Weimarer Republik drängen sich auf. Der sakralisierte „Heilige Krieg“ der auserwählt Guten gegen das Böse als Ablenkungsventil eines umfassenden Krisenbewusstseins erinnert an die Begeisterung städtisch-dekadenter Massen im August 1914.</span></p>
<p class="tm5"><span class="tm6">Die Vergiftung der Gesellschaft durch eine kleine extremistische Kanaille, wobei es belanglos ist, ob es sich um rechte oder linke Banditen handelt, ist bereits so weit fortgeschritten, dass sowohl der Unterschied zwischen einer kriminellen Vereinigung und einer Regierung als auch der zwischen Krieg und Frieden eingeebnet erscheint. Die Parole „La patrie est en danger“, die in der Französischen Revolution die Notwendigkeit von Massenmobilisierung und Terror einleitete, kehrt heute als Schlachtruf zur Verteidigung der Demokratie gegen seine inneren Feinde wieder. Wenn es nicht erneut die Massen in ihren Bann zöge und als Legitimierung eines Ausnahmezustandes genutzt würde, könnte man es als Schmierentheater abtun. Es fehlt nicht viel und der politische Gegner muss, um die Demokratie zu retten, in Schutzhaft genommen werden, eine polizeiliche Maßnahme, die auch schon vor den Nationalsozialisten von den in Bedrängnis geratenen Sozialdemokraten der Weimarer Republik genutzt wurde. „Wo ‚nie wieder‘ draufsteht, ist ‚schon wieder‘ drin“, formulierte einer treffend auf facebook. Der „Welfare State“, der nach 45 als Schutz gegen einen Rückfall in den „Warfare State“ auch in Deutschland installiert wurde, war, so muss man konstatieren, als Mittel gegen den totalitären Umschlag einer liberalen Demokratie nicht hinreichend. Das Problem steckt offenbar tiefer.</span></p>
<h3><strong><span class="tm5">Deutsche Kontinuitäten</span></strong></h3>
<p class="Normal tm5" style="text-align: right;"><span class="tm6">Denn in historischer Perspektive führt von den<br>
„Reichsfeinden“ sowohl ein Weg zur „Reichskristallnacht“,<br>
</span><span class="tm6">als auch zur „Volksgemeinschaft“ mit dem notwendigen<br>
</span><span class="tm6">Komplement der „Volksschädlinge“ die es zu beseitigen gilt.<br>
(</span><span class="tm6">Hans-Ulrich Wehler)</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: right;">„Nicht immer die Nazi-Keule raus holen, sondern vielleicht<br>
einfach mal ein paar Nazis keulen. Tschüss, bis nächste Woche.“<br>
(Jan Böhmermann, ZDF-Clown)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">„Die unablässige Diskriminierung von Opposition ist jedoch ein Kennzeichen des deutschen Kaiserreichs, damit auch eine der Bedingungen seines Untergangs gewesen“ (Hans-Ulrich Wehler). Dass eine preußisch-militaristisch geprägte Monarchie keinen Weg fand, sich mit einer Opposition politisch auseinander zu setzen, lässt sich rückblickend nachvollziehen. Dass es eine sich als moderne westliche Demokratie verstehende Bundesrepublik über hundert Jahre und zwei Ordnungen später immer noch nicht vermag, muss zu denken geben. Eine durch konsequente Negativauslese entkernte SPD verfährt im Bund mit anderen Linken mit der erstarkenden Opposition nicht viel anders, als im Kaiserreich mit den Sozialdemokraten verfahren wurde, ein Spiel mit vertauschten Rollen als Farce und Ironie der Geschichte. Was dem Reich die Sozialdemokraten als „Reichsfeinde“ sind der Bundesrepublik die Opposition als „Demokratie- oder Verfassungsfeinde“. Herrschende, die nicht regieren können, führen mit den „Waffen des Polizeistaates“ (Meinecke) einen Vernichtungskrieg gegen eine zum inneren Feind stilisierte Opposition. In den letzten Jahren des Kaiserreiches galt die „Zertrümmerung der Sozialdemokratie“ als „Kernfrage des innenpolitischen Lebens“ (Erzberger). Es bedarf keiner Mühe, ähnlich lautende Sentenzen der aktuellen Tagespresse zu entnehmen.</span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Eine Regierung, die mit einer immer schrilleren Kriegspropaganda (Hitler ante portas) und entsprechender Massenmobilisierung politischen Terror gegen die eigene demokratische Opposition organisiert, eine durchgängig korrupte und in Teilen bereits offen kriminell agierende abgehalfterte Scheinelite, die davon träumt, mithilfe einer totalen Mobilmachung der Gesellschaft („Deutschland steht auf“) einer für Friedenszeiten völlig normalen, zudem politisch überfälligen demokratischen Abwahl entgehen zu können, zugleich die Entfesselung nationaler Kriegsleidenschaften als Rettung einer demokratischen Friedensordnung inszeniert, ist ein so offenkundig paradoxes Phänomen, dass die These von der inneren Solidarität zwischen Demokratie und Totalitarismus genauer untersucht werden muss. Eine Linke, die sich heute der gleichen kriegsideologisierenden Massenmobilisierung bedient wie die nachträglich als eindeutig rechts etikettierten Nationalsozialisten zeigt, wie sinnlos das rechts/links Schema längst geworden ist. Im Krieg wird die Lüge zur Pflicht. Um die Moral zu stärken, müssen Geschichten erfunden und tatsächliche Vorkommnisse verschwiegen werden. Um die Tatsachenwahrheit ist es schlecht bestellt. Dass eine radikal gescheiterte politische „Elite“ unterschiedliche gesellschaftliche Individuen aus disparaten Milieus in eine erfahrungsresistente einheitliche Masse von Soldaten verwandeln und gegen ein in grellen Farben gemaltes Feindbild auf die Straße hetzen kann, demonstriert nur allzu deutlich, wie groß die politischen Defizite in Deutschland noch immer sind. Das Individuum erweist sich nicht etwa als Schutz, sondern Voraussetzung seiner Totalisierung. Die gedankenlose Verwendung von Begriffen wie „Straßenpolitik“ (Lutz Raphael) für reine Gewaltattacken zeigt das Ausmaß der intellektuellen Verwahrlosung. Gemessen an den Gewaltexzessen des zwanzigsten Jahrhunderts scheint mir die Leichtigkeit, Geschwindigkeit und Intensität, mit der das, was wir als politische Auseinandersetzung zu kennen meinen, in eine gewaltförmige kriegerische Form hinübergleitet, die das straflose Töten des anderen herbeisehnt, ein deutlicher Hinweis darauf zu sein, dass wir uns trotz aller formaler Anstrengungen noch immer in einem vorpolitischen Raum bewegen. Nachdem funktionierende institutionelle Barrieren gegen die Radikalisierung einer zunehmend extremistischer agierenden Exekutive nicht vorhanden sind, bleibt für den Betrachter vom Spielfeldrand nur eine Konsequenz: auch die zweite deutsche Demokratie ist gescheitert und wir stehen erneut vor einem Trümmerhaufen.</span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Dass sich so viele, statt sich dieser einfachen Tatsache zu konfrontieren und ihre politische Herausforderung anzunehmen, lieber in einen Krieg hetzen lassen, der zwischen revolutionärem Bürger- und Religionskrieg oszilliert, ist das eigentlich bemerkenswerte Phänomen. „Die enge Verbindung religiöser und weltlicher Kriegsdeutungen wurde nicht zuletzt durch ein verbreitetes apokalyptisches Denken ermöglicht, das zugleich das Erneuerungserlebnis des Kriegsbeginns auffangen und der Sinnstiftung des Krieges dienlich sein konnte.“ schrieb Wolfgang Kruse in „Eine Welt von Feinden“ zu dem „Geist von 1914“, der im wesentlichen eine Flucht aus der modernen Welt mit ihren Widersprüchen und Entfremdungstendenzen gewesen sei. Die beiden Kernideen von 1914, die verstreuten und entwurzelten Individuen in eine sakralisierte Gemeinschaft zu versammeln und ihnen mit einer sinnstiftenden Mission ein gemeinsames Ziel vor Augen zu führen, wirken auch heute so unvermindert, als sei in der Zwischenzeit nichts vorgefallen, was einer solchen Begeisterungswelle Einhalt gebieten sollte. Der ekstatische Ausnahmezustand und damit die Entkoppelung der Bindung an das Recht, wird auch heute wieder ohne größeren Widerstand zur neuen Normalität. Souverän ist, wer über das nackte Leben jedes einzelnen Körpers verfügen kann, eine moderne Vorstellung, die Giorgio Agamben auf die absolute Gewalt eines römischen </span><em><span class="tm7">pater familias</span></em><span class="tm6"> zurückführt. Wie konnte es so weit kommen?</span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Auch die zweite deutsche Demokratie begann mit schweren Geburtsfehlern. Die als erwünschter Neuanfang verordnete Demokratie der Amerikaner scheiterte an den Beharrungswiderständen der Deutschen, die beratungsresistent da weitermachten, wo sie vor dem Krieg aufgehört hatten und lediglich neue Seilschaften auf die durch den Krieg in großer Zahl frei gewordenen Positionen hievten. Von heute aus muss man sagen: An politischen Konsequenzen aus den totalitären Einbrüchen bestand wenig Interesse. Der anfänglich antitotalitäre Konsens hielt nur wenige Jahre und wurde rasch von Adenauers taktischem Antikommunismus abgelöst. Die „Furcht vor dem Kommunismus“ zu instrumentalisieren, „gehörte zu den Herrschaftsmerkmalen“ seiner Kanzlerdemokratie (Klaus-Dietmar Henke). Als guter Kathole wusste er die Mobilisierungsenergien einer apokalyptischen Grundstimmung zu nutzen und malte nicht nur im Wahlkampf den Untergang Deutschlands an die Wand, wenn die Opposition an die Macht kommen würde. Nur sein Alter und der demokratische Wechsel zu einer SPD-geführten Regierung&nbsp; verhinderten, dass schon Adenauer die zweite deutsche Demokratie durchfeudalisieren konnte. Mit dem Wechsel verlagerte sich das Feindbild von Kommunismus zu Faschismus mit spiegelbildlichen Ausblendungen bei gleichbleibender Herrschaftstechnik. Sich mit den Gewaltexzessen des Stalinismus zu beschäftigen, hielt man, wie einer von Deutschlands Vorzeigeintellektuellen in selbstentlarvender Offenheit verkündete, für überflüssig (Jürgen Habermas in einem Gespräch mit Adam Michnik). Begünstigt durch eine Bevölkerung, die sich an „Heil Hitler“ die Finger verbrannt hatte, nach dem Krieg mit dem Notwendigsten und daher überwiegend mit sich selbst beschäftigt war, entstand der vom Staatsbürger unkontrollierte mafiöse Parteienstaat schon bald nach 45. Zu Recht vermerkte Jahre später der „rechte“ Adelsspross Eberhard von Brauchitsch, dass „Parteispenden“ nur ein Euphemismus für Schutzgeld sei („Der Preis des Schweigens“), während der „linke“ RAF-Anwalt Otto Schily als parlamentarisches Mitglied des Flick-Untersuchungsausschusses 1986 den damaligen Altparteien ein offensives Agieren im rechtsfreien Raum attestierte, das sich um Recht und Gesetz nicht scherte („Politik in bar“). Erst 60 Jahre später kam heraus, in welchem Ausmaß der Gründungskanzler Adenauer Kanzleramtschef Globke und die bei der Organisation Gehlen untergekommene Funktionselite der Nationalsozialisten nutzte, um eine Opposition zu bekämpfen, die er meist als Feind, gelegentlich sogar als Todfeind titulierte. Vergeblich machte Herbert Wehner in einer Bundestagsrede vom Juni 1960 darauf aufmerksam, dass Gegnerschaft eine Demokratie belebe, während Feindschaft sie zerstöre. Was der Historiker Klaus-Dietmar Henke als „größtes deutsches Demokratieverbrechen“ bezeichnete, war nur die unterbrechungsfreie Fortsetzung gewohnter Herrschaftstechnik. Von einer machttaktischen Perspektive aus gesehen erscheint der Unterschied zwischen einem Konrad Adenauer und einem Walter Ulbricht weitaus geringer, als die ideologische Freund/Feind Inszenierung glauben machen möchte. Den Ulbricht zugeschriebenen Satz: „es muss demokratisch aussehen, aber wir müssen alles in der Hand haben“, hätte ebenso gut auch Adenauer sagen können. </span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Schon vor der Wiedervereinigung war der deutsche Rechtsstaat ein potemkinsches Dorf und das rechts/links Koordinatensystem ein Anachronismus aus der Kreuzzugsrhetorik der Französischen Revolution. Spätere Historiker werden herausfinden, in welcher Weise das von ihrem DDR-Agenten Adolf Kanter über Jahrzehnte gelieferte präzise Wissen der Stasi um die Korrumpierbarkeit weiter Kreise der westdeutschen Politik den Vereinigungsprozess beeinflusst hat („Der Schützling“). </span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Ohne Wiedervereinigung hätten die Grünen das Demokratisierungspotenzial, das Brandt nur angekündigt aber nicht eingelöst hat, vielleicht umsetzen können. Die Wiedervereinigung traf sie an der antinationalen Achillesferse und brachte sie unwiederbringlich auf die schiefe Bahn. Sprichwörtlich für den grün-deutschen Selbsthass wurde das Wahlkampfplakat von 1990: „Alle reden von Deutschland. Wir reden vom Wetter.“ Den publizistischen Beobachtern der Grünen war entgangen, dass es sich bei den Grünen nie um eine Partei im demokratischen Sinn gehandelt hat. Die Vorstellung, sie in ein Parteiensystem integrieren zu können, war so falsch wie die Fehleinschätzung jener Altkonservativen, die glaubten Hitler einbinden und zähmen zu können.</span> <span class="tm6">Werden die Grünen nicht vorher gestoppt, hören sie erst auf, wenn Deutschland vollständig ruiniert ist. Die Errichtung einer Utopie setzt eine vorherige Verwüstung voraus. Politisch konsequent wird daher der Widerstand von den Landwirten vorangetrieben, die nicht nur für Ihre individuellen Interessen auf die Straße gehen und en passant die Grenzen jener Lehre aufzeigen, die meint, es ginge in der Politik um Aushandlung unpolitischer Interessen. Eine der Gruppen, auf denen sich Landwirte in sozialen Medien vernetzen heißt: „Wir wollen unser Land zurück“ - ein Echo auf die </span><span class="tm6">gegen die Zentralisierung der EU gerichtete </span><span class="tm6">Brexit Parole der Engländer: „we want our country back“.<br>
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<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Bis zu Helmut Kohl war die zweite deutsche Demokratie innerlich korrumpiert, aber politisch noch nicht zerstört. Erst mit Angela Merkel geriet das Staatsschiff in existenzielle sozialistische Schräglage, ein Umstand der von klügeren Staatsmännern wie Vytautas Landsbergis frühzeitig vermerkt wurde, aber bei der großen Mehrheit der deutschen Intellektuellen auf taube Ohren stieß. Was man bis zu H. Kohl noch als feudalen Kontinuitätsbestand eines Landes einstufen kann, dem es bislang nie gelang, seine politische Freiheit selbst zu erkämpfen, änderte sich nach der Wiedervereinigung und der geräuschlos entsorgten Präambel des Grundgesetzes. Das Instrument der veröffentlichten Meinung erhielt jetzt eine neue, eindeutigere Grundstimmung. Seit eine in der DDR sozialisierte Kanzlerin aus protestantischem Hause auf eine kommunistisch politisierte westdeutsche Nachkriegsgeneration traf, die ihr utopisches besseres Deutschland gegen das eigene Land als Feindbild in Stellung zu bringen hoffte, verschob sich der demokratische Rahmen unter der Hand in ein sozialistisches Ordnungs- und Deutungsraster, in dem bestimmte Parteiungen für sich allein beanspruchen, die Demokratie als Ganzes zu repräsentieren (die ehedem „führende Rolle der Partei“). Alle anderen, die nicht zum erlauchten Kreis gehören, werden als „Feinde der Demokratie“ gebrandmarkt und mit den aus dem Sowjetimperium bekannten Zersetzungstechniken an der politischen Beteiligung gehindert, ein Konstrukt, das aus der engen Verknüpfung von Revolution und Krieg der französischen und bolschewistischen Revolution stammt. Während der Weg, den die polnische </span><span class="mw-page-title-main">Solidarność beschritt, von Streik über Konflikt und Kriegsrecht zum Runden Tisch führte, der die verfeindeten Parteien zur gegenseitigen Anerkennung und wieder ins gewaltfreie Gespräch brachte, beschreitet Deutschland den umgekehrten Weg in Richtung zunehmender Repression, was auch daran liegt, dass es jene versöhnungsstiftenden Traditionen, die ideologische Feinde gleichzeitig als polnische Landsleute empfinden läßt („Noch ist Polen nicht verloren“, „Polen schießen nicht auf Polen“) im zerstückelten Deutschland nicht gibt.&nbsp;</span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Die aus den postmarxistisch indoktrinierten 68ern erwachsenen Grünen verstanden sich als Leninistische Avantgarde, die, gesegnet mit einer exklusiven Einsicht in die (Klima-) Zukunft, der unmündigen Menschheit das Gesetz vorschreiben kann und muss. Wer erzieht, will dominieren, nicht regieren. Ob man sich selbst seine führende Rolle mit dem rechten Weg ins Paradies oder der Abwehr einer apokalyptischen Katastrophe zu legitimieren sucht, spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle. Mit solcherart christlich projektierter Herrschaftsverdichtung verschwindet die Demokratie als Möglichkeit der Partizipation vieler. Mit der Verkündung des Atommoratoriums nach der Zerstörung des japanischen Kernkraftwerks in Fukushima gelang A. Merkel der erste Verfassungsbruch („ein Tsunami für die Rechtsordnung der Bundesrepublik“). Dieser fand zwar einen gewissen Widerhall in akademisch-juristischen Fachzeitschriften, das Parlament hingegen nahm seine eigene Entmachtung widerstandslos hin. Dass das deutsche Grundgesetz die Transformation einer demokratischen in eine autoritäre sozialistische Verfassung ohne Beteiligung des Souveräns nicht vorsieht, spielte keine Rolle. Die Herrschaft des Gesetzes wurde entbehrlich, ein Dammbruch mit weitreichenden Folgen. Der politischen Unreife der Nachkriegswestdeutschen bleibt geschuldet, dass man den demokratiezerstörenden Charakter des grünen trojanischen Pferdes nicht rechtzeitig wahrgenommen hat. Während das Grundgesetz als formale Fassade noch steht, wird es in der politischen und juristischen Praxis jeden Tag innerlich mehr ausgehöhlt.</span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">So entsteht der Eindruck, dass diejenigen, die sich gerade lautstark als Retter der Demokratie in Szene setzen, ihr damit tatsächlich, bei einigen sicher ohne es zu wollen, den finalen Todesstoß verabreichen, ein paradoxes Krisenphänomen, das der Historiker Christian Meier für den Untergang der römischen Republik so beschrieben hat: „Eine Gesellschaft zerstört ihre Ordnung, obwohl, ja: indem sie sie zu erhalten sucht.“ (Res publica amissa). Das Paradoxe lag für Christian Meier darin, dass das Politische zwar das Zentrum der Krise ausmachte, aber politisch nicht zum Austrag kommen konnte, weil die Auseinandersetzungen sich in belanglosen Nebenkriegsschauplätzen verloren. Es zeige sich eine bemerkenswerte Diskrepanz zwischen dem Kleinen, worüber lautstark gestritten wurde, und dem Großen, was sich in beredtem Schweigen tatsächlich an grundlegendem Wandel vor aller Augen vollzog. Gewisse Parallelen springen ins Auge: auch der Zerfall der zweiten deutschen Demokratie beschleunigt sich, weil er zur öffentlich strittigen Sache nicht werden kann. Wo die wehrhafte Demokratie am lautesten beschworen wird, zersetzt sie ihre tragenden Institutionen am effektivsten.</span></p>
<p class="Normal tm5 tm6"><span class="tm7">Wenn wir vom Tagesgeschehen etwas zurück treten und uns die letzten Untergänge Deutschlands vergegenwärtigen, kommt ein wiederkehrendes Muster in den Blick: die Massenmobilisierung in den letzten Jahren des deutschen Kaiserreichs endete 1918 in der „Urkatastrophe“ (George F. Kennan) des zwanzigsten Jahrhunderts. Man verzichtete nach der Niederlage auf eine konsequente Demobilisierung und trug den Krieg von draußen nach drinnen. Die Weimarer Republik war dem Ansturm einer neuerlichen Massenbewegung nicht gewachsen und endete in einer noch weit größeren Katastrophe, die als Totale Herrschaft eine bis dahin unbekannte neue politische Ordnung aus Ideologie und Terror ins Spiel brachte. Und im Moment sieht alles danach aus, dass auch die zweite deutsche Demokratie in einer „Massenbewegung des Guten“ untergehen wird, die als bloße Umkehrung die Tragödie der ersten wiederholt.</span></p>
<h3><strong><span class="tm5">Im Haus des Herrn </span></strong></h3>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Eine Tradition des Politischen konnte sich in Deutschland nur in den Freien Reichsstädten etablieren („Stadtluft macht frei nach Jahr und Tag“), auf dem Land hingegen herrschte überall die patriarchale Ordnung des Hauses. Die siegreich ausgefochtenen Einigungskriege des feudalen Landadels endeten daher nur mit einer pompösen aber desto peinlicheren symbolischen Inszenierung am falschen Ort. Außenpolitisch sorgte der Raub von Elsass-Lothringen für einen dauerhaft latenten Kriegszustand, der von Anfang an gutnachbarschaftliche Beziehungen mit Frankreich blockierte. Nach innen setzte die fehlende Demobilisierung die Herrschenden alsbald unter vergleichbaren Zugzwang. Eine Reichsgründung im konstitutionellen Sinne, die die aufgeheizten Kriegsleidenschaften dauerhaft in eine gesetztere Form der Auseinandersetzung hätte übertragen können, fand nicht statt und pflanzte den Keim des späteren Scheiterns des deutschen Kaiserreichs schon zu Beginn. Der Gründerzeit fehlte der Grund und die gemeinsame Sache.</span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Die fehlende politische Alternative eines institutionalisierten und rechtlich gesicherten Freiheitsraumes unter Gleichen sorgte dafür, dass sich die gewohnte Ordnung des Hauses flächendeckend als paradigmatisches Modell sozialer Beziehungen durchsetzen konnte. Der Herr im Haus dominierte die Arbeiterwohnung wie der Pastor das Pfarrhaus, der Meister den Betrieb wie der Lehrer die Schule, der Fabrikdirektor das Unternehmen wie der Gutsherr das Land. Das Haus ist jedoch traditionell ein rechtsfreier Raum, in dem der Wille des Souveräns den Ausschlag gibt. Noch bis weit ins Mittelalter galt der Spruch: „Das Recht gilt bis zur Traufe“. Im (privaten) Haus kann der Hausherr mit seinen hierarchisch untergeordneten und nach römischem Recht als Sachen betrachtetem Eigentum machen, was er will. Die Konsequenz: Die in liberaler Tradition nur von außen angeklebten individuellen Grundrechte als Sicherungen gegen Übergriffe des Souveräns werden über Bord geworfen, sobald das Schiff ins Schlingern kommt. Gerät das bloße Überleben ins Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit, behandelt der Maßnahmenstaat seine Bürger als vogelfrei. An der Spitze konzentriert sich in einer einzigen Person der Kaiser, der oberste Kriegsherr sowie der Landesherr der Kirche, der seinen individuellen Willen als Vorschrift für alle verkündet. Kommt es zum Schwur gegen einen tatsächlichen oder eingebildeten inneren wie äußeren Feind, gibt es auf der einen Seite den Souverän und auf der anderen eine einheitlich durchgeformte Masse, das gilt potenziell für Wilhelm II. wie für den Bundespräsidenten Steinmeier, der sich befreit von den Fesseln des Gesetzes an die Spitze des Mobs gegen rechts stellt.</span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Man hat die von Bismarck im Kaiserreich eingeführte und von seinen Nachfolgern dankbar aufgegriffene Herrschaftstechnik als „negative Integration“ bezeichnet, ein soziologischer Verlegenheitsbegriff. Tatsächlich bleibt Bismarck in der vorpolitischen Ordnung des sakral überdeterminierten Krieges stecken, knüpft im Kampf gegen die katholische Minderheit, später die oppositionellen Sozialdemokraten an die Religionskriege des 17. Jahrhunderts an und führt auch im Inneren die entsprechend mobilisierte Gesinnungsgemeinschaft der Rechtgläubigen gegen die Abtrünnigen ins Feld. Einer drohenden Erschlaffung des Wählers muss durch stetiges Anfachen der Gluthitze entgegengesteuert werden. Der latente Bürgerkrieg wird zur neuen Gewohnheit und kann je nach außen- oder innenpolitischer Opportunität als Herrschaftssicherung gegen Kritik, Opposition und aufdrängende Wirklichkeit genutzt werden. Stabile politische Institutionen können sich in dieser ständigen Bedrohungsatmosphäre so wenig entwickeln wie eine Solidarität unter Landsleuten. Stattdessen werden die für jede Kriegsführung notwendigen Techniken der Feindbildproduktion, Desinformation und Massenmobilisierung entwickelt und stetig weiter professionalisiert. Auch nach 89 kehrten sämtliche Zersetzungstechniken des Unrechtsstaates in verfeinerter Form gesamtdeutsch wieder (Bärbel Bohley).</span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Den Soldaten des 9. November 1918 gelang es zwar, sich der Fortsetzung des Krieges zu verweigern, eine politische Ordnung, die dem Ansturm kriegslüsterner Demagogen gewachsen wäre, entstand aus dieser Initialzündung jedoch nicht. Menschen, die auf den Leipziger Montagsdemonstrationen 1989 die Machtfrage gestellt haben, müssen sie heute erneut stellen. Wäre es nicht langsam an der Zeit, dass die Deutschen, statt sich in einen Krieg gegeneinander hetzen zu lassen, die mehrfach angefangenen Revolutionen vollenden und jene seit über 150 Jahren ausstehende Republik gründen, die aus dem langen Schatten der Religionskriege heraustritt und nicht nur mehrere Generationen überdauert, sondern auch ein Rechtswesen einrichtet, das über die Jahre in Gewohnheit einsickern und zum guten alten Recht werden kann? Der Raum des Politischen beginnt am Ausgang des Hauses mit Blick ins Freie. Ein solches Wagnis braucht Gefährten, keine Gleichgesinnten.</span></p>
<hr>
<p>Publiziert auf: <a href="https://www.tichyseinblick.de/gastbeitrag/permanente-mobilmachung-deutschland-republik/" target="_blank" rel="noopener">Tichys Einblick</a>, <a href="https://www.tabularasamagazin.de/boris-blaha-permanente-mobilmachung/" target="_blank" rel="noopener">tabularasa Magazin</a>, <a href="https://www.weissgerber-freiheit.de/2024/02/04/permanente-mobilmachung/" target="_blank" rel="noopener">Weissgerber Freiheit</a>, <a href="https://nachhall.net/" target="_blank" rel="noopener">NACHHALL</a>, <a href="https://wir-selbst.com/" target="_blank" rel="noopener">wir selbst</a> (Nr. 55, April 2024)</p>
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</p><p>The post <a href="https://www.hannah-arendt.de/2024/02/permanente-mobilmachung/">Permanente Mobilmachung</a> first appeared on <a href="https://www.hannah-arendt.de">Hannah Arendt - Der Sinn von Politik ist Freiheit</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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