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	<title>A. K. Hermann - Hannah Arendt - Der Sinn von Politik ist Freiheit</title>
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	<description>Verstehen heißt immer verstehen was auf dem Spiel steht</description>
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		<title>Mohrenapotheke und Israelkritik. Etwas zum Rassismus-Anwurf</title>
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		<dc:creator><![CDATA[A. K. Hermann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 01 Jun 2021 13:54:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hannah Arendt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In unserem Land geschieht Befremdliches. Wenn nicht gar Erheiterndes. Apotheken mit dem schönen Namen „Zum Mohren“ wird die Umbenennung nahegelegt.&#160;Der Name sei rassistisch. Rassismus ist Abwertung und Ausgrenzung von Menschengruppen „anderer“ äußerer Erscheinung.&#160;Eifernde Anti-Rassisten und Protagonisten der Umbenennung zeigen ein... <a class="more-link" href="https://www.hannah-arendt.de/2021/06/mohrenapotheke-und-israelkritik-etwas-zum-rassismus-anwurf/">Weiterlesen &#8594;</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>In unserem Land geschieht Befremdliches. Wenn nicht gar Erheiterndes. Apotheken mit dem schönen Namen „Zum Mohren“ wird die Umbenennung nahegelegt.&nbsp;Der Name sei rassistisch. Rassismus ist Abwertung und Ausgrenzung von Menschengruppen „anderer“ äußerer Erscheinung.&nbsp;Eifernde Anti-Rassisten und Protagonisten der Umbenennung zeigen ein bedauernswertes Maß an historischer Kenntnislosigkeit. Hier betreffend: das „Mohr“-Symbol. Abwertung? Der „Mohr“, im Kontext von Heilung, ist eindeutig positiv besetzt.</p>
<p><strong>Aber wenn der Mohr weg muss: </strong>warum dann nicht auch gleich weiter reinigen und säubern? Das hat Tradition in unserem Land. Ächtet das heutige „Einsatzkommando“! Es hat eine mörderisch rassistische Vergangenheit. Verbrennt alle Karl-May-Ausgaben: Rassist, sächsisch! Schleift unsere Burgen und Schlösser! Feudalherren waren nicht selten „rassistische“ Anführer von Kriegen gegen anders Aussehende. Und fräst die „rassistischen“ Hakenkreuze weg, auf deutschen Kirchenglocken…etc. etc.<span id="more-1240"></span></p>
<p>Wegfräsen, Abreißen, Namensänderung? Man muss Geschichte, zunächst einmal die eigene, ertragen können. Nicht gedenkend und kranzniederlegend. Sondern begreifend und erkennend.</p>
<p><strong>Zur„Israelkritik“. </strong>Eine weitere Bühne der „Rassismus“-Verdammung. Es gibt etwa 200 Staaten in der Welt. An vielen Staaten wird Kritik geübt. Russland, Türkei, China: niemand stört sich an kritischen Kommentaren. Gibt es eine eingespielt festgezurrte „Chinakritik“? Israel jedoch: immer erst einmal „Israelkritik“.&nbsp; Ungehörig, ungezogen, unmoralisch. Nun die Verstärkung: mittels des penetrant betulichen Rassismus-Anwurfs.</p>
<p>Er zielt auch auf den demokratisch fundierten Protest gegen die offensichtlich widerrechtliche Besatzungs(romantisierend: „Siedlungs“)-Politik des Staates Israel. Nur vom demokratischen Protest ist hier die Rede. So verweisen amnesty international, treffend, auf “Institutionalisierte Diskriminierung“, und die palästinensische Gruppe addameer, ebenso treffend, auf den „Settler Colonialism“.</p>
<p>Der demokratische Protest gegen die Politik des Staates Israel wird häufig als „antisemitisch“ bezeichnet. Eine schwerwiegende Anklage. Antisemitisch ist nichts anderes als anti-jüdisch. Der pseudo-wissenschaftlische Begriff „Anti-Semitismus“ stammt aus der Zeit des Bismarckschen Deutschen Reiches, um 1880; er sollte die bürgerlich-traditionale – stets hoch-idealistisch geschmückte -antijüdische Ausgrenzung salonfähig machen.</p>
<p><strong>Jüdisch-demokratisch. </strong>So nennt sich der Staat Israel. Ein deutscher Staat hat sich „volks-demokratisch“ (also doppelt volks-bestimmt) genannt. Wozu diese Qualifizierungen? Wozu muss Demokratie eingeengt werden? Weil so Kritik, von außen, im Namen allgemein anerkannter Menschenrechte, leichthin und pathetisch abgetan werden kann: denn sie geht, im Fall Israel, auf das Spezifikum „Jüdisch“ nicht ein.</p>
<p>Die Generalvokabel „Jüdisch“ macht den Staat Israel unangreifbar.&nbsp;Von daher: wer den Staat Israel in Frage stellt, attackiert „die Juden“. Siehe das Märchen vom Hasen und vom Igel. Der Igel ist immer schon da. Der Hase – nämlich die demokratische Anfrage – kann nur verlieren.</p>
<p>Die von unseren Medien gepflegte Igelposition zeigt sich – man muss genauer hinsehen – in der Schlagzeile einer deutschen Zeitung: „Gegen jeden Antisemitismus – Solidarität mit Israel“. Man beachte: „jeden“. Impliziert: Israelkritik ist anti-jüdisch, apriori. Hase erledigt, Kritik am Boden.</p>
<p><strong>Was ist „Jüdisch“? </strong>Ethnie? Religion? Recht unscharfe Kategorien. Definitionen fehlen. Es wird mit Paradewörtern wie Heiliges Land, König David, Auserwähltsein etc. operiert. Aber Staatsbürger Israels sind Israelis. Sollte im Pass etwas anderes stehen? Es gibt eine hohe Anzahl von Palästinensern: sind die keine Israelis? Wenn ich nach Israel reise: besuche ich da „meine Juden“ oder „meine Israelis“?</p>
<p>Israelkritik unterliegt dem gewerbsmäßigen „Ja-aber“-Verdikt. Der deutsche Regierungssprecher, kürzlich: „Friedliche Demonstrationen gegen die Politik Israels sind in Deutschland möglich.“ Ja, ist es denn wahr. Nun weiter Sprecher: A b e r&nbsp; sie müssen diese und jene Bedingung erfüllen. Muss die Bedingungsschraube immer wieder -&nbsp; und wieder und wieder und, Gott behüte, bis in alle Ewigkeit - aufs Neue angezogen werden? Gibt es die Bedingungsschraube für irgendein anderes Land? Man nenne es.</p>
<p>„Die Sicherheit der Juden in Deutschland ist Staatsbürgerpflicht“: Forderung einer führenden deutschen Zeitung. Das ist die „deutsche Staatsräson“, verordnet, nichts weniger als Bismarckisch majestätisch, von der Kanzlerin. Haben wir jemals, in der Geschichte der BRD, in irgend einer Sache, etwas von hochtrabender Staatsräson gehört?</p>
<p><strong>Staatsräson, pragmatisiert. </strong>Wenn ich, als Kapitän des Seenotkreuzers „Staatsräson“, drei Menschen in Not sehe, und keiner schwenkt die Israelflagge, frage ich da: „Hallo, hier Staatsräson, wer von Ihnen ist Jude? Ich bin Staatsbürger, zuständig für Ihre Sicherheit, hier ist Ihr Rettungsring.“</p>
<p>Nein, den Rettungsring kriegt d e r Mensch (m/w/d), welcher dem Ertrinken am nächsten ist. Das ist down-to-earth Mitmenschlichkeit. Die ist unteilbar.</p>
<p>Nachtrag vom 03.06.: Die Grüne Jugend fordert die Umbenennung eines Ortes in SH: <strong>Negernbötel</strong>. Der Namensbestandteil Neger könne als “rassistisch” verstanden werden. – Wie ist ein solcher Fehlgriff möglich? Die Realität: Plattdeutsch. Nah, neger, neegste – nah, näher, nächste. Dieses Bötel (Büttel) liegt also – mit Bezug auf einen dritten Ort – näher als ein anderes Bötel. – Was sich im tugendhaft “antirassistischen” Vorstoß der Gr. J. offenbart, ist nicht weit entfernt vom traditionalen deutsch-idealistischen Reinheitsdrang. Sprachforscher Wilhelm Grimm, 1847: “reine deutsche Sprache, Ausmerzung von Unkraut und Ungeziefer”. Alldeutscher Verband, 1917: “Reichssprachamt für die Reinigung unserer Sprache”. Bücherverbrennung, 1933: “reiner Ausdruck deutschen Volkstums”. – Den Grünen, wenn sie weiterhin Bestand haben wollen, wäre eine Politik des demokratischen Pragmatismus, nicht aber des aufdringlich hergeholten Moralismus zu empfehlen.</p>
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		<title>Neues vom Stuhlkreis. Integration, Offenheit, Toleranz; und: Gewalt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[A. K. Hermann]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 22 Mar 2021 16:47:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Flüchtlinge]]></category>
		<category><![CDATA[Gut & Böse]]></category>
		<category><![CDATA[Moral]]></category>
		<category><![CDATA[Verfassung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Kürzlich fand eine Veranstaltung namens “Integrationsgipfel” statt. In Deutschland, März 2021. Thema: Integration von Migranten in deutsche Gesellschaft und Kultur. Die deutsche Bundeskanzlerin hat, vom Gipfel her, einheimische Deutsche zu Offenheit und Toleranz gegenüber migrantischen Mitbürgern aufgerufen. Sie hat für... <a class="more-link" href="https://www.hannah-arendt.de/2021/03/neues-vom-stuhlkreis-integration-offenheit-toleranz-und-gewalt/">Weiterlesen &#8594;</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Kürzlich fand eine Veranstaltung namens </span><span class="tm6">“</span><span class="tm6">Integrationsgipfel</span><span class="tm6">”</span><span class="tm6"> statt. In Deutschland, März 2021. Thema: Integration von Migranten in deutsche Gesellschaft und Kultur. </span><span class="tm6">Die deutsche Bundeskanzlerin hat, vom Gipfel her, einheimische Deutsche zu Offenheit und Toleranz gegenüber migrantischen Mitbürgern aufgerufen. Sie hat für Zusammenhalt</span><span class="tm6"> und </span><span class="tm6">Zivilgesellschaft plädiert; gegen Hass und Gewalt. Aus dem Nebeneinander müsse ein Miteinander werden - das erinnert an den Stuhlkreis, in der Kita.</span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Und eins fällt auf. Der Sache nach geht es um zwei soziale Gruppen. Ankömmlinge, Einheimische. Der Aufruf zum wohligen Miteinander jedoch richtet sich - nur - an die Einheimischen. </span></p>
<p class="Normal tm5"><strong><span class="tm7">Warum wird nicht auch den Ankömmlingen, sogenannten Flüchtlingen</span><span class="tm7"> -</span><span class="tm7"> naseweis ausweichend: “Geflüchteten”</span> <span class="tm7">- , Offenheit und Toleranz anempfohlen? </span></strong><span id="more-1211"></span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Es sind, zunächst einmal, durchaus nicht Flüchtlinge, die hierher kommen. Es sind, nach Asylgesetz § 3, schlicht </span><em><span class="tm8">Ausländer</span></em><span class="tm6">. Diese können die </span><span class="tm6">“</span><em><span class="tm8">Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft</span></em><span class="tm6">”</span><span class="tm6"> - und damit das Asyl - mit Verweis auf fünf definierte Arten der Verfolgung </span><em><span class="tm8">beantragen</span></em><span class="tm6">. </span><span class="tm6">Asylrecht ist Antragsrecht, mehr nicht. </span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Das vom deutschen - vom zeremonial erkenntnislosen “Gedenken” an jüngere deutsche Geschichte belasteten - </span><span class="tm6">“</span><span class="tm6">Flüchtlings</span><span class="tm6">”</span><span class="tm6">-Idealismus so unermüdlich wie realitätsfern beschworene </span><span class="tm6">“</span><span class="tm6">Recht auf Asyl</span><span class="tm6">”</span><span class="tm6"> gibt es nicht. </span><span class="tm6">Und das theatralisch dargebotene </span><span class="tm6">“</span><span class="tm6">Kirchen-Asyl</span><span class="tm6">”</span><span class="tm6"> mag “christlich” sein, was immer das sein soll: jedenfalls ist es grundgesetzwidrig. </span></p>
<p class="Normal tm5"><strong><span class="tm7">Man richte den Blick vom Stuhlkreis-Gipfel doch einmal nach Dänemark. </span></strong><span class="tm6">Zur dänisch gipfellosen, erfrischend pragmatischen, </span><em><span class="tm8">down-to-earth </span></em><span class="tm6">Bewältigung der Migration. Will jemand behaupten, dass DK ein undemokratisches Land ist? </span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Deutsche Stuhlkreis-Appelle und Gipfel-Worte werden verhallen, solange nicht die Ankömmlinge auf ihre nun einsetzende </span><em><span class="tm8">Grundgesetz-Bindung</span></em><span class="tm6">, inbesonders an Art. 3 - </span><span class="tm6">“</span><span class="tm6">Gleichberechtigung von Frau und Mann</span><span class="tm6">”</span><span class="tm6"> - nüchtern, verpflichtend, eindringlich hingewiesen werden. </span></p>
<p class="Normal tm5"><strong><span class="tm7">Deutlich so schon an der deutschen Grenze! </span></strong><span class="tm6">Wo, unbestreitbar sachgemäß, auch das gesamte Antrags/Aufnahme/Abweisungsverfahren abgewickelt werden muss. </span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Es ist an der Zeit, eben die - wohlfeil gescholtene - “Bürokratie”, die </span><em><span class="tm8">Antrags</span></em><span class="tm6">dimension des Asylverfahrens, zu verdeutlichen. Asyl! Übersetzt: Freiheit von Beraubung, oder Bedrohung, des Lebens. </span><span class="tm6">Diese Wirklichkeit wird weithin nicht zur Kenntnis genommen. Von Politik und Medien nicht. Von wohlmeinenden “Flüchtlings”-Hilfstruppen nicht. Von Migranten schon gar nicht. </span><span class="tm6">Nach wie vor, und primär, geht es - wenn man, etwa als kühne “Kapitänin” und Retterin aus angeblicher “Seenot”, Recht und Ordnung zu achten sich herablassen würde - um </span><em><span class="tm8">nachzuweisende</span></em><span class="tm6"> lebensbedrohliche </span><em><span class="tm8">Verfolgung</span></em><span class="tm6">. Das ist alles.</span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Die vielbeschworene “Mitmenschlichkkeit” muss demokratisch begründet sein. Idealische deutsche Männer, keine “Nazis”, sind unter der Flagge “deutschen Menschentums” in Polen und Russland eingefallen. </span></p>
<p class="Normal tm5"><strong><span class="tm7">Wozu denn haben wir das Grundgesetz? </span></strong><span class="tm6">Die GG-Bindung hat strikte Priorität. Gegenüber jeder Form locker feiernder, ahnungslos naiver, kläglich ahistorischer, lächerlich kniefälliger </span><span class="tm6">“</span><span class="tm6">Buntheit</span><span class="tm6">”</span><span class="tm6"> und </span><span class="tm6">“</span><span class="tm6">Vielfalt</span><span class="tm6">”</span><span class="tm6">. Und gegenüber allen mitgebrachten, meist als sakrosankt </span><span class="tm6">“</span><span class="tm6">religiös</span><span class="tm6">”</span><span class="tm6"> vorgeführten Schriften, Sitten und Gebräuchen. Religion? Nichts als ein - hochfragwürdiges und, Gott sei Dank, veränderbares - Kulturprodukt. </span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Wenige Tage vor dem Stuhlkreisgipfel hat ein deutsches Gericht einen Migranten zu sieben Jahren Haft verurteilt - wegen Vergewaltigung. Schreckliche Untaten dieser Art, begangen von Migranten, sind nicht selten. Nun aber die verquere Logik des deutschen Flüchtlingsidealismus, vorgebracht bereits Silvester 2015/16, Domplatte Köln: auch einheimische deutsche Männer sind ja Vergewaltiger. </span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Richtig. Falsch dagegen: die aus dieser Erkenntnis folgende, häufig </span><span class="tm6">“</span><span class="tm6">statistisch</span><span class="tm6">”</span><span class="tm6"> abgesicherte </span><em><span class="tm8">Relativierung und Verharmlosung </span></em><span class="tm6">migrantischer Gewalttaten.</span></p>
<p class="Normal">
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		<title>Deutsche Eigenheit oder Bunte Vielfalt? Eine Nach-Corona-Frage</title>
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		<dc:creator><![CDATA[A. K. Hermann]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 14 Feb 2021 17:52:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hannah Arendt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es häufen sich Meldungen von Fragen, die “Nach Corona” anzugehen sind. Hier eine weitere Frage. Sie lautet: demokratisch deutsche Eigenheit oder unverbindlich weltläufige Buntheit und Vielfalt? In Varietate Concordia: in Vielfalt geeint. Das Motto der EU. Man hat dabei an... <a class="more-link" href="https://www.hannah-arendt.de/2021/02/deutsche-eigenheit-oder-bunte-vielfalt-eine-nach-corona-frage/">Weiterlesen &#8594;</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Es häufen sich Meldungen von Fragen, die “Nach Corona” anzugehen sind. </span><span class="tm6">Hier eine weitere Frage. Sie lautet: demokratisch deutsche Eigenheit oder unverbindlich weltläufige Buntheit und Vielfalt?</span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6"><strong>In Varietate Concordia</strong>: in Vielfalt geeint. Das Motto der EU. Man hat dabei an Vielfalt als Zusammenwirken verschiedener nationaler Eigenheiten gedacht. So wie ja die Menschheit aus Menschen in ihren jeweiligen Eigenheiten besteht. Ohne Eigenheiten keine Gemeinschaft. </span><span class="tm6">Impliziert, in der EU-Concordia, ist die gemeinsame Basis der nationalen Eigenheiten: die Demokratie.</span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Die Wirklichkeit der Eigenheiten und das Kriterium der Demokratie sind der B&amp;V-Ideologie fremd. Weltfremdes Motto: Alles ist gut. Traumhaft entspannt.&nbsp;Ausgelassen bummelnd. Endlos feiernd.</span><span id="more-1198"></span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6"><strong>Nationale - und damit kulturelle Eigenheiten</strong> - zeigen sich, in Europa und andernorts, jetzt und im historischen Rückblick, in der Politik im allgemeinen - Hannah Arendt: “Der Sinn von Politik ist Freiheit” -, sodann etwa auch in der Frau/Mann-Beziehung, in Formen der Familie, im Verhältnis zu Nachbarnationen, und insgesamt, seit einigen Jahrhunderten, im Fortschritt und/oder in der oft “religiös” begründeten und damit menschenfreundlicher Kommunikation entzogenen Unterdrückung von Demokratie.</span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">&nbsp;</span><span class="tm6">Demokratie, Grundgesetz, Eigenheit: deutsch. Die dokumentarische Grundlegung deutscher demokratischer Eigenheit ist das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland vom 23. Mai 1949. </span><span class="tm6">Die zwei zentralen GG-Bestimmungen sind: Ausschluss männlicher Objektivierung der Frau (Art. 3); freie Entfaltung des einzelnen Menschen in der Gemeinschaft (Art. 2).</span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Von daher: passgerecht, für <strong>deutsche Eigenheit, für deutsche Kultur, im Sinne des GG</strong>, können nicht, wie bunt und vielfältig vorgeführt auch immer, durchweg alle - habituell undefinierten und unweigerlich, über die Jahrhunderte, mainstream-getreuen - “Religionen” und Sitten und Gebräuche sein, welche in deutsche Kultur mitgebracht und mittels aufgesetzter “Toleranz” beherbergt werden.</span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Die verantwortungslos eigenheitsabwehrende Allerwelts-Toleranz gegenüber Neu-Ankömmlingen, in Deutschland, hat zu schrecklichen Untaten geführt. Man ging und geht - relativierend „statistisch“ - darüber hinweg. </span><span class="tm6">Der umstandslos, in weltläufigem Gut-Sein, noch vor institutionaler Kontrolle zum “Flüchtling” oder, gewieft ausweichend, zum “Geflüchteten” geweihte Migrant -&nbsp;nämlich der “Ausländer“ (so, profan, das Asylgesetz) - muss als Agent erkenntnislos zeremonialer Tilgung deutscher Schuld erhalten und bemuttert werden.</span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6"><strong>Im Zentrum deutscher Eigenheit: der Grundgesetzpatriotismus</strong>. Ein deutscher Innenminister, Georg Maier, Thüringen, hat kürzlich den Mut aufgebracht - ja, man muss hier tatsächlich von Mut sprechen -, für einen spezifisch deutschen Patriotismus,“Verfassungspatriotismus”, zu werben. </span><span class="tm6">Dieser müsse sich als Stärkung grundgesetzgeschützter Institutionen - voran die Polizei - auswirken. </span><span class="tm6">Ein erfreulich demokratisches und handfest pragmatisches - nämlich eigenständig deutsches und geradezu institutionenbejahendes - Bekenntnis.</span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Vorherrschend, in heutiger deutscher Beliebigkeitskultur, ist das anti-institutionale Ressentiment, die blanke Geschichtslosigkeit, die vollmundige Grenzenlosigkeit; und da passt, so haargenau wie haarsträubend, die Ankündigung, heute, im vollen lockdown, eines gigantischen “Volksfests” (hartnäckig überlebendes Erbe deutscher Feudalherrschaften), in einer deutschen Landeshauptstadt, für den Herbst 2021, weil nämlich dann - so das auch schon im Hinblick auf das “Fest”, Weihnachten 2020, vorgebrachte Armuts-Argument - die heute allgenwärtige Corona irgendwie magisch “christlich” des Platzes verwiesen sein wird.</span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6"><strong>FCK CPS!</strong> Wenn man, habituell, wie nicht wenige deutsche Medien und Politiker, nahezu McCarthy-haft (jede Bundestagssitzung beherrscht, mehr oder minder, vom Gespenst deutscher Vergangenheit), die grundwichtige Institution “Polizei”, generell, mit wohlfeil moralismusschweren Anwürfen - Nazis, Faschisten, neuerdings Hass &amp; Hetze (demnächst als GG-Amendment?) sowie, endgültig vernichtend, “AfD” - zu bedenken nicht müde wird, dann darf man sich nicht wundern, wenn solchermaßen staatlich legitimierte Mitbürger in unseren Städten bekennerische Wandaufschriften wie “FCK CPS” zu hinterlassen sich hochmoralisch bevollmächtigt und buntpädagogisch ermächtigt fühlen.</span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Ein Symbol patriotisch deutscher Eigenheit: Kyffhäuser oder Hambach? Als Verehrungsobjekt des grundgesetzlich gesicherten Patriotismus - demokratisch deutscher Eigenheit also -, führt der thüringische Innenminister das Kyffhäuserdenkmal, an. In Thüringen, nahe Nordhausen. </span><span class="tm6">&nbsp;</span><span class="tm6">Da allerdings ist Zweifel angebracht. Ein Monument - eingeweiht 1896 - zur Ehrung eines im fragwürdigen Sinne preußischen Feudalherrschers? Eines konstitutiv antidemokratischen, hart durchgreifenden Militärführers? Eines - widerwillig deutschen - Alleinherrschers, mit dem längst schon inhaltsleeren Titel “Deutscher Kaiser”?</span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">&nbsp;</span><span class="tm6">Nämlich Wilhelm I. Er regierte, über die Preußen hinaus, die Deutschen von 1871 bis 1888. Als “Kartätschenprinz“ hatte er sich in der hochherrschaftlichen Niederschlagung des demokratischen Aufstands (“Wohlstand, Bildung, Freiheit für alle”), in Baden, 1849, hervorgetan. 27 Todesurteile wurden vollstreckt.</span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Ein führender Kreis der Aufständischen war der “Club des entschiedenen Fortschritts”. Ein deutscher, ein hoffnungsvoller Name. Mitglieder, u.a.: Mathilde Franziska Anneke, Friedrich Engels, Carl Schurz, Wilhelm Liebknecht. Wahre Patrioten. Große Demokraten. Wo bleibt da die heutige FDP, eine Nachfolgerin des “Club“ von 1849? Sie propagiert “Digital-Freiheitszonen“. -</span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Kann aber nun das massiv antidemokratische Preußentums-(Kyffhäuser-) denkmal grundgesetzpatriotisch sein? Nein.</span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Echt<strong> patrotische Mahnmale: aus deutscher Demokratiegeschichte</strong>? Ja. Da wäre doch, zunächst, die Schlossruine Hambach bei Neustadt an der Weinstraße - Hambacher Fest 1832, “Wiege der deutschen Demokratie”, Massenandrang frohgemuter Demokraten schwarz-rot-gold gekleidet, bei Glockenläuten, Böllerschießen, Freudenfeuer - vorzuziehen. </span><span class="tm6">Sodann auch, natürlich, die Paulskirche in Frankfurt/M., 1848/49 Ort des ersten deutschen, wenn auch weiterhin repressiver Oberaufsicht anhänglichen Parlaments. </span><span class="tm6">Und schließlich das Weimarer Nationaltheater - Enstehungsort der demokratischen Verfassung von 1919. - Und da sind wir wieder in Thüringen.</span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6"><strong>Deutsche Eigenheit, deutscher Grundgesetzpatriotismus, deutsche Kultur</strong>: diese Dreiheit! Und nicht an schwärmerischer Buntheit und substanzloser Vielfalt sollte sie sich orientieren, sondern an den wenigen historischen Augenblicken mutig gewagter deutscher Demokratie - etwa an jenem großartig deutschen Club des entschieden demokratischen Fortschritts, im Revolutionsjahr 1849.</span></p>
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		<title>Widerstand aus Zweiter Hand. Über den entschlossen heroischen Anti-Nazismus</title>
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		<dc:creator><![CDATA[A. K. Hermann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 29 Dec 2020 09:45:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Antifaschismus]]></category>
		<category><![CDATA[Gut & Böse]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Droht uns nun zusätzlich auch der Deutsche Bürgerkrieg? Es scheint so. Man achte auf heute gängige anti-faschistisch/-nazistische Sprachfiguren.&#160; “Ein Dorf steht auf.” So, emphatisch, die Lokalzeitung. Sie berichtet seit längerem über ein dörfliches Netzwerk. Es propagiert Aufmarsch, Aufstand, Widerstand: eine... <a class="more-link" href="https://www.hannah-arendt.de/2020/12/widerstand-aus-zweiter-hand-ueber-den-entschlossen-heroischen-anti-nazismus/">Weiterlesen &#8594;</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p class="p1">Droht uns nun zusätzlich auch der Deutsche Bürgerkrieg? Es scheint so. Man achte auf heute gängige anti-faschistisch/-nazistische Sprachfiguren.<span class="Apple-converted-space">&nbsp;</span></p>
<p class="p1"><b>“Ein Dorf steht auf.” </b>So, emphatisch, die Lokalzeitung. Sie berichtet seit längerem über ein dörfliches Netzwerk. Es propagiert Aufmarsch, Aufstand, Widerstand: eine recht heroische Kampfposition, dreifach entfaltet. Zudem ist man entschlossen: ein Glanzwort deutscher Gewaltkultur der 20er bis 40er Jahre des 20. Jahrhunderts. Weitere Ansagen der Widerstandsgruppe: Hirn ein, Nazis raus! Bunte Vielfalt, braune Einfalt!<span class="Apple-converted-space">&nbsp;</span></p>
<p class="p1"><b>Was ist Buntheit und Vielfalt? </b>Das bleibt unklar. Der Widerstand ist „zivilgesellschaftlich” sanktioniert: d. h. staatlich und kirchlich genehm und gefördert. Zielgruppe: (Neo-)Nazis und (Neo-)Faschisten - die Braunen. Gemeint ist die NPD. Die Braunen verschanzen sich, so monieren die Bunten, im abseits vom Dorf gelegenen braunen Heim. Dort, so stellen die Bunten fest, werden Sonnwend- und Erntefeste gefeiert, Pläne geschmiedet, Kontakte hergestellt. Es wird “konspiriert”. Nachweise der Konspiration legen die Bunten nicht vor. <span class="Apple-converted-space">&nbsp;</span><span id="more-1185"></span></p>
<p class="p1"><b>Eine Widerstandsaktion</b>. Sechs oder neun (6 oder 9) Braune marschieren durchs Dorf. Verfolgt von ca. 350 Bunten. Alle beschützt von einem geradezu spektakulären Polizei-Aufgebot. Schon bald Rückzug der Braunen ins Hauptquartier. Sieg der Bunten. Lokalzeitung: “Die Glocken haben geläutet.”<span class="Apple-converted-space">&nbsp;</span></p>
<p class="p1"><b>Die Präsenz der Faschisten, im Rückzugsnest, ist</b> <b>“unerträglich”. </b>So klagen<span class="Apple-converted-space">&nbsp;</span>die Bunten vom dörflichen Widerstand. Der Innenminister soll eingreifen. Das befremdet. Obrigkeitshörige Aufständische? Was kann die Exekutive tun? Das braune Heim ist abgesichert; das Bundesamt für Verfassungsschutz erklärt die NPD für verfassungsfeindlich, nicht aber für verfassungswidrig.</p>
<p class="p1"><b>Der anti-faschistische Widerstand, heute, ist Widerstand aus zweiter Hand. </b>Ein nachgeholter, im Rückblick als heroisch imaginierter Widerstand. In Wirklichkeit ein vom heutigen Staat, von der Grundgesetz-Demokratie, bequem behütetes Schaustück. Man meint, heute, sich im Jahre ‚44 zu befinden, reinen Tisch zu machen, und die NPD als Hort leibhaftiger Nazis, SS-Einsatzgruppenführer, KZ-Schergen zu enttarnen - wenn doch der Aufstand aus erster Hand, der echte, gegen den mörderisch deutschen, heute so aufdringlich wie uninformiert “faschistisch” genannten Staat scheitern musste.<span class="Apple-converted-space">&nbsp;</span></p>
<p class="p1">Wir befinden uns, heute, im demokratischen Deutschland. Nicht im Nazismus, nicht im Faschismus. Die Titel „Nationalsozialismus“ und „Faschismus“ sind gebunden. Sie können, grundsätzlich, nur auf den Zeitraum 1920 bis 1945 angewendet werden -<span class="Apple-converted-space">&nbsp; </span>Faschismus primär auf Italien: auf die männerbündische (fascio, das Bündel) Paradekultur jener Jahre. Die hat die spezifisch deutsche Ausrottungskultur nicht mitgemacht.</p>
<p class="p1">Die echten Aufständischen, damals, konnten an keinen Innenminister appellieren. Die “Komplizenschaft” (Hannah Arendt) der deutschen Gesellschaft - des deutschen „Volkes“ - war nahezu total: genährt nämlich von der spezifisch deutschen, aus dem deutschen Absonderungs-Idealismus des 19. Jahrhunderts, aus der Kultur der Reinen Menschlichkeit, entstandenen völkischen Reinheit, völkischen Sittlichkeit, bis zur völkisch legitimierten Vernichtung und Ausrottung des Schmutzes, des Ekels, des undeutschen Materialismus.</p>
<p class="p1"><b>Volk, völkisch, Volksgemeinschaft. </b>Das war die Ideologie des deutschen Ausrottungsnationalismus. Es ist die Ideologie des Nationaldemokratismus. Deswegen ist aber die NPD nicht Nazismus und Faschismus. Der Grundbegriff, in beiden Fällen, ist völkisch. Die Gefahr, heute, ist völkisch; nicht aber faschistisch. „Völkisch“: das impliziert die Vorstellung einer„ethnischen“ Gleichartigkeit. Das Wort éthnos - Schar, Gruppe - sagt aber nichts über Gleichartigkeit. Die Volksgemeinschaft ist eine Schimäre. Es gibt die Gesellschaft. Sie ist die Gemeinschaft. Die Grundlage der deutschen Gesellschaft ist ausschließlich das Grundgesetz von 1949. NPD- Politik, so das Parteiprogramm, gründet jedoch „im Geist des deutschen Idealismus“. Da ist die NPD an den falschen Geist geraten: den Kleingeist des (Herderschen) Volkstums, der unbarmherzigen (Kantischen) Pflicht, des (Goethe/Schillerschen) Reinmenschentums etc. etc. - man lese deutsche Feldpostbriefe 1941/42 - bis zur hämischen Ausgrenzung und finalen Säuberung im Großdeutschen Reich.<span class="Apple-converted-space">&nbsp;</span></p>
<p class="p1">Das gibt es nicht mehr. Wir leben in der GG-Demokratie. NPD ist nicht NS/SS/KZ. Die NPD als Nazipartei beschwören: das heißt den völkisch-idealistischen Terror,‚33 bis ‚45, verharmlosen. <span class="Apple-converted-space">&nbsp;</span></p>
<p class="p1"><b>Zwei Bezugspunkte: NS, GG</b>. Der Bezugspunkt des heutigen, des heraufbeschworenen, imaginären, des aufgedonnert bunten Widerstands ist negativ. Nämlich das Böse, das omnipräsente Gespenst NS/KZ/SS, ahistorisch, versteinert, sakral. Man geht, abgesichert, polizeilich behütet, gegen das Böse vor: und verschafft sich damit ein gutes Gefühl.</p>
<p class="p1">Der Bezugspunkt dagegen der Demokratie, heute, ist bejahend, ist das Grundgesetz von 1949, insbesondere Art. 3 bis 1 - in dieser Reihenfolge. Von hier aus ist die NPD, und sind die “Rechten“, hier und in allen unseren Nachbarstaaten, rundherum, von DK über PL, CZ, A, CH, F, L, B, bis NL, zu beurteilen. - „Rechts?“ Das ist: Volk, Reinheit, Idealismus - und, nicht zu vergessen, „Männlichkeit„. Die völkische Viererbande. Ihr, nicht aber imaginierten „Braunen“, gilt es entgegenzutreten.<span class="Apple-converted-space">&nbsp;</span></p>
<p class="p1"><b>Das Pack und die Menschenfeindschaft</b>. Der Braun-besessene, entschlossen heroische, der deutsch-idealistische Widerstand, aus Zweiter Hand, ist müßig. Es ändert sich nichts. Oder vielmehr: NPD, AfD, Pegida, und weiteres „Pack“ werden weiteren Zulauf haben - solange von Politik, Medien, Ämtern, Schulen sowie eklatant widerchristlich „weltverändernden“ Kirchen zur generösen Entgrenzung, zur selbsterhebenden Rettung, zum aufgesetzten FeiernGenießenEntspannen, zur haltlosen Weltläufigkeit, zum gouvernantenhaften Ein-Zeichen-Setzen sowie, neuerdings, zum Aufstand gegen eine global wuchernde „Menschenfeindschaft“ - ein Mode-Artikel der Firma V &amp; B, welcher, im Kreise von ca. 200 Ländern der Welt, nur in D ein Verkaufsschlager sein kann - aufgerufen und ermuntert und angefeuert wird. Armes Deutschland.<span class="Apple-converted-space">&nbsp;</span></p>
<p class="p1"><b>Was tun? Das Eigene - im Rahmen deutscher Geschichte und Kultur. </b>Nur die Erkenntnis des Eigenen kann zur Änderung führen. Was wir brauchen, ist nicht eine happy-go-lucky Vielfalt &amp; Buntheit, und ist erst recht nicht ein stimmungsvolles Gedenken ohne handfeste Erkenntnis.<span class="Apple-converted-space">&nbsp;</span></p>
<p class="p1">Was wir brauchen, ist die Anerkennung einer deutschen (ja, schlicht deutschen), von allen Parteien getragenen Kultur des Eigenen, der Eigenheit und Eigengesinnung, einschließlich vorbehaltloser Wahrnehmung eigenverschuldeten Terrors, unabdingbar im Rahmen einer mörderisch idealistischen deutschen Geschichte - einer Geschichte, die zum<span class="Apple-converted-space">&nbsp; </span>Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland von 1949 geführt hat.<span class="Apple-converted-space">&nbsp;</span></p>
<p class="p1">Das heute alles beherrschende, völlig ahistorisierte, nahezu hysterische Zeremonium der Nazi-Verdammung muss außer Betrieb genommen werden. Es führt zu pathetischen Koalitionsverweigerungen und zu vollmundig empörten Rufen nach Satzungs- und Sitz-Änderungen in Parlamenten. Der theatralisch antifaschistische jedoch erkenntnislose „Widerstand“ fördert nicht eine gesellschaftsstärkende deutsche Eigenheit, sondern den Protest der als lachhaft „braun“ Vorgeführten. Der Protest, wiederum, müsste aufgefangen und, nach GG-Maßgabe und Verfassungsschutz-Kriterien, in die Gestaltung der Gesellschaft eingebracht werden. Nicht aufnahme-geeignet wäre, in jedem Fall, die Kategorie „Volk“.<span class="Apple-converted-space">&nbsp;</span></p>
<p class="p1"><b>Grundgesetz-compliance!</b> Das Vermeiden völkisch motivierter Ausgrenzung kann aber nicht heißen, fremde Kulturen - auch „Religion“ und „Glaube“ sind nichts als Kultur -, unbefragt zu empfangen und dem tönernen Beifall durchs Dorf marschierender Buntheit &amp; Vielfalt zu überlassen. Eine solide und anhaltende Überprüfung der GG-compliance, der Passung (speziell: Art. 3), von Zuwanderern - insbesondere solcher, die dazu neigen, von vornherein „Heilige“ Schriften und darauf beruhendes Verhalten über das GG zu stellen - ist unerlässlich. Solange in deutschen Medien, bunt &amp; vielfältig, vom „Ehren-Mord“ berichtet wird, als sei das eben ein Mord aus Ehre, folkloristisch abzuhaken unter „Sitten und Gebräuche„, solange wird das Deutsche GG, unsere Eigenheit, unsere Ehre, missachtet.</p>
<p class="p1"><b>Schließlich</b>: <strong>die Antifa</strong>! Unterstützt wird virulent antinazistische Buntheit &amp; Vielfalt von der Antifa, der Antifaschistischen Aktion: Schwarze Schar, wild entschlossene Befreier der Frau, Lützow´sche Jäger unserer Zeit; einst KPD-Eingreiftruppe, gegründet 1932. Der Dorf-Bürgermeister: “Die Antifa gehört nicht zu den Verfassungsfeinden, ist nicht vergleichbar mit der NPD.” Diese Antifa nun setzt sich ein, recht erfreulich, für Solidarität und freie Gesellschaft, und gegen die “patriarchale Kultur“. Eine Drohung in der Selbstvorstellung ist aber bedrückend: “Faschistische Täter haben Namen und Adressen.”<span class="Apple-converted-space">&nbsp; </span>Wie bitte ? Man möchte das zuständige Antifa-Kommando ersuchen, den Satz zu streichen.</p>
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		<title>Corona und der Gute Hirte. Etwas über Christen und Menschen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[A. K. Hermann]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 13 Jul 2020 16:11:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hannah Arendt]]></category>
		<category><![CDATA[allmacht und ohnmacht]]></category>
		<category><![CDATA[Angst]]></category>
		<category><![CDATA[gott]]></category>
		<category><![CDATA[re-ligio]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Deutschland, Mitte 2020. Corona schlägt zu, erneut. Ziel: hochprekäre Wohnanlagen, zweifelhafte Fleischfabriken. Zahl der Infizierten: steigt erneut. Und wieder: Maske, Abstand, Hände waschen. Auftritt EKD. Evangelische Kirche in Deutschland. Körperschaft des öffentlichen Rechts. Wie die Handwerkskammer. EKD: grundgesetzlich eine „Religionsgesellschaft“.... <a class="more-link" href="https://www.hannah-arendt.de/2020/07/corona-und-der-gute-hirte-etwas-ueber-christen-und-menschen/">Weiterlesen &#8594;</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Deutschland, Mitte 2020. Corona schlägt zu, erneut. Ziel: hochprekäre Wohnanlagen, zweifelhafte Fleischfabriken. Zahl der Infizierten: steigt erneut. Und wieder: Maske, Abstand, Hände waschen. </span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Auftritt EKD. Evangelische Kirche in Deutschland. Körperschaft des öffentlichen Rechts. Wie die Handwerkskammer. EKD: grundgesetzlich eine „Religionsgesellschaft“. Eine „christliche“. Für die „seelische Erhebung“. </span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">&nbsp;</span><span class="tm6">So das Grundgesetz. Was aber ist mit Religion und Erhebung gemeint? Manches deutet, heute, auf einen peinlich unchristlichen Event-Zeremonialismus sowie auf einen dia-bolisch antichristlichen Hang zur „Weltveränderung“ hin. </span><span id="more-1070"></span></p>
<p class="Normal tm5"><strong><span class="tm7">Maske, Abstand, kräftig Waschen: </span></strong><span class="tm6">das genügt der christlichen - traditionell seit gut 1600 Jahren an staatliche Regierungen gekoppelten - Religionsgesellschaft nicht. Sie empfiehlt, in der Krise, unter dem www-Titel „Hinweise zum Coronavirus“, die Beherzigung eines Spruchs. Dieser wird im Älteren Teil des Fundamentalbuchs der „Christen“ aufbewahrt. </span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">&nbsp;</span><span class="tm6">Titel des Spruchs: „Der Gute Hirte“. Gemeint ist eine für Mitglieder der EKD grundwichtige, jedoch strikt undefinierte Erscheinung - ein Objekt (?), eine Person (?), eine Erfahrung (?) namens „gott“, auch „Herr“ und „Allmächtiger“. </span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Das dem Corona-Bann der EKD dienende Zitat lautet: „Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.“ EKD: „Das hilft gegen Panik und Überreaktion. Es ist die beste Voraussetzung, jetzt das Richtige zu tun, um Gefahren für die Zukunft zu vermeiden.“</span></p>
<p class="Normal tm5"><strong><span class="tm7">Aber wer ist dieser Hirte? </span></strong><span class="tm6">Was ist seine Heilungskraft? Wie wirkt seine Hirtenqualität sich auf mein Vorsorgeprogramm aus? Wie verhilft er zum „Tun des Richtigen„? Maske, Abstand, Händewaschen: genügt das nicht? </span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Kirchenchristlichkeit strebt, konstitutiv, </span><em><span class="tm8">höher</span></em><span class="tm6"> hinaus. Sie strebt in ein - nicht existentes - „Jenseits“. Das pragmatische Dasein, in alltäglicher Mit-Menschlichkeit, genügt nicht. </span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Dazu G. E. Lessing, im „Nathan“, 1779, über die Kirchenchristen: „Ihr Stolz ist Christen sein, nicht Menschen.“ - Baruch Spinoza, im Theologisch-Politischen Traktat, 1670: nichts anderes lehrt das Grundbuch der Christen, „als was die Menschen in ihrer bestimmten Lebensweise nachahmen können.“ - Schön auch J. G. Droysen, in der Historik, 1882: die Kirche strebt danach, „für den Pragmatismus der menschlichen Dinge immer neue Wunderwirkungen Gottes und seines unerforschlichen Ratschlusses zu substituieren.“ - </span></p>
<p class="Normal tm5"><strong><span class="tm7">Zuständig für Religion, Glaube, Kirche: die Historische Kulturwissenschaft. </span></strong><span class="tm6">Religion ist Produkt von Geschichte, Kultur, von Dasein. Aus dem Menschsein kommen wir nicht heraus. Im Jahre 14 u.Z. etwa gibt es auf der ganzen Welt keinen einzigen Christianós, Anhänger der kulturellen Leitfigur Christós, des Gesalbten. Im Jahre 140 u. Z. aber gibt es viele Christianói. Christsein ist eine historische Erscheinung. Kirche (von kyriakón, zum Herrn, Kýrios, gehörig) fällt nicht vom Himmel. </span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Ohne die Wahrnehmung der Entstehungszeit der Herrengruppen in hellenistisch-judaiischer Kultur - 1. bis 4. Jahrhundert, Ende des überlieferten kósmos, Angst und Verzweiflung, Wechsel zu den Figuren des Einen Gottes und des Christós Kýrios - kann niemand ein Christianós sein. - Im übrigen: aus der Sicht der Historischen Kulturwissenschaft ist diese Figur, und sind die Verfasser jener frühen Christóstexte, auch der Paulus, als leibhaftig existent nicht nachzuweisen. </span></p>
<p class="Normal tm5"><strong><span class="tm7">pístis, Vertrauen. </span></strong><span class="tm6">Glauben, pístis, pistía, in den Kýriostexten und schon bei Heraklit, pisteía, um 500 v.u.Z., ist </span><em><span class="tm8">nur</span></em><span class="tm6"> zu verstehen als ein menschliches Verhalten namens </span><em><span class="tm8">Vertrauen. </span></em></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">In EKD-Sicht dagegen, dargelegt im online-Beitrag, ist Glauben eine Kategorie des Wissens und Nichtwissens, ja </span><em><span class="tm8">gesteigerten</span></em><span class="tm6"> Nichtwissens: EKD-Glauben ist „</span><em><span class="tm8">mehr als das Gegenteil von Wissen“</span></em><span class="tm6">. Mehr als? Grenzenlos erkenntnislos? Glauben als Feind - impliziert mindergradiger - „wissenschaftlicher Erkenntnisse“ und „intellektueller Überlegungen“? </span></p>
<p class="Normal tm5"><em><span class="tm8">Intellektuell! </span></em><span class="tm6">Gottbehüte. In deutscher Kultur und Geschichte, auch Kirchengeschichte, ein offen gewaltträchtiges Ausgrenzungswort. </span></p>
<p class="Normal tm5"><strong><span class="tm7">tatriatauta. </span></strong><span class="tm6">Die zentrale Botschaft, das kérygma der kýrios-Texte, ist 1 Kor 13.13: ta tria tauta, diese drei, pístis, elpís, agápe. Vertrauen, Hoffnung, Verbindlichkeit. (Die gängige agápe-Übersetzung, „Liebe“, passt nicht.) - Grundlegend: pístis.</span></p>
<p class="Normal tm5"><strong><span class="tm7">re-ligio, Rücksicht. </span></strong><span class="tm6">Auch nichts weiter als mit-menschliches Verhalten. re-ligio kommt von „rem ligare“. Eine Sache binden, zurückhalten. In Rücksicht auf das Interesse des Anderen: ein </span><em><span class="tm8">humanes</span></em><span class="tm6"> - dem „Tätigen Da-Sein“ (Hannah Arendt, The Human Condition) inhärentes - Verhalten: Gewissenhaftigkeit. So übersetzt der Historiker Jacob Burkhardt das Wort re-ligio. </span></p>
<p class="Normal tm5"><strong><span class="tm7">Von daher: </span></strong><span class="tm6">der Heilige Geist, </span><em><span class="tm8">pneuma hágion</span></em><span class="tm6">? Nichts anderes als der Gute Lebenstrieb, der Schopenhauersche „Wille zum Leben“. - Ewiges Leben? </span><em><span class="tm8">tsoé aiónios</span></em><span class="tm6">: nicht das törichte Trugbild vom Leben nach dem physischen Tode, sondern </span><em><span class="tm8">das zeitlich geschlossene</span></em><span class="tm6">, bruchlose Leben, ein aión nach dem anderen, hier, jetzt. - Sünde? Nichts anderes als </span><em><span class="tm8">hamartía</span></em><span class="tm6">, Verfehlung; kann wiedergutgemacht werden, alltäglich, über das </span><em><span class="tm8">tatriatauta</span></em><span class="tm6">. - Vergebung? </span><em><span class="tm8">áphesis</span></em><span class="tm6">: stockmenschlich. - Und Erbarmen, </span><em><span class="tm8">éleos</span></em><span class="tm6">, erhalte ich - Mensch unter Menschen -, „weil ich unwissend gehandelt habe, im Misstrauen“: </span><em><span class="tm8">apistía</span></em><span class="tm6">, 1 Tim 1.13. Usw., usw.</span></p>
<p class="Normal tm5"><strong><span class="tm7">Atheistisch? </span></strong><span class="tm6">Auch so eine kirchliche Ausgrenzung. A-Theismus folgt aus Theismus. Aber warum sich auf den Theismus einlassen, warum sich vom theós her definieren lassen? Haben Theisten die Definitionshoheit? Wer Diesseits sagt, impliziert Jenseits. Jenseits von was? Wer sich auf eine tapfere „Innerweltlichkeit“ beruft, der sanktioniert eine schimärische „Außerweltlichkeit“. Was ist denn „inner-weltlich„? Was ist „trans-zendent“, über-steigend? </span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Warum die heutige humanistische Diskussion eines „Neuen Atheismus“? Wieso nennt man sich selbst gott-los: A-theistin, Atheist? Und wiederum: was ist „gott“? Soll man sich vom Konstrukt „gott“ her bestimmen und herumkommandieren lassen: als ungehörig, als Ketzer? Umgotteswillen: als „</span><em><span class="tm8">Intellektueller</span></em><span class="tm6">? Warum nicht, umgekehrt, den Theismus als A-Humanismus erkennen? </span></p>
<p class="Normal tm5"><strong><span class="tm7">Glaube, was ist das? </span></strong><span class="tm6">Frage, neulich, in einer Runde der vom Guten Hirten Betreuten. Antwort: „Jesus hat mich erlöst. Das ist mein Glaube.“ Glaube als Abbruch von Kommunikation. - Was nun? pístis, elpís, agápe. Maske, Abstand, Hände waschen: ta tría tauta. - Und soeben noch handfeste Definition „gott“ gefunden. Von einem </span><em><span class="tm8">hardcore</span></em><span class="tm6"> „Intellektuellen„! James Joyce, Ulysses (1922): „</span><span class="tm6">He jerked his thumb towards the windows, saying: That is God.- What? Mr Deasy asked. - Answer: A shout in the street.</span><span class="tm6">”</span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">éleos und áphesis u</span><span class="tm6">nd amén Corona! </span></p>
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		<title>Zeichen setzen, Flagge zeigen. Über die NS-getriebene deutsche Staatsmoral</title>
		<link>https://www.hannah-arendt.de/2020/02/zeichen-setzen-flagge-zeigen-ueber-die-ns-getriebene-deutsche-staatsmoral/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[A. K. Hermann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 25 Feb 2020 07:41:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Das Politische]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Gesetz]]></category>
		<category><![CDATA[Moral]]></category>
		<category><![CDATA[Totalitarismus]]></category>
		<category><![CDATA[Verfassung]]></category>
		<category><![CDATA[Welt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Deutsche Medien berichten täglich über das deutsche Ein-Zeichen-Setzen. Berichte sind weithin zustimmend; nicht selten bei Überschreitung der Grenze zwischen Bericht und Meinung. Zeichen setzen, auch Flagge zeigen, heißt Einsatz für die den Deutschen von maßgebenden Stellen des Staates anempfohlene Basismoral:... <a class="more-link" href="https://www.hannah-arendt.de/2020/02/zeichen-setzen-flagge-zeigen-ueber-die-ns-getriebene-deutsche-staatsmoral/">Weiterlesen &#8594;</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Deutsche Medien berichten täglich über das deutsche Ein-Zeichen-Setzen. Berichte sind weithin zustimmend; nicht selten bei Überschreitung der Grenze zwischen Bericht und Meinung.</p>
<p>Zeichen setzen, auch Flagge zeigen, heißt Einsatz für die den Deutschen von maßgebenden Stellen des Staates anempfohlene Basismoral: Staatsmoral. Name: Wir-dürfen-keine-Nazis-sein. Die Nazis sind das Böse. Wir zeigen uns dem Herrn, damit er am Ende über uns urteilen wird. Wir sind die Guten. Wir lassen urteilen, aber wir urteilen nicht selbst. Wir sind Kinder und wollen es bleiben - im Haus des Herrn.</p>
<p><strong>Staatsmoral: Negativmoral, deutsch. </strong>Wir pflegen unseren Staat, unsere Gesellschaft, unmittelbar, auf dem Grunde der Verneinung des Bösen.<span id="more-1033"></span></p>
<p>Die Negativmoral, das Kein-Nazi-Sein, zeigt sich, in der Sprache des Einzeichensetzens, als: Buntheit und Vielfalt, Erlebnis, Toleranz, Miteinander, Bereicherung; als: Grenz-Überschreitung, Welt-Offenheit, Welt-Veränderung. Auch:&nbsp; Anstand, Aufstand der Anständigen, Widerstand.</p>
<p>Als Nazis werden vorgeführt: die Rechten. Die Populisten, Rassisten, Faschisten.&nbsp; Braunes Pack, brauner Sumpf, braune Horden, brauner Mob. Kennzeichen der Nazis, aus Sicht der Staatsmoral und des Zeichensetzens: Hass und Hetze; Rassismus, Ausgrenzung, Fremdenhass, Menschenverachtung.</p>
<p><strong>Das Böse ist hier. </strong>Auffälliges Merkmal der Staatsmoral: deutsche Rechte, heute, in Zeichensetzerperspektive, <em>sind</em> die Nazis, <em>sind </em>die Faschisten. <em>Unmittelbar</em>. Rechts-Sein ist Nazi-Sein. <em>Wir leben in Nazi-Deutschland. Die Nazis sind unter uns</em>.&nbsp; Brandstifter, hassend, hetzend, braun, rassistisch. NS-Gauleiter, KZ-Schergen, SS-Obersturmbannführer. Peiniger der Deutschen; hier, heute. Peiniger überwinden? Da müssen wir gut sein: fröhlich, bunt, erlebnisbereit, weltoffen, grenzoffen, bereichernd. Sommermärchen, 2006; Migration, seit 2014; Seenotrettung (Seenot? Rettung?), 2020. Das ist die Nazi-getriebene, vom Bösen her bestimmte - negative, abgeleitete, sekundäre - deutsche Staatsmoral: Sollbuch-Moral.</p>
<p><strong>Die Freisprechung der Deutschen mittels der Nazis. </strong>Die Nazigetriebene Sollbuchmoral zehrt vom verdinglichten Trio des Schreckens: NS/KZ/SS. Heutige „Erinnerung“? Erkenntnislos. Heutiges „Gedenken“? Sakralisiert, zeremonialisiert. „Terrorstätten des NS-Regimes“? Terrorstätten der Deutschen. Aber das&nbsp; „Menschheitsverbrechen“! Großtopos des Zeichensetzens. „Menschheit“:&nbsp;&nbsp; Freisprechung der Deutschen. Staatsmoral: Allerweltsmenschheit, touristisch, locker&nbsp; <em>geschichtsfern</em>. Die Nazis machen es möglich. Nazis: Erlebnis und Schauder. Böse, geschichtslos, gesichtslos, verharmlost. Eingefallen, 1933, von irgendwoher, in Deutschland; verschwunden, 1945, irgendwohin. Mit deutscher Kultur haben die nichts zu tun.</p>
<p>Deutsche Kultur, damals, ist das in offene Gewalt umschlagende, seit der Französischen Revolution von westlicher Zivilisation sich „<em>absondernde</em>“ (Friedrich Schiller) idealische deutsche Menschentum: Reinheit, Volk und Sittlichkeit; gegen Materialismus, Schmutz, Dreck, Ekel, Bazillen und Unsittlichkeit. Von daher, am Ende: Aufräumen, Fortschaffen, Ausrotten, Vernichten. Im Namen einer erzdeutschen „Befreiungs“-Bewegung namens „Nationaler Sozialismus“. Weithin unter aktiver Mitarbeit, nicht in bloßer „Verstrickung“, deutscher Gesellschaft: geheiligt als „Volk“.</p>
<p><strong>Aber Geschichte wiederholt sich nicht</strong>. Die Nazis leben nicht mehr. Der Aufstand der Zeichensetzer geht fehl. Die Anständigen irren. „Aufmarsch der Rechten“ in Deutschland, heute, ist nicht Nazi-Aufmarsch. „Nazi“: ein <em>besetzt</em>er, ein historisch gebundener Begriff. Wir leben nicht im Großdeutschen Reich. Wir leben in der Bundesrepublik Deutschland. Wir leben in deutscher <em>Eigenheit</em>; so wie Niederländer in niederländischer, Polen aber in polnischer Eigenheit leben. Wir leben innerhalb deutscher <em>Grenzen</em>, deutscher <em>Gesetzlichkeit</em>, deutscher <em>Zivilität</em>; civis: der Bürger.</p>
<p>Deutsche Eigenheit wird belastet, das ist richtig, von heutiger <em>Volks</em>-Ideologie: das deutsche Volk als reine Einheit. Romantisch, sich abschottend; in der völkischen Wagenburg. Hier, <em>heute, </em>Protest einlegen<em>: das</em> sollte das Ziel deutschen Zeichensetzens sein. Alle deutschen Nachbarn haben ihre Völkischen. So etwa DK, PL, F, NL. Deutschland: völkisch umzingelt. Das heißt aber nicht: von Nazis umzingelt. Wer heute, staatsunterstützt, die „Nazis“ am Werk sieht, neigt zur Verharmlosung vergangener deutscher Ausrottungskultur: NS/KZ/SS.</p>
<p><strong>Der wahre Bezugspunkt der Demokratie. </strong>Der Hinweis auf Demokratie und Gesetzlichkeit, auf <em>Grenzen</em>, auf <em>Eigenheit</em> und <em>Zivilität</em>, ist kein „Fremdenhass“.</p>
<p>Warum muss, in Deutschland, nach Vorgabe des Zeichensetzens, die Begründung von Demokratie negativ, vom Bösen, von der Vergangenheit her, erfolgen? Im Bezug auf eine bequem un-deutsche, nämlich als “nazistisch” etikettierte Widermenschlichkeit? Die deutsche Demokratie muss positiv begründet werden, von heute her. Wahrer Bezugspunkt: Grundgesetz, von 1948. Gleiches Recht für Frau und Mann; Entfaltung in der Gemeinschaft; Achtung des Willens zum Leben. Das sind die ersten drei GG-Artikel. Wer sie - völkisch, „religiös“, antifaschistisch - nicht einzuhalten bereit ist, zeigt sich als Anzweifler deutscher GG-Zivilität. Diese funktioniert.</p>
<p>Erst vom positiven Referenzpunkt, von der GG-Zivilität her, kann dann das gesamt-deutsch völkische Vernichtungsunternehmen in einer früheren deutschen Gesellschaft begriffen werden.</p>
<p><strong>Ein Wort zum Rassismus. </strong>Dem zeichensetzenden Draufgängertum gilt Skepsis gegenüber der Migration als „Rassismus“. Ist das nicht ein veralteter Begriff?</p>
<p>Es geht doch nicht um Hautfarbe und Kopfform. Sondern um <em>kulturelle</em>, mit dem GG partout nicht vereinbare, oft anmaßend als sakrosankt „religiös“ tabuisierte <em>Eigenheiten</em>. Solange deutsche Medien, erbärmlich „tolerant“, den ehrlosen Begriff „Ehrenmord“ einsetzen; solange, mittels unbefragter „Religion“eine männliche, über die Bekleidung vermittelte Herabstufung der Frau als gottgegeben gilt („Das ist mein Glaube“); solange aber auch, das sei schleunigst beigefügt, ein seit ca. 1800 Jahren unvermeidbar hiesiger, <em>konstitutiv frauenfeindlicher </em>Männerbund, „allgemeingültig“ (kat-holisch) genannt - nebst „Protest“-Abzweigung -, ungefragt, unlegitimiert vom GG, fachlich nicht ausgewiesen, als höchste moralische Autorität für uns Deutsche gelten soll: solange wird das Grundgesetz, wenn auch salbungsvoll, in Frage gestellt; und wird die Zivilität missachtet.</p>
<p><strong>Ein Hauch von Weimar</strong>! <strong>Schon einmal! </strong>Das sind die Gruß-Formeln, und Groß-Formeln, des Nazigetriebenen Zeichensetzens. Wir leben nicht im Großdeutschen Reich, 1941. Auch nicht in jener - zeichensetzend - heruntergemachten Republik, 1931. Es häufen sich heute vergangenheitsbelastete Verweigerungsschwüre. Sandkastenhaft. Thüringer Wahl: “Keine Kooperation mit Nazis“. Und auch nicht - mit? „Faschisten“! Und: „Das wurde uns schon einmal vorgeführt.“ Und: “Ein Hauch von Weimar liegt über der Republik.“ Absageformeln, aus dem zeichensetzenden Gruselkostümverleih.</p>
<p>Wer von heutigen Nazis redet, von Weimar heute, der verkennt den deutsch idealischen Terror, damals, das gewaltmoralistische Wegsperren, das Aufräumen, das Morden, das Wegschaffen, nach Osten, im Namen fahnenschwingenden „Deutschen Menschentums“; deutschvölkisch. Und richtig: es gibt, <em>heute</em>, schreckliche Gewalttaten, völkisch motiviert. Es gibt aber auch, in der GG-Kultur, Institutionen, die über Demokratiepassung oder -nichtpassung von Einzelnen und von Parteien zu befinden haben. Warum werden nicht, angesichts jener Taten, anstatt gut eingeführte Trotzformeln („Wir lassen uns nicht …“) vorzuführen, auf einen Schlag, und noch heute, wenn´s recht ist, und für den Anfang, 16.000 Polizeistellen, 16.000 Statsanwaltsstellen und 16.000 Richterstellen geschaffen (für jedes Bundesland: 1000); es ist ja auch Geld da, in Milliardenhöhe, für obskure Beratertätigkeiten, bei diversen Regierungsstellen.</p>
<p>Nichts passiert. Wen wundert da der Zulauf zu einer vom Sollbuch der Anständigen so heroisch wie sandkastenhaft gemiedenen Schmuddelkindpartei?</p>
<p><strong>Die Krise. </strong>Es könnte sein, dass wir uns, in Deutschland, in der Krise befinden. <em>krisis</em>: Zwiespalt, Scheidung, Zerrissenheit. Das ist bedrückend. Zwiespaltpartner könnten, annähernd, unter „Eigenheit“ einerseits und, nun ja, „Weltoffenheit“ andererseits subsumiert werden. Vielleicht gibt es einen Weg der Mitte.</p>
<p><strong>Auftritt Hannah Arendt. </strong>Thema: Unmittelbares Urteil. Die Krise, sagt HA, verlangt von uns “unmittelbare Urteile”. Die Krise nämlich “wird zu einem Unheil erst, wenn wir auf sie mit schon Geurteiltem, also mit Vor-Urteilen antworten. Ein solches Verhalten verschärft nicht nur die Krise, sondern bringt uns um die Erfahrung des Wirklichen und um die Chance der Besinnung, die gerade durch sie gegeben ist.” (Zwischen Vergangenheit und Zukunft. Übungen im politischen Denken. München 1994. 1: 1968, Between Past and Future.)</p>
<p>Das Vorurteil, heute, in Deutschland, staatsmoralisch, zeichensetzend,&nbsp;&nbsp; krisenverschärfend: Deutschland ist Naziland. Dagegen die Erfahrung des Wirklichen, das <em>unmittelbare</em> Urteil: Deutschland ist Grundgesetzland. Das ist heutige deutsche <em>Eigenheit</em>. Das ist der einzig wahre Referenzpunkt. Für die Demokratie, die Zivilität. Das ist der Weg der Mitte. Zwischen Eigenheit und Weltoffenheit.</p>
<p>Von da aus, vom <em>positiven</em> Standpunkt, können wir dann zurück blicken - nicht sakral erinnernd, gedenkend, sondern handfest <em>erkennend</em> - in eine Zeit furchtbar gewaltsamer deutscher Kultur und Geschichte.</p>
<p>The post <a href="https://www.hannah-arendt.de/2020/02/zeichen-setzen-flagge-zeigen-ueber-die-ns-getriebene-deutsche-staatsmoral/">Zeichen setzen, Flagge zeigen. Über die NS-getriebene deutsche Staatsmoral</a> first appeared on <a href="https://www.hannah-arendt.de">Hannah Arendt - Der Sinn von Politik ist Freiheit</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>599 Judenkinder. Etwas über Nazis und Deutsche</title>
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		<dc:creator><![CDATA[A. K. Hermann]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 29 Dec 2019 11:50:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Das Politische]]></category>
		<category><![CDATA[Hannah Arendt]]></category>
		<category><![CDATA[Totalitarismus]]></category>
		<category><![CDATA[Westen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Heute, in Deutschland, wird viel über die Nazis gesprochen. Die Nazis waren Deutsche. Das ist Thema dieses Beitrags. Von Deutschen ermordet: sechs Millionen Juden. Das ist unvorstellbar. Von Deutschen ermordet: 599 Judenkinder. Das ist entsetzlich. Im Sommer 1941 ziehen Gruppen... <a class="more-link" href="https://www.hannah-arendt.de/2019/12/599-judenkinder-etwas-ueber-nazis-und-deutsche/">Weiterlesen &#8594;</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Heute, in Deutschland, wird viel über die Nazis gesprochen. Die Nazis waren Deutsche. Das ist Thema dieses Beitrags. </span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Von Deutschen ermordet: sechs Millionen Juden. Das ist unvorstellbar. Von Deutschen ermordet: 599 Judenkinder</span><span class="tm6">. </span><span class="tm6">Das ist entsetzlich. </span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Im </span><span class="tm6">Sommer 1941 ziehen Gruppen </span><em><span class="tm7">entschlossen </span></em><span class="tm6">deutscher Männer, kameradschaftlich verbunden, durch Litauen und weitere Landstriche im </span><span class="tm6">“Ostraum“: so deutsche Wahrnehmung, damals. </span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Die Kameraden, mit Dienstgraden wie Hauptsturmführer oder Polizeiwachtmeister, sind tätig auf Weisung höchster politischer, administrativer, militärischer Stellen der Deutschen. Weisungsterminologie: Rache, Säuberung, Ausrottung, Vernichtung. Objekt: Der Jude. Im jüdisch kommunistischen, im jüdisch unreinen, unsittlichen, verdreckten, verlausten, im - höchstgradige Verdammung - </span><em><span class="tm7">materialistischen</span> </em><span class="tm6"> Ostraum. </span><span id="more-1008"></span></p>
<p class="Normal tm5"><strong><span class="tm8">“</span><span class="tm8">Geheime Reichssache</span><span class="tm8">”</span></strong><span class="tm6">: Bericht einer Rache</span><span class="tm6">gruppe</span><span class="tm6"> über </span><span class="tm6">“</span><span class="tm6">Säuberungsarbeit</span><span class="tm6">” im Ort </span><span class="tm6">Kedainiai, Litauen, 28. August 1941 - </span><span class="tm6">“</span><span class="tm6">710 Juden, 767 Jüdinnen, 599 Judenkinder</span><span class="tm6">”</span><span class="tm6">. </span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Kedainiai 1941. 599 Judenkinder. Mordobjekte damaliger gesamtdeutsch </span><span class="tm6">alltäglicher Stigmatisierung jüdischen Daseins. Ein Blick in die Stigma-Sprache, in die Nomenklatur deutscher Säuberung, eingefleischt populär seit langer Zeit, deutsch humorig, auch kirchenchristlich geduldet: Judenschwein und Judenhure; </span><span class="tm6">Judenbengel, Judenlümmel; Schmutz und Kot und Ungeziefer; Bazillen, Eiter, Maden Würmer; Ekel, Zersetzung und Untermensch; verderbt und entartet und Aussatz und Krätze und Juda verrecke! </span></p>
<p class="Normal tm5"><strong><span class="tm8">NS/KZ/SS. </span></strong><span class="tm6">Die deutschen Strategen, die deutschen Exekutoren deutscher Feldzüge der Rache und Säuberung, Feldzüge gegen </span><span class="tm6">“</span><span class="tm6">Den Juden</span><span class="tm6">”</span><span class="tm6">, Feldzüge des heroisch um sich schlagenden deutschen Anti-Materialismus - in Litauen und in weiteren Gegenden Europas, in den 30er und 40er Jahren des 20. Jahrhunderts -, werden heute in Deutschland, auffällig häufig, in Medien, Politik und Wissenschaft, durchweg undefiniert, als </span><span class="tm6">“</span><span class="tm6">Der NS</span><span class="tm6">“</span><span class="tm6"> oder </span><span class="tm6">“Die </span><span class="tm6">Nazis</span><span class="tm6">”, a</span><span class="tm6">ls gespenstische Agenten des Bösen, die Deutschen heimsuchend, als schauriges Trio NS/KZ/SS, als Nazismus, Nazi-Barbarei, Nazi-Deutschland, Nazi-Schergen, Nazi-Diktatur, Nazi-Regime, sowie faustballend </span><em><span class="tm7">entschlossen</span></em><span class="tm6"> als </span><span class="tm6">“</span><span class="tm6">Nazis aufs Maul</span><span class="tm6">”</span><span class="tm6"> oder </span><span class="tm6">“</span><span class="tm6">No borders, fight Nazis</span><span class="tm6">”</span><span class="tm6"> oder </span><span class="tm6">“</span><span class="tm6">Nie wieder Faschismus</span><span class="tm6">”</span><span class="tm6"> vorgeführt und ausgestellt und deutschem Kummer nahegelegt. </span></p>
<p class="Normal tm5"><strong><span class="tm8">Kultur. </span></strong><span class="tm6">Gleichzeitig wrden sie, die niederdrückend Präsentierten, die Täter, geschichtswissenschaftlicher Erkenntnis, nämlich unerlässlicher Einordnung in den weiteren Raum deutscher Kultur des 19. und 20. Jahrhunderts, über das magische Jahr 1933 hinaus, nahezu programmatisch entzogen. </span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Kultur ist das gesellschaftliche Wertesystem im Gange der Geschichte. </span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Wie die Täter, so bleiben weithin auch die Gemordeten, unter ihnen die 599 Judenkinder, historisch-kultureller Einordnung vorenthalten. Man überlässt sie einem nicht näher spezifizierten, erkenntnisfernen, sakral vereinnahmten </span><span class="tm6">“</span><span class="tm6">Gedenken</span><span class="tm6">”</span><span class="tm6"> sowie einer zeremonial absolvierten </span><span class="tm6">“</span><span class="tm6">Erinnerung</span><span class="tm6">“</span><span class="tm6"> - welche </span><span class="tm6">“nicht </span><span class="tm6">enden darf</span><span class="tm6">”: so die </span><span class="tm6">bundespräsidiale </span><span class="tm6">Bestimmung</span><span class="tm6">, 1996.</span></p>
<p class="Normal tm5"><strong><span class="tm8">Idealischer Idealismus: deutsche Rache. </span></strong><span class="tm6">D</span><span class="tm6">ie ungeheuerliche Dimension deutscher Mordskameraderie in Kedainiai, Sommer 1941, und in zahlreichen weitereren Rachefeldzüge - gegen </span><span class="tm6">“</span><span class="tm6">Den Juden</span><span class="tm6">“</span><span class="tm6">, in Europa - ist auf kurze Distanz, von 1933 oder 1918 her, schlechthin unbegreiflich. </span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Das Begreifen ist, jener weiten Dimension</span> <span class="tm6">entsprechend, nur im weiten Rückblick, bis zur frühen, zur </span><span class="tm6">“</span><span class="tm6">Großen</span><span class="tm6">”</span><span class="tm6"> Zeit des </span><span class="tm6">Deutschen Idealismus - Ende 18./Beginn 19. Jahrhundert - zu leisten. </span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Dieser spezifisch </span><em><span class="tm7">deutsche</span></em><span class="tm6"> Idealismus könnte, um ihn von anderen nationalstaatlichen Idealismen zu unterscheiden, mit einem Schillerschen Glanztopos als </span><em><span class="tm7">Idealischer</span></em><span class="tm6"> Idealismus erfasst werden. Er wandelt sich von seiner frühen Ausprägung des „Schönen und Erhabenen“ (Kant 1764, Schiller 1801) in eine staatlich koordinierte, „nationalsoziale“ Bewegung gewaltsam schöner und erhabener deutscher Rache. </span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">&nbsp;</span><span class="tm6">Idealischer Idealismus: zu erfassen nur im Kontext des un-deutsch pflichtwidrigen „Lebensgenuss“ (Kant 1788) sowie der un-deutsch „gemeinen Wirklichkeit“ und des „furchtbaren Feindes“, der gänzlich un-deutschen „Materie“ (Schiller 1795). </span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Von daher: „Der Jude“. In deutscher Wahrnehmug Repräsentant des eklig unreinen, die Deutschen bedrängenden und erniedrigenden Materialismus, des arroganten Westens, der pöbelhaften Demokratie und weltlichen Geschäftigkeit, der Zivilisation und Zivilität, später des unsittlich kommunistischen Ostens. Rache! „Der Jude“: Objekt institutionalisierter deutscher Rachekultur, 1933 bis 1945; und weit vorher.</span></p>
<p class="Normal tm5"><strong><span class="tm8">Das Volk, der Kot, die Sittlichkeit. </span></strong><span class="tm6">Hier zunächst einige Spitzentopoi des frühen - des schönen und erhabenen - Idealischen deutschen Idealismus: das deutsche Volk (Herder 1778: deutsche Volkslieder, Fichte 1807: deutsches Urvolk); der Reine Idealische Mensch und das Absondern vom verderbt un-Idealischen Westen (Schiller 1795, 1801); das Rein Menschliche (Goethe 1797); die Juden: Nation von Betrügern, </span><span class="tm6"> Vampire der Gesellschaft </span><span class="tm6">(Kant 1798); der Kot</span><span class="tm6">, in welchem die Juden</span><span class="tm6"> wohnen (Hegel, ca. 1798); sowie jüdisch-deutsche </span><span class="tm6">“</span><span class="tm6">Mischehen</span><span class="tm6">”</span><span class="tm6">, welche das </span><span class="tm6">“</span><span class="tm6">sittliche Empfinden</span><span class="tm6">”</span><span class="tm6"> verletzen (Goethe, 1823). </span><span class="tm6">…</span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Hier einige weiterführende Evokationen des Idealischen Idealismus in national-sozialer Aufräumkultur:</span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Der künftige Kanzler des Großdeutschen Reiches, 1930: aus dem deutschen Volk ist eine Organisation </span><span class="tm6">“</span><span class="tm6">der Höchstwertigen</span><span class="tm6">”</span><span class="tm6">, nämlich </span><span class="tm6">“</span><span class="tm6">des Idealismus aufzustellen.</span><span class="tm6">”</span><span class="tm6"> - Der deutsche Innenminister, 1943, vor höchstwertigen Reinigungsstrategen: wir haben, mit </span><span class="tm6">“</span><span class="tm6">unserem Idealismus</span><span class="tm6">”</span><span class="tm6">, den </span><span class="tm6">“</span><span class="tm6">Bazillus</span><span class="tm6">”</span><span class="tm6"> ausgerottet. - </span><span class="tm6">Ein deutscher Oberstudiendirektor, noch Anfang´45, in einem Brief: man möchte noch an ein Wunder glauben - „denn unmöglich können unsere Kultur und unser Idealismus dem Ansturm des vereinten Materialismus der Welt unterliegen.“ - Der bekannteste</span><span class="tm6"> Obersturmbannführer, Adolf Eichmann, 1957: </span><span class="tm6">“</span><span class="tm6">Ich war kein normaler Befehlsempfänger, ich habe mitgedacht, ich war ein Idealist.</span><span class="tm6">” Idealist, dienstlich, deutsch.</span><span class="tm6"> Banal. Wie Hannah Arendt treffend sagt (Eichmann in Jerusalem, 1963). </span></p>
<p class="Normal tm5"><strong><span class="tm8">Kein Mitleid: </span></strong><span class="tm6">auch das ist deutsch-Idealische Kontinuität. Kant, 1764: Mitleid ist </span><span class="tm6">“</span><span class="tm6">schwach, blind, tugendlos</span><span class="tm6">“</span><span class="tm6">. - Hegel, ca. 1798: das jüdische Volk </span><span class="tm6">“</span><span class="tm6">kann nicht Furcht noch Mitleiden, es kann nur Abscheu erwecken.</span><span class="tm6">”</span><span class="tm6"> - Otto Weininger, Kardinalfeind des Weibes und des Juden, beide unrein, 1903: </span><span class="tm6">”</span><span class="tm6">Mitleidsmoral</span><span class="tm6">”</span><span class="tm6">? Unmännlich. - Leiter der staatlich </span><span class="tm6">deutschen Terroranstalt</span><span class="tm6"> Dachau, 1933: Mitleid mit </span><span class="tm6">“</span><span class="tm6">Staatsfeinden</span><span class="tm6">”</span><span class="tm6"> eines Bewachers </span><span class="tm6">“</span><span class="tm6">unwürdig</span><span class="tm6">”</span><span class="tm6">. - Bericht Ausrottungsbeamter, November 1938: </span><span class="tm6">“</span><span class="tm6">unnötigerweise Mitleid mit Juden.</span><span class="tm6">“</span><span class="tm6"> - Reichskanzler, Rede vor Militärs, 1939: </span><span class="tm6">“</span><span class="tm6">Herz verschließen gegen Mitleid, brutales Vorgehen, größte Härte.</span><span class="tm6">”</span><span class="tm6"> - Oberster Verwalter, besetztes Polen, 1941: Mitleid </span><span class="tm6">“</span><span class="tm6">grundsätzlich nur mit dem deutschen Volk.</span><span class="tm6">”</span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Schließlich deutscher Soldatenbrief, 1941: </span><span class="tm6">“</span><span class="tm6">Gestalten, die man bemitleiden könnte, wenn es keine Juden wären, verhungert, verdreckt.</span><span class="tm6">”</span><span class="tm6"> Man lese weitere Feldpostbriefe. Verstörende Abwesenheit deutschen Mitleids. </span></p>
<p class="Normal tm5"><strong><span class="tm8">Exkurs: Hannah Arendt; Mitleid. </span></strong><span class="tm6">HA (Über die Revolution, 1963) scheint dem Mitleid - dem individuell applizierten, situativen Mitleid, gegenüber wem auch immer - skeptisch zu begegnen. Sie nennt es </span><span class="tm6">“</span><span class="tm6">gefühlsselig</span><span class="tm6">”</span><span class="tm6">. Ist es möglich, dass sie damit der Idealisch Kantischen Abweisung situativen Mitleidens folgt? Als tugendlos, schwach, blind, als Verletzung der </span><span class="tm6">“</span><span class="tm6">Ehre des Menschengeschlechts</span><span class="tm6">”</span><span class="tm6">? Wäre hier, dem entgegen, der </span><span class="tm6">“</span><span class="tm6">Pragmatismus der menschlichen Dinge</span><span class="tm6">”</span><span class="tm6"> (Droysen, Historik) anzuführen? Nämlich: Mitleid geht vor Ehre - und der einzelne Mensch, in seiner Angst und Einsamkeit, geht vor dem Menschengeschlecht.</span></p>
<p class="Normal tm5"><strong><span class="tm8">Deutsches Menschentum: Nationaler Sozialismus.</span></strong><span class="tm6"> Die in den 1930er und 4oer Jahren des 20. Jh. in Deutschland vorherrschende spät-Idealische Kultur wird von ihren Protagonisten als </span><span class="tm6">“</span><span class="tm6">Bewegung</span><span class="tm6">“</span><span class="tm6"> eines </span><span class="tm6">“</span><span class="tm6">Nationalen Sozialismus</span><span class="tm6">”</span><span class="tm6"> bezeichnet. Traditionsschwere Kennwörter: Idealismus, Volk und Heldentum - deutsch! Reinheit, Schönheit, Menschentum - deutsch! Ein populäres Heimatbuch, 1930, ersehnt das </span><span class="tm6">“</span><span class="tm6">Morgenrot eines neuen Aufstiegs</span><span class="tm6">“ - deutsch! G</span><span class="tm6">enau </span><em><span class="tm7">das</span></em><span class="tm6"> ist die </span><span class="tm6">“</span><span class="tm6">NS</span><span class="tm6">”</span><span class="tm6">-Triebkraft, in Idealischer Kontinuität: Morgenrot, Aufstieg, Göttlichsein. Völkischer Aktivist Edgar Jung, 1930: wir Deutschen fördern das </span><span class="tm6">“</span><span class="tm6">Näherbringen des Menschen an das Göttliche</span><span class="tm6">”</span><span class="tm6">. Philosoph Ernst Bergmann, 1933: </span><span class="tm6">“</span><span class="tm6">Deutschland, das Bildungsland der neuen Menschheit</span><span class="tm6">”</span><span class="tm6">. Philosoph Werner Sombart, 1934: begeben wir uns an das große </span><span class="tm6">“</span><span class="tm6">Reinigungswerk</span><span class="tm6">”</span><span class="tm6">. Philosoph Martin Heidegger, Vorlesung 1935, Einführung in die Metaphysik: </span><span class="tm6">“</span><span class="tm9">Russland und Amerika…trostlose Raserei …bodenlose Organisation des Normalmenschen.“ </span></p>
<p class="Normal tm5"><strong><span class="tm8">Normalmensch: Ausgrenzung, Ausschaltung, Ausmerzung! </span></strong><span class="tm6">Vorneweg </span><span class="tm6">“</span><span class="tm6">Der Jude</span><span class="tm6">”</span><span class="tm6">. Dieser, da störrisch normal, ist kein Heideggerscher Entschlossenheitsmensch. </span><span class="tm9">Das enthusiasmierte deutsche Volk hingegen, „gläubig“ den Arm hebend (war es der linke oder der rechte?), wählt die </span><span class="tm6">“</span><span class="tm6">Volkspartei des Protests</span><span class="tm6">” </span><span class="tm6">(Falter, Hitlers Wähler, 1991), und so wird, aus völkischem Protest - Protest gegen den Westen, gegen den Anstand, gegen die </span><em><span class="tm7">civility</span></em><span class="tm6"> - d</span><span class="tm6">ie rechthaberisch </span><em><span class="tm7">deutsche, </span></em><span class="tm6">die kulturelle, spezifisch Idealische „Judenfrage“ </span><span class="tm6">an die mörderische </span><span class="tm6">“</span><span class="tm6">Endlösung</span><span class="tm6">” weitergeleitet. </span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Auch andere „undeutsche“ Normalmenschen werden entfernt: säuberlich, kameradistisch. D</span><span class="tm6">ie heute häufig angeführte lässliche </span><span class="tm6">“</span><span class="tm6">Verstrickung</span><span class="tm6">“</span><span class="tm6"> blauäugig </span><span class="tm6">“</span><span class="tm6">Volkslieder</span><span class="tm6">”</span><span class="tm6"> singender Deutscher kann über die gesamtdeutsche Mordskameraderie nicht hinwegtäuschen: Hannah Arendt weist überzeugend auf die </span><span class="tm6">“</span><span class="tm6">totale Komplizenschaft des deutschen Volkes</span><span class="tm6">”</span><span class="tm6"> hin; das ist die </span><span class="tm6">“</span><span class="tm6">furchtbare Wirklichkeit</span><span class="tm6">”</span><span class="tm6"> (Organisierte Schuld; zuerst 1945, in: Sechs Essays. Die verborgene Tradition, 2019.) </span></p>
<p class="Normal tm5"><strong><span class="tm8">“</span><span class="tm8">Das NS-Regime und die Ermordung der Juden</span><span class="tm8">”</span><span class="tm8">. </span></strong><span class="tm6">So oder ähnlich, heute, die vorherrschende Darstellung Idealisch populären Aufräumens und Fortschaffens. Ein Titel wie </span><span class="tm6">“</span><span class="tm6">Deutsche, Juden, Völkermord</span><span class="tm6">”</span><span class="tm6"> (Matthäus, 2006) ist selten, nach wie vor. Deutsche? Aber es war doch das NS-Regime. Die NS-Diktatur.</span><span class="tm6"> „Nazis, aufs Maul!“</span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Nazis? Das impliziert Widerwillen des </span><span class="tm6">“</span><span class="tm6">Volkes</span><span class="tm6">”</span><span class="tm6">. Das Volk hat mehrheitlich, jedenfalls in entscheidenden Gruppen, die staatlich bestellten Aufräumer, mitsamt planmäßig militärischem Aktionismus, aufräumen und fortschaffen lassen. Man hat zugeschaut, man hat gejohlt, rein deutsch, nicht ideologisiert nazistisch, wenn die Synagogen brannten, wenn die </span><span class="tm6">Ausgemusterten,</span><span class="tm6"> mit ihren Habseligkeiten, mit verstört blickenden Kindern (Rucksack, Stofftier), vom </span><span class="tm6">“</span><span class="tm6">Sammelpunkt</span><span class="tm6">”</span><span class="tm6"> zum Bahnhof geleitet wurden, Waggons Richtung Osten: und warum nicht, warum nicht, wurde ihnen jenes bekannte christliche Balkenmahnmal, hoch aufgerichtet, schützend, warum wohl nicht vorangetragen? </span></p>
<p class="Normal tm5"><strong><span class="tm8">Grundgesetz oder Nazi-Regime? </span></strong><span class="tm6">Ist es nicht seltsam: anstatt in Fragen von grundlegender kultureller und politischer Bedeutung ausschließlich auf das unmittelbar naheliegende und - als direkte und vernünftige Reaktion auf die deutsche Sammelpunktkultur der 30er und 40er Jahre geschaffene - demokratische Grundgesetz vom 23. Mai 1949 zu rekurrieren, bleiben </span><span class="tm6">tonangebende Kreise - </span><span class="tm6">in Kirchen, Politik und Medien -, wie gebannt, wie hypnotisiert, eben bei der vom GG ausgeschlossenen Vernichtungskultur,</span> <span class="tm6">als </span><em><span class="tm7">Referenzpunk</span></em><span class="tm6">t, stehen; und halten dieses insular gehütete Stück deutscher Kultur am Leben, künstlich, museal, in </span><span class="tm6">“</span><span class="tm6">Gedenkstätten</span><span class="tm6">”</span><span class="tm6">, mittels ritualer Beschwörung des Bösen und des bequem ent-deutschten </span><span class="tm6">“</span><span class="tm6">Menschheitsverbrechens</span><span class="tm6">“</span><span class="tm6">: </span><span class="tm6">wir dürfen keine Nazis, geschweige denn Faschisten sein, Gott behüte, und das heißt, </span><span class="tm6">wir brauchen die Nazis - strafverschärfend die Faschisten -, als die Bösen, die Erzbösen, um uns, permanent, aufdringlich, moralgesättigt, als die Guten vorzuführen und zu beweisen und der ganzen Welt gegenüber, entschlossen, ein </span><em><span class="tm7">Zeichen zu setzen</span></em><span class="tm6"> und aus jedem Migranten wohlfeil menschheitlich einen </span><span class="tm6">“</span><span class="tm6">Flüchtenden</span><span class="tm6">”</span><span class="tm6"> zu machen und dann die Welt insgesamt zu verbessern und überhaupt zu </span><em><span class="tm7">verändern</span></em><span class="tm6"> und letztlich in den korrekten, nämlich </span><em><span class="tm7">entspannten</span></em><span class="tm6"> Umlauf zu bringen: siehe die eklatant antichristlich den Glauben verfehlende Kampfschrift, Käßmann/Bedford, Die Welt verändern, Was uns der Glaube heute zu sagen hat, 2016, </span><span class="tm6">…</span></p>
<p class="Normal tm5"><strong><span class="tm8">…</span><span class="tm8">und siehe treffend </span><span class="tm8">Boris Blaha, </span><span class="tm8">Betreiber des HA blog: </span></strong><span class="tm6">“Der ‚Welcome Refugees‘ Wahn hat nichts mit Gastfreundschaft zu tun. Es ist der verzweifelte Versuch, sich der </span><em><span class="tm7">Last der Geschichte </span></em><span class="tm6">auf bequemste Art zu entledigen.“ (im blog-Beitrag: </span><span class="tm10">Was heißt uns Roger Scruton lesen?) </span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Genau. Und wie denn begründen unsere Nachbarn, etwa CZ, DK, NL, PL, ihre Demokratie? Was, als </span><em><span class="tm7">Last der Geschichte</span></em><span class="tm6">, als nationale Vorzeigelast, als ihr Menschheitsverbrechen, haben sie anzubieten? Können sie denn, mit Blick auf ihre Geschichte, gar nichts identitätsstiftend Böses vorweisen? - Krämerstaaten. </span></p>
<p class="Normal tm5"><strong><span class="tm8">Rachekultur und Idealismus. </span></strong><span class="tm6">Warum aber das deutsche Festklammern am Bösen, am NS? Am Tabu-Gelände 33/45? Weil verborgen hinter dem Tabu, hinter dem Bösen, die Wahrheit ist. Erkenntnis der Wahrheit: unerträglich. </span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Wahrheit: Geburt der deutschen Rachekultur aus dem Geiste des Deutschen Idealismus. </span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Würde man das anti-faschistisch verdinglichte Böse anpacken, und auseinander nehmen, und einordnen, pragmatisch, in deutsche Kultur und Geschichte, so würde man auf den Idealischen Ursprung des </span><span class="tm6">“</span><span class="tm6">NS</span><span class="tm6">”</span><span class="tm6"> stoßen: man müsste sich von der tradierten </span><span class="tm6">“</span><span class="tm6">Größe</span><span class="tm6">”</span><span class="tm6"> jener Idealischen Zeit verabschieden, zumindest sich distanzieren; das aber ist unmöglich: alle Goethe-Institute, global, müssten umbenannt werden. </span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Karl-May-Institut? K. M. soll ein früher antifaschistischer Sinnsucher gewesen sein.</span></p>
<p class="Normal tm5"><strong><span class="tm8">Sinn? </span></strong><span class="tm6">Zum Sinn spätidealisch deutscher</span> <span class="tm6">Ausrottung äußert sich Hannah Arendt. Sie sagt (Nach Auschwitz, 1989): kein Sinn. </span><span class="tm6">“</span><span class="tm6">Ausschweifungen</span><span class="tm6">”</span><span class="tm6"> der Mordanstalten</span><span class="tm6">: “</span><span class="tm6">vollendete Sinnlosigkeit</span><span class="tm6">”</span><span class="tm6">. Aber, sagt HA, wenn wir von der damaligen </span><span class="tm6">“</span><span class="tm6">Ideologie</span><span class="tm6">“</span><span class="tm6"> der Deutschen ausgehen, dann haben wir den Sinn. Richtig. Nur sollte </span><span class="tm6">“</span><span class="tm6">Ideologie</span><span class="tm6">”</span><span class="tm6"> durch </span><span class="tm6">“</span><span class="tm6">Kultur</span><span class="tm6">”</span><span class="tm6"> ersetzt werden. Die Deutschen sind, entgegen Verstrickungsthese, weder ideologisiert noch indoktriniert worden. NS-Kurse im Volksbildungsheim? Es war alles schon da. Idealische Todesboten </span><span class="tm6">“</span><span class="tm6">Deutschen Menschentums</span><span class="tm6">”</span><span class="tm6"> im verlausten Ostraum waren wohlgemut der Überzeugung, sinnvoll zu handeln: s. Feldpost, etwa Kipp, </span><span class="tm6">“</span><span class="tm6">Großreinemachen im Osten</span><span class="tm6">”</span><span class="tm6">, 2014. </span></p>
<p class="Normal tm5"><strong><span class="tm8">Der Generalfeldmarschall. </span></strong><span class="tm6">Ein Paradedokument sinnvoll Idealischen Mordens ist der Befehl eines deutschen Generalfeldmarschalls zur Zeit der Eröffnung der totalen Mordsaison, Ende 1941, zur Zeit des Säuberungsberichts aus dem Ostraum</span><span class="tm6">,</span><span class="tm6"> aus Kedainiai: 599 Kinder, weg, fort. </span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Es ist nun angebracht, so der deutsche GFM, </span><span class="tm6">“</span><span class="tm6">den Sinn für den gegenwärtigen Kampf wachzurufen</span><span class="tm6">”. Hier ist er, der Sinn. Der schlicht </span><em><span class="tm7">deutsche</span></em><span class="tm6"> Sinn; nicht der trügerische, der exkulpatorische „NS“-Sinn. Deutscher Idealismus, angekommen in endgültiger deutscher Kampfkameraderie, und dort, „völkisch“, zu Hause. Völkisches Mordsvokabular im Befehl des deutschen GFM: </span></p>
<p class="Normal tm5"><em><span class="tm7">„Vernichtungskampf. Erbarmungslose Ausrottung. Geschichtliche Aufgabe. Jüdisches Untermenschentum. Entartete Weiber. Unerbittliche völkische Idee.“ </span></em></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Das ist deutscher Sinn, damals. Als Warnung, heute, vor schwärmerischer Verfälschung von Geschichte in Heldentat und Großdeutschland. Als bescheiden pragmatische, nicht vermummt „antifaschistische“ Abweisung jeder heutigen „völkischen Idee“. Als Beitrag zur </span><em><span class="tm7">erkenntnis-, </span></em><span class="tm6">nicht erinnerungsgeleiteten Bewältigung, schließlich, von: Holocaust und Shoah. </span></p>
<p class="Normal tm5"><strong><span class="tm8">Holocaust? Shoah</span></strong><span class="tm6">?</span><span class="tm6"> Vollständiges Opfer, Großes Unheil. Wer hat geopfert, und wen? Wer hat Unheil gestiftet? Keine Antwort. Schweigend verharren sie: Shoah, Holocaust, steinern, zeremonial, sakral. Unheilstifter: </span><em><span class="tm7">sittliche</span></em><span class="tm6"> Deutsche. Opfer: als </span><em><span class="tm7">unsittlich</span></em><span class="tm6"> niedergemachte </span><span class="tm6">“</span><span class="tm6">jüdische</span><span class="tm6">”</span><span class="tm6"> Deutsche und </span><span class="tm6">“</span><span class="tm6">jüdische</span><span class="tm6">”</span><span class="tm6"> Menschen anderer europäischer Kulturen. Mit-Menschen, Kinder, Frauen, Männer; fort, weg, aus: </span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">die Shoah und der Holocaust. </span><span class="tm6">…</span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Wirklichkeitsgerecht wäre: </span><span class="tm6">„Die </span><span class="tm6">Vernichtung der Europäischen Juden</span><span class="tm6">”</span><span class="tm6">. So der nüchterne, aber passgenaue</span> <span class="tm6">Titel des großartigen Standardwerkes: Hilberg, The Destruction of the European Jews, zuerst 1961. </span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Hilberg benutzt, im amerikanischen Original, wiederum passgenau, das deutsche Wort </span><span class="tm6">“</span><em><span class="tm7">Erlebnis</span></em><span class="tm6">”</span><span class="tm6">, um die allumfassende kameradistische </span><span class="tm6">Mords</span><span class="tm6">stimmung deutscher Fortschaffender, ja einer ganzen - heute als einzigartig benannten - Mordskultur, zu erfassen und zu belegen: an der Front wie in der Heimat und am Schreibtisch wie im Felde. </span></p>
<p class="Normal tm5"><strong><span class="tm8">Aber einzigartig, unvergleichlich? </span></strong><span class="tm6">Dazu noch einmal HA. Sie missbilligt die </span><span class="tm6">“</span><span class="tm6">Neigung des Historikers, Analogien zu ziehen</span><span class="tm6">”</span><span class="tm6"> (Nach Auschwitz, 1989). Analogiesuche: </span><span class="tm6">“</span><span class="tm6">größte Gefahr</span><span class="tm6">”</span><span class="tm6"> bei Erklärung der deutschen Vernichtungskultur. Der damalige deutsche Kanzler, sagt HA, war kein Dschingis Khan. Der Kanzler war </span><span class="tm6">“</span><span class="tm6">absolut anders</span><span class="tm6">”; ja, er war - „einzigartig“. </span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Auftritt Historiker. </span><span class="tm6">Warum sollte der Kanzler - mit ihm der Generalfeldmarschall, der Oberstudiendirektor, der Innenminister, sowie der Obersturmbannführer - warum sollten die </span><span class="tm6">“</span><span class="tm6">einzigartig</span><span class="tm6">”, d. h. kulturell nicht einzuordnen sein</span><span class="tm6">? Alle sind Angehörige End-Idealischer Oberstudiendirektorenkultur. - Vom Dschingis Khan wäre diese gemieden worden. </span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Schließlich zur heute angemahnten </span><span class="tm6">“</span><span class="tm6">Unvergleichlichkeit</span><span class="tm6">”</span><span class="tm6"> schändlich völkischen Fortschaffens der Juden. Unvergleichlich? Gemeint ist: auffallende Größe, hoher Wert, eines Objekts, einer Person, eines Ereignis. Aber das Auffallende, das </span><span class="tm6">“</span><span class="tm6">Einzigartige</span><span class="tm6">”</span><span class="tm6">, kann doch nur, und unvermeidlich so, mittels des Vergleichs mit anderen, ähnlichen, Objekten statuiert werden. Es gibt keine isolierte Einzigartigkeit. In der Gegenwart nicht, und in der Geschichte nicht. </span></p>
<p class="Normal tm5"><strong><span class="tm8">&nbsp;</span></strong><strong><span class="tm8">“</span><span class="tm8">history</span><span class="tm8">“</span><span class="tm8">? </span></strong><span class="tm6">Die Romantisierung, die Sentimentalisierung, die Neo-</span><em><span class="tm7">Idealische, </span></em><span class="tm6">die</span><em><span class="tm7"> entschlossene</span></em><span class="tm6"> Vermenschheitlichung von Kedainiai, die Ent-Historisierung des spät-Idealisch großdeutschen Fortschaffens schreitet voran. Eine neue </span><span class="tm6">“</span><span class="tm6">NS</span><span class="tm6">“</span><span class="tm6">-Sendereihe wird angekündigt. Als </span><span class="tm6">“</span><span class="tm6">history</span><span class="tm6">”</span><span class="tm6">, spannungsvoll. Als </span><span class="tm6">“… dunkles Kapitel der Geschichte … </span><span class="tm6">schicksalhaftes Ereignis von Weltbedeutung </span><span class="tm6">…</span> <span class="tm6">größter Konflikt in der Geschichte der Menschheit … Menschheitskatastrophe …“ </span></p>
<p class="Normal tm5"><em><span class="tm7">Missing</span></em><span class="tm6">: deutsch. </span></p>
<p class="Normal tm5"><strong><span class="tm8">Deutsch: die Blauen Dragoner. </span></strong><span class="tm6">Die Zeit deutscher Ausrottungsfeldzüge muss aus ihrem angestrengt menscheitlichen, </span><span class="tm6">außervergleichlichen, </span><em><span class="tm7">history</span></em><span class="tm6">-</span><span class="tm6">umwobenen </span><span class="tm6">Inseldasein, aus dem antifaschistisch überwachten Nazigehege, aus dem Zahlenzaun - Nr. 33 bis Nr. 45 -, befreit werden. Die Mordszeit gehört in den Fluss moderner deutscher Geschichte und Kultur; hier ist die </span><span class="tm6">Historische Kulturwissenschaft </span><span class="tm6">gefragt. </span><span class="tm6">D</span><span class="tm6">eutscher Kultur entstammt </span><span class="tm6">das soldatische Lied von den Blauen Dragonern. Das Lied, in jenen erhaben gewaltsamen Jahren, hat einen humorvoll völkischen Zusatz: </span><span class="tm6">“Krumme Juden ziehen dahin, sie ziehen daher, sie ziehen durchs Rote Meer, </span><span class="tm6">die Wellen schlagen zu, die Welt hat Ruh.</span><span class="tm6">”</span><span class="tm6"> Sommer 1941. Kedainiai, Litauen. 599 Judenkinder. Vor deutschen Gewehren. </span><span class="tm6">“</span><span class="tm6">Vater, Mutter.</span><span class="tm6">”</span><span class="tm6"> Wo sind die? Schon weg.</span></p>
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