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	<title>Gut &amp; Böse - Hannah Arendt - Der Sinn von Politik ist Freiheit</title>
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	<description>Verstehen heißt immer verstehen was auf dem Spiel steht</description>
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		<title>Hurra - endlich wieder Katastrophe</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Boris Blaha]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Mar 2025 08:27:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Das Politische]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Freiheit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Reaktionen der alt-europäischen Eliten auf die Rede des amerikanischen Vizepräsidenten Vance auf der Münchner Sicherheitskonferenz und der Triumphzug, den sie dem ukrainischen Präsidenten Selenskyi nach dem Eklat, den dieser im Oval Office provozierte, ermöglichten, haben der US-Administration klargemacht: die... <a class="more-link" href="https://www.hannah-arendt.de/2025/03/hurra-endlich-wieder-katastrophe/">Weiterlesen &#8594;</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p class="Normal tm6"><span class="tm7">Die Reaktionen der alt-europäischen Eliten auf die Rede des amerikanischen Vizepräsidenten Vance auf der Münchner Sicherheitskonferenz und der Triumphzug, den sie dem ukrainischen Präsidenten Selenskyi nach dem Eklat, den dieser im Oval Office provozierte, ermöglichten, haben der US-Administration klargemacht: die dominierende Klasse in den meisten Ländern der Europäischen Union ist sinnvollen Argumenten nicht mehr zugänglich. Amerikas Versuch, ihnen im 20. Jahrhundert ein paar <em>basics in politics</em> nahezubringen, sind trotz umfangreicher militärischer und wirtschaftlicher Begleitbemühungen gescheitert. Die korrupten europäischen Eliten mussten derweil zur Kenntnis nehmen, dass die Trump-Administration weder die verschärften Zensurbemühungen noch den Notbehelf einer Wahlannulierung goutieren wird. Personalentscheidungen wie Kash Patel (siehe sein Buch „Government Gangsters“) dürften auch dem Letzten klar gemacht haben, dass der Anti-Korruptionszug vor den Toren Europas nicht haltmachen wird. Das Tischtuch der gemeinsamen Räuberbande war zerschnitten.</span></p>
<p class="Normal tm6"><span class="tm7">&nbsp;</span><span class="tm7">Es schien den neofeudalen Eliten daher geboten, gegenüber der amerikanischen politischen Erneuerung, erst recht gegenüber dem Brandherd einer gefährlichen Pandemie-Aufklärung einen neuen Schutzwall zu errichten. Dazu muss die ehemalige Befreiungs- und Schutzmacht zur neuen Inkarnation des Bösen mit infektiöser Ansteckungsgefahr umdeklariert werden. Das an seinem politischen Unvermögen zerfallene Europa schickt sich an, gleichzeitig die russische Despotie im Osten und den amerikanischen Faschismus im Westen erfolgreich besiegen zu wollen. Gewisse Parallelen zur irrationalen Kriegsbegeisterung zu Beginn des Ersten Weltkrieges drängen sich auf. Einkreisungsphobien in Zeiten bröckelnder Herrschaftslegitimierung sind sowohl aus der Geschichte Frankreichs, wie der Deutschlands bekannt. In beiden Fällen führte die Flucht nach vorne zum Ende der bestehenden Ordnung. Amerika hingegen wird sich seine Freunde unter denen suchen, die die Freiheit zu schätzen wissen. Aus ihrer Sicht gibt es jetzt Wichtigeres als die Ewiggestrigen aus Old Europe. Man sollte daher die aufgeregte „Verrat am freien Westen“ Rhetorik als das nehmen, was sie ist: blanke Verzweiflung einer Clique, die vor einem riesigen Trümmerhaufen und, würde der allgemein bekannt werden, einem Nürnberg 2.0 steht.</span></p>
<p><strong>Die Rechtgläubigen und der Abfall</strong></p>
<p class="Normal tm6"><span class="tm8">Krisen führen im christlichen Abendland in schöner Regelmäßigkeit zu einem Rückfall in Verhaltensweisen, deren Spuren sich bis auf die Durchsetzung der </span><em><span class="tm9">Rechtgläubigkeit</span></em><span class="tm8"> in der Spätantike zurück verfolgen lassen. Der schier unerschöpfliche Fundus christlicher Traditionen bei gleichzeitigem fast vollständigem Fehlen politischer Paradigmen begünstigt die Verlagerung von politischen Herausforderungen in religiöse Konflikte, was die Krisen nicht entschärft, sondern eigens noch auf gewaltsame Entladungen hin zuspitzt. Das in der Spätantike entstandene Konzept der „Rechtgläubigkeit“, das zunächst nur die Absicht verfolgte, die eine geoffenbarte Wahrheit gegen alle anderen Meinungen abzusondern, die dadurch als Abfall vom wahren Glauben definiert werden konnten, erhielt etwa ab der Jahrtausendwende eine zusätzliche politische Aufladung. Der einzige Sinn der christlichen Offenbarungswahrheit konnte von oben diktiert, alles andere als Abweichung definiert werden. Zwischen der Offenbarungswahrheit, die vorgeschrieben und der Tatsachenwahrheit, über deren Bedeutung stets gestritten werden muss, wurde eine Trennungslinie gezogen, die, aller Aufklärung zum Trotz, bis heute in der Alten Welt Bestand hat. Der ursprünglich neutrale Begriff Häresie, der nur die Auswahl unter verschiedenen Möglichkeiten bezeichnete, wurde genutzt, um aus den vom wahren Glauben Abgefallenen den Häretiker als Feindbild zu extrahieren und damit jegliche unerwünschte innerkirchliche Reformbestrebung schon im Ansatz unterbinden zu können. Der Stoffwechsel einer Ordnung aus Rechtgläubigen benötigt keine Alternativen, zwischen denen man wählen und entscheiden könnte. Das Unverdauliche kann als Abfall ausgeschieden und entsorgt werden. Egal, wie gut begründet, Reformbewegungen wurden als heuchlerische Verschwörung des Antichristen, wo nötig mithilfe einer peinlichen Befragung, entlarvt und, sofern sie nicht freiwillig in den Schoss der Kirche zurück kehrten, mit Endzeitklängen bekämpft bis hin zu gewaltsam vernichtet. Das, was wir heute als zivile Streitkultur bezeichnen, konnte ihn diesem Rahmen weder entstehen, noch sich als Gewohnheit verwurzeln. </span></p>
<p class="Normal"><span class="tm8">Natürlich nutzten auch die weltlichen Herrn alsbald die probaten Methoden von Herrschaftssicherung und Vermögensvermehrung. Als Philipp IV, König von Frankreich, unter Geldsorgen litt, wurde der Templerorden wegen Ketzerei, Götzenanbetung, Sodomie und anderer teuflischer Praktiken verurteilt, ein Großteil der Ordensritter inklusive des Großmeisters verbrannt, was im entstehenden Absolutismus nicht nur einen Machtkonkurrenten ausschaltete, sondern zusätzlich Geld in die Kassen des Königs spülte. Seither ist es ein vertrautes Muster: Reformansprüche - einerlei ob religiöser oder politischer Natur - werden durch ihre erst religiöse, heute moralische Verketzerung politisch delegitimiert, um den eigenen Status Quo zu retten. Es gehört zum Standardrepertoire europäischer Machtbehauptung, sich vor allem in den Innenverhältnissen unliebsamer Konkurrenz durch moralische Dehumanisierung zu entledigen.</span></p>
<p class="Normal"><strong><span class="tm5">Religion und Politik - reloaded</span></strong></p>
<p class="Normal tm6"><span class="tm8">Eine mit Besonnenheit, Geduld und Klugheit lösbare Aufgabe wird aus dem politischen Feld in das religiöse übertragen, was eine politische Herausforderung in einen potenziell religiösen Konflikt umwandelt und eine normale Krise erst in eine Frage von Leben und Tod im Kampf gegen das Böse künstlich eskaliert. Die Selbstwahrnehmung Europas als Herz der „Freien Welt“, das seine Lebensenergie gleichzeitig gegen Russland, Amerika und China behaupten müsse, liegt so fernab vom tatsächlichen Krankheitszustand des einstmals großen Kriegers, dass man am Geisteszustand der europäischen Eliten ernsthafte Zweifel anmelden muss. Europa hat seinen Bedeutungsverlust nach der Hochphase der Herrschaft über den gesamten Erdball offenbar noch immer nicht verkraftet und fantasiert sich eine Größe, die längst der Vergangenheit angehört. Die Zeiten, als Papst Alexander VI. nach der Wiederentdeckung Amerikas durch Kolumbus den Globus in zwei Hälften teilte und eine den Portugiesen, die andere den Spaniern zur Ausplünderung übergab, Zeiten, in denen sich Europa als die Sonne fühlen konnte, um die sich alles dreht, sind definitiv vorbei. Freud sprach von den drei großen narzisstischen Kränkungen, der von Kopernikus, der die Erde aus dem Zentrum rückte, der von Darwin, der erklärte, dass die gottgleichen Geschöpfe vom Affen abstammen und der von Freud selbst, der belegen konnte, dass das souveräne Ich nicht Herr in eigenen Haus ist.</span></p>
<p><strong>Amerika und „der Westen“</strong></p>
<p class="Normal tm6"><span class="tm8">Die beiden zentralen Machtfaktoren des westlichen Kontinentaleuropas sind in einem beklagenswerten Zustand. Frankreich, mittlerweile bei der Fünften Republik angekommen, hat seit der französischen Revolution sein eigenes Souveränitätsproblem nicht gelöst und jagt als einzige westeuropäische Atommacht alten absolutistischen Träumen europäischer Hegemonialmacht hinterher. Deutschland, das sich nach zwei Niederlagen an ihrer Weltherrschaftsfantasie die Finger verbrannte, hat sich politisch so weitgehend infantilisiert, dass es als ernst zu nehmender Machtfaktor ausfällt, zumal es schon mit der Verketzerung einer alternativen politischen Partei überfordert ist, von der vorauseilenden Unterwerfung unter einen eingewanderten fundamentalistischen Islam gar nicht zureden. Ein Land mit umfangreicher Erfahrung in der Perversion des Rechts, das erneut die eigene Justiz für den Machterhalt politisiert, will sich als kontinentaler Rechtsträger aufspielen? Nach den zwei angezettelten Weltkriegen darf Deutschland im europäischen Konzert ohnehin nur mit dem Scheckbuch wedeln. Den jungen Amerikanern, die statt aufs College zu gehen am Omaha Beach auf den Strand liefen und zusammengeschossen wurden, konnte Präsident Roosevelt noch annähernd glaubhaft vermitteln, wofür sie ihr Leben opfern. Welcher halbwegs intelligente europäische Student soll für diesen faulenden Apfel sein Leben aufs Spiel setzen?</span></p>
<p class="Normal tm6"><span class="tm8">Der Machtauseinandersetzung mit Russland war verloren, als „der Westen“ entschied, die Russen in die Ukraine einmarschieren zu lassen und kein Stoppschild aufstellte. Inzwischen ist aus der ursprünglich als „Spezial-Operation“ deklarierten Maßnahme ein zynischer Abnutzungskrieg geworden, von dem nur wenige profitieren, aber viele den Preis bezahlen. Handfeste US-Interessen im Land wären die beste Sicherheitsgarantie, die die Ukraine bekommen kann, weit vor allen internationalen Verträgen und anderen liberalen Illusionen.</span></p>
<p class="Normal tm6"><span class="tm8">Aktuell gibt es lediglich drei globale Machtakteure mit je unterschiedlichen Vorstellungen einer politischen Großraumordnung, von denen die chinesische für jede freiheitliche Perspektive am gefährlichsten ist. Nach dem Zerfall des Sowjetimperiums kämpft Russland darum, überhaupt wieder ernst genommen zu werden - Fukuyama’s Ende der Geschichte bedeutete nicht das Ende des Kampfes um Anerkennung - China will den Globus in ein riesiges Lager verwandeln und die Menschheit in eine dressierte Affenhorde transformieren, während Amerika sich zum Teil wieder seiner Wurzeln erinnert. Europas Problem ist weder Russland noch die USA, sondern ausschließlich Europa selbst und das schon ziemlich lange. Europa als vernachlässigbare Größe sollte sich gut überlegen, welche Ordnung seinen Bürgern am ehesten zukommt und sich dieser als nützlicher Gefährte anbieten.</span></p>
<p>=====</p>
<p>Publiziert auf: <a href="https://www.dersandwirt.de/hurra-endlich-wieder-katastrophe/" target="_blank" rel="noopener">Der Sandwirt</a>, <a href="https://www.globkult.de/politik/welt/2451-hurra-endlich-wieder-katastrophe" target="_blank" rel="noopener">GlobKult Magazin</a>,</p>
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		<title>Der Tag als Helene F. starb</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Peter Levin]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 18 Feb 2024 15:27:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bürgerkrieg]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsche und Juden]]></category>
		<category><![CDATA[Französische Revolution]]></category>
		<category><![CDATA[Gut & Böse]]></category>
		<category><![CDATA[Israel]]></category>
		<category><![CDATA[Moral]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eine Menschenfischerin in der Welt von Gestern und Heute 19. Februar 1972, das war der Tag als bei uns endlich der Fernsehapparat ins Wohnzimmer kam. Für uns Kinder ein aufregender Tag, über den wir immer noch gerne sprechen. Bisher gingen... <a class="more-link" href="https://www.hannah-arendt.de/2024/02/der-tag-als-helene-f-starb/">Weiterlesen &#8594;</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h4 class="Normal tm5"><span class="tm7">Eine Menschenfischerin in der Welt von Gestern und Heute</span></h4>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">19. Februar 1972, das war der Tag als bei uns endlich der Fernsehapparat ins Wohnzimmer kam. Für uns Kinder ein aufregender Tag, über den wir immer noch gerne sprechen. Bisher gingen wir nach der Kehrwoche ins Dorflokal. Nun saßen alle um 18 Uhr bei der Sportschau zu Haus. Oma und Opa, meine Eltern, alle Geschwister und die Nachbarskinder, die noch keinen Apparat zu Hause hatten. Auch jene, die sich nicht für Fußball interessierten, harrten aus bis zum Kanalwechsel. Dann, um „18.45 und 16 Sekunden“ legte Schnellsprech Dieter Thomas Heck los.</span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Das war ein wunderbarer Tag, der Tag an dem Conny Kramer starb. <a href="https://www.youtube.com/watch?v=OD8-q-Zey7Q" target="_blank" rel="noopener">Juliane</a> war zu Gast bei uns</span><span class="tm6">. Sie konnte damals auf den Punkt bringen, was heute eine wie Helene kann: kein einig Volk, aber eine verbindende Volksmusik; keine Verfassung, aber ein Gesetz mit Grund und Recht. Liebe Leserinnen und Leser, fragen Sie sich, wie ich mich: Wer spielt heute eine Musik, die verbindet das zerrissene Volk, das in miserabler Verfassung und kaum noch Grund für sein Recht? Ein einig Volk im ständigen Kampf mit sich.</span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Als ich, 45 Jahre später, das erste Mal bei Helene Fischer war, spürte ich deutlich: Egal welchen Alters und Geschlechts; egal welcher sozialen, farblichen oder politischen Kalamitäten und Pubertäten - alle waren verbunden im Herzen als sie auf uns zeigte und sang: „Du, Du, Du!“…und ich war sicher, sie meinte mich. Ihre Nichte stand nicht weit von mir und als Tante Helene ihr vor 10.000 zum Geburtstag gratulierte, waren wir eine große Familie. Sie wenden ein: Schau doch in ihr Gesicht, fehlt nicht der fröhlichen Helene, der Tiefgang, der bei der schwermütigen Juliane besticht. Die Helene ist zart, ihre russische „Jelena“ trägt das verletzbare Reh in sich. Warum ist sie so hart zu sich? An jenem Abend in Zürich, es konnte jeder sehen, waren ihre Augen - beide, das rechte wie das linke - entzündet und voller Tränen. Den beiden Damen ist aber eines gewiss und gemein, das Talent eine Menschen-Fischerin zu sein. Das ist höchste Christen-Kunst, seit Simon dem Petrus, der auch ein Fischer war. Er sollte Menschen vor der Verderbnis und aus der Seelennot für den rechten Glauben retten. </span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Wie sehr sich die „<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Welt_von_Gestern" target="_blank" rel="noopener">Welt von Gestern</a>“ doch geändert hat! Menschenfischerei wird heute professionell und von Staats wegen betrieben: in Schiffen, die sich „Seebrücken“ nennen, und mit Lust die Brücken zwischen den Menschen brechen, wenn diese bei ihrem ruhmvollen Feldzug mitmachen wollen. Ruhm und Ehre bei der Auflösung des Mutter- und Vaterlands; Bundesverdienstorden für den Kampf gegen die menschliche Bedürfnis- und Bündnisnatur. Am Ende kommt nur einer gut dabei weg, der allmächtige, seelen- und gottlose Staat. Der gute Staat ist lieblich, sorgt für ein Leben ohne Sorgen und Leiden. Im Auftrag der internationalen Elendsverwaltung auch dafür, dass weder leidliche Freiheit und selbst gemachtes Glück uns weiter belasten. Dir schmeckt das nicht? Geh doch rüber und beug dich runter! Seit der französischen Revolution steht die Guillotine für dich bereit. Ist unsere Generation noch zum Leiden bereit? Wie Petrus, der ein Fels war, dem Leiden seines Herrn am Kreuz zusah. Ein Leiden, dass zur Erlösung führt? Muss staats-tragend sein, sonst wird es archiviert. </span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Das Leiden der Juliane an Conny’s Tod ergab sich drei Tage nach Aschermittwoch. Da wird die Fasnacht zur Fastenzeit in Erinnerungen das Leiden des Jesu zum Christus, zur Erlösung der Menschenseele vor Selbstüberhöhung und Selbstzerstörung. Heute fasten wir politisch korrigiert, aus Selbstmitleid und zur Erlösung von klimakterischen und selbst-gemachten politischen Pubsitäten. Dazu versammeln sich die Jünger und Jüngerinnen, die verwöhnten Stein-Meier-Brücks, an der Alster*innen, Alster*außen, und den Landungsbrücken. Oh weh, wen sehe ich da? Ach ja, sie wohnt ja um die Ecke. Um Gottes Willen, was macht denn die Helene da an der Wasserfront bei Volksfrontmucke? Der Anti-Anti-Faschist und Anti-Anti-Antisemit mit Residenz im Schloss hat zum Appell gerufen. Wie kam der Ruf bei Helene an? Wurde sie, gerade bedenken- und atemlos in ihrem Treppenhaus, überrumpelt? Bei dieser Vorstellung wird mir ganz plümerant und bleibt die Spucke weg. Ist das die Welt von Heute, in der die Volksmusik gemeine Sache macht mit der staatlichen Übermacht? Erinnert sich noch irgendwer an die singende Revolution der Esten über dem östlichen Meer? Die sangen sich 1988 aus der Knechtschaft, ein Meer von Fahnen, Trachten und Volkesstimmen. Melde sich bei mir, wer bei den Worten des Roman Toi nicht Rotz und Wasser heult: „<a href="https://www.youtube.com/watch?v=aCDsPbUORtc" target="_blank" rel="noopener">Please dear Lord, Help us to Keep Our Country and Our Language</a>“.</span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Gemeinsam steht der Chor der Selbstgerechten auf, wir bleiben wie damals sitzen. Der Samstag war ein schöner Tag, die Glocken klangen, Weltoffenheit war selbstverständlich und freudige Pflicht. Was hätten wir wohl damals getan, hätte uns der Apparat so zerschlissen, mit Sockenschuss und Muckenschiss beschmissen. Das ist Schwäbisch und soll heißen: Samstag abend ist Hitparade und wir stehen nicht auf, weil wir die ganze Woche standen und brauchen weder Kleingeister noch rote Socken, um zu wissen auf welcher Polit-Party wir tanzen; von unseren Sternchen wollen wir große und reife Gefühle, billige Erklärungen im Stern jucken uns nicht. Sonst geht es Helene wie Manuel dem Erneuerer, Bindenträger und Rädelsführer von nationaler Tragweite. Wer mitten im Spiel das Team wechselt findet sich nicht zurecht. Er schießt ein Eigentor - nanu, das Lob der Südkurve bleibt aus. Bald tauscht er die Last der Spielführerschaft gegen die Freuden der Vaterschaft. Das wird seine wichtigste Champions League, hier zeigt sich ob wirklich ein Mann in ihm steckt. Es ist das Kind, das den Mann schafft; das Endspiel findet ständig und zu Hause statt. </span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">In der Welt von Gestern gehört der Realitäts-Check zum Pflichtprogramm. Den Kickern und Interpreten folgten auf dem Fuße das Ticken der Uhr und der Ding-Dong-Ruf zur Tagesschau. Manche Kinder gingen, ich blieb sitzen. Die Aufregung stieg, auch bei den Erwachsenen, wenn es um den Volkssport jener Tage - das linksradikale Attentat - ging. Flugzeugentführung (Kairo), Absturz wegen Bombenexplosion an Bord (Schweiz), Geiselnahme (aller Orten), Judenselektion (Entebbe), Hinrichtung (Mogadischu) - klingt schlimm nicht wahr, war damals halt so. Helene noch nicht einmal geboren, der Walter noch klein und nicht Frank genug, das Geschick der Nation zu bestimmen. Erst langsam stimmte sich die Nation ein auf die Interpretation der Explosion und Exekution: Freiheitskampf und hilfloser Schrei nach Liebe und Gerechtigkeit. Damals war Walter noch toleranter und schrieb für eine sozialistische Postille. Heute geht er allen auf den Zeiger mit dem „<a href="https://www.dw.com/de/blutiger-anschlag-auf-synagoge-in-jerusalem/a-18070539" target="_blank" rel="noopener">Weckruf</a>“ den er bei massakrierten Juden vernimmt. Er springt im Kreis und mahnt - das kann er besonders gut - um die Spirale der Gewalt zu beenden. Hat der Mann denn keinen, der ihn wecken kann, ohne ein Blutbad anzurichten? Vielleicht sollte er - ganz ohne Gewalt - die schwindel-erregende Spirale seiner Amtszeit beenden. </span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Heute sind die Mahner so seltsam erbarmungslos. Auch wenn sie selbst nicht Gnade walten lassen, wir gönnen ihnen einen gnädigen Abgang, ich schwöre, bei Gott dem Barmherzigen. Dieser hatte damals im September eine schwache Stunde, wir waren hautnah dabei. Die Stürmer des palästinensischen Teams fegten das israelische vom Platz, Kalaschnikow and more. Diesen feigen Sieg der Volksfront über die olympische Volksmusik besangen deutsche Barden damals noch auf kleinen Bühnen in jordanischen Flüchtlingslagern. Bald aber erklang das geile Triumphgejohle auf den Berliner Straßen und den großen Tribünen der Welt: Siebter Oktober, ich höre den Ruf deiner Trompeten schon.</span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Eine andere fotogene Juliane jener Tage hieß Plambeck, hatte viel Ärger im Gesicht. Sie starb bei der Flucht aus dem Knast. Ihr Leben endete tragisch, ein Vorbild für ihre ganze Klasse: das gestohlene Fluchtauto, ein weinroter Volkswagen, gerät auf die linke Fahrbahn und stößt mit einem Laster zusammen, der Kies und Asche für die arbeitende Klasse bringt. Während dessen bereitet sich Julianes P’s Arbeitskolleginnen im palästinensischen Lager auf den Gegenangriff vor. Wir waren wieder am Apparat als die Wein- und Olivenleser ihre Judenauslese nach Afrika exportierten. Das sind alte Geschichten, kaum jemand erinnert sich noch, wäre nicht kürzlich der besagte Walter so frank und frei gewesen, die Gudrun von damals mit höchsten Lorbeeren zu schmücken. Er befand, sie gehöre ins Alphabet der Heldinnen der Nation: E wie Ensslin kommt vor F wie Fischer. Steht Helene schon auf Frank-Walters Liste? Findet sich die Menschenfischerin dort denn wieder - in der Mitte, zwischen Antifa, Ensslin und der seelenlosen Seebrücke?</span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Ich bedauere sehr, was dieser Tage mit Helene geschah. Es steht zu befürchten, dass sie bald einen Platz auf Walters Liste - für Verdienste beim Kriechen zum falschen Kreuze - angeboten bekommt. Mein Gott, wer hat sie nur verraten, an die Sozialdemokraten? Schaut sie denn nicht hin, wen sie sich zur Wahlverwandtschaft nimmt? Goethe sollte sie lesen, der ist eine Sternschnuppe unserer Geschichte. Statt dessen zu publizieren im schwarzen Loch abstürzender Kometen, was glaubt sie denn was ihr Publikum liest und liebet. Die Charlotte bei Goethe hat es ja schon gesagt: </span><span class="tm7">„Das Bewusstsein, mein Liebster… ist keine hinlängliche Waffe, ja manchmal eine gefährliche für den, der sie führt“.</span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Liebe Helene, dein Sterntalertag war ein Waffengang, der Tag an dem wieder ein Stück meiner heilen Welt zerbrach. Mal sehen was aus dem Scherbenhaufen wird. Urteilen möchte ich nicht, nur gerne fragen dich: weißt du noch, in welche Gesellschaft du dich begibst. Wer sind deine Berater? Sich gegen die Fankurve zu stellen, im Ton einer Gouvernante, sorry liebe Tante, das gehört sich nicht. Hoffentlich findest du dein Glück bei ganz anderen Mächten: der heilsamen Kraft der Kinder und dem Glauben an den Barmherzigen. Wenn ich wünschen dürfte, das Schicksal der Charlotte wünsche ich dir nicht. Das Ende war absehbar, es kam wie es kommen musste. Ihre Tochter wurde das Opfer ihrer eigenen Machenschaft und Wahlverwandtschaften. Ich wünschte du bleibst deiner Sache treu, der Menschenfischerei.</span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">&nbsp;</span></p>
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		<title>„So genau wollte ich es nicht wissen“</title>
		<link>https://www.hannah-arendt.de/2024/02/so-genau-wollte-ich-es-nicht-wissen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Peter Levin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 09 Feb 2024 16:12:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Antifaschismus]]></category>
		<category><![CDATA[Bürgerkrieg]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsche und Juden]]></category>
		<category><![CDATA[Freiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Gut & Böse]]></category>
		<category><![CDATA[Hannah Arendt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Sprechakt statt Geschlechtsakt - das Problem der Mitte im Rechtsverkehr. Den Moment, als eine dänische Kollegin sich für ihr Zu-spät-kommen zum Meeting in schönstem Dänisch-Deutsch mit „ich hatte Verkehr“ entschuldigte, werde ich nie vergessen. Spontan rutschte ihrer Freundin und Nachbarin... <a class="more-link" href="https://www.hannah-arendt.de/2024/02/so-genau-wollte-ich-es-nicht-wissen/">Weiterlesen &#8594;</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h5 class="Normal tm5"><span class="tm6">Sprechakt statt Geschlechtsakt - das Problem der Mitte im Rechtsverkehr.</span></h5>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Den Moment, als eine dänische Kollegin sich für ihr Zu-spät-kommen zum Meeting in schönstem Dänisch-Deutsch mit „ich hatte Verkehr“ entschuldigte, werde ich nie vergessen. Spontan rutschte ihrer Freundin und Nachbarin heraus: „So genau wollte ich es nicht wissen“ und die ganze Runde brach in fröhliches Lachen aus. </span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Wie genau wollen Sie - lieber Leser und Leserin - es wissen, warum jemand zu spät kommt, die Zeichen der Zeit nicht erkennt und Geschichte verpennt? Interessiert Sie dann, ob es der Rechts- oder Linksverkehr, Geschichts- oder Geschlechtsverkehr war? Oder sind Sie wie viele schon, verdrossen und unberührbar geworden - nur noch in Sorgen?</span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Glauben auch Sie, es sei schon zu spät, für ein fröhliches Lachen und ein Morgen? Fühlen sich schwach, ohne Macht? Wir wissen doch noch wie es kracht, wenn wer die Geschichte verpasst. Dann hilft weder Staat noch Stasi, nicht einmal diese verbleiben den Kummer zu vertreiben. Sanssauci - ohne Sorge - gibt’s nur in Potsdam, nicht im ganzen Land. Dort gab es früher mal eine Brücke, einen geheimen Grenzverkehr für die Spione der geheimen Dienste. Die Brücke steht noch, das Land ist verbunden, die Wunden der Spaltung sind …. so genau wollte ich es nicht wissen! Geheim ist nichts mehr, auch nicht wer wem zu Dienste, und wer welchen Geschlechtsverkehr. </span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Wer braucht die geheimen Dienste noch, wenn alles am Boden liegt: Hände hoch! Faktenbestimmer im eigenen Wohnzimmer? Wo einmal eine vermittelnde Mitte war, tönt es heute aus allen Kanonen: Nie wieder! Das Brandmauern muss sich lohnen. Die Spaltung, die lohnt sich, immer noch. Mut zur Mitte, bitte nicht doch. Mut zur Lücke, die bringt uns voran. Zu genau will es sowieso niemand wissen. Lieber halten wir uns an die Staatsräson: „Wissenslücken aus freien Stücken. Der Staat ist Allah, und er ist allmächtig“ - im Alltag funktioniert das prächtig. Gestern, als mein sechs-jähriger Sohn mit Mama im öffentlich rechtlichen Bus des VerkehrsVerbunds saß. Es sind die Meinen, wie stolz ich war, dachte: welch ein Anblick, welch ein Paar. Beim Wegfahren im Konterfei der <a href="https://vhhbus.de/olivia-jones-diversity-bus/" target="_blank" rel="noopener">HHV-Bus-Außenwerbung</a> ich sie sah, eingerahmt von kecken HVV-Kanaken und lasziven Transtravestiterinnen - welch ein Anblick, welch ein Paar. Als stolzer Kanake, darf ich doch, meine nicht weniger stolzen Mit-Kanaken Kanaken nennen. Geht das noch? </span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Es geht viel mehr, meine Tochter in der sechsten Klasse lernt gerade ihre Klassenlehrerin kennen. Es braucht kein Schlüsselloch, sie kann mir die Facebookseite nennen. Die Kaiserin ist nackt, ihre Tatsachen sind nackt … nein, nicht was Sie denken, sie ist kein Trottel, nur eben Talent zum Dessou-Model. </span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Kaum etwas bleibt ungesagt, gezeigt nur im Verborgenen. Die Kleinen, die nicht wissen was es alles gibt, für diese sind Papa und Mama groß und allmächtig. Heute schreiben Ihre Eltern Geschichte, und so es daneben geht auch mal ein Gedicht, das mehr als zwölf „aufregende Zukunftsbilder“ verspricht. Sie denken wie ich an Sonnen-Auf- oder Untergänge, nicht? Wie naiv wir nur sind! Sie dichtet, kaum zu glauben aber wahr, über ihre schönsten „<a href="https://www.amazon.de/Die-besten-Weltuntergänge-aufregende-Zukunftsbilder/dp/395470255X" target="_blank" rel="noopener">Weltuntergänge</a>“. Gewiss, sie ist nicht ganz dicht. Und wenn Sie sagen - das war er nicht selbst, es war nur die Frau des Ministers - wie recht Sie haben. Der eine ist katastrophal, sie nur katastrophenlüstern. Welch ein Ausblick, welch ein Paar, was wissen wir schon über deren Links- oder Schlechtverkehr?</span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Was glauben Sie, ob diese Gemengelage - Untergänge und Wissenslücken von nationaler Tragweite - ihren oder meinen Sohn in auch nur geringster Weise anspricht. Ich kann sagen, meinen ficht das nicht. Die sexuelle Revolution, kalter Kaffee ihm ist. Mit seinen kaum siebzehn Jahren ist er Experte schon, für die Beziehung einer alten Frau mit dem Sohn einer anderen. Dieser ist gerade mal 15 Jahre alt und muss schon jobben, als Vorleser und Bettvorleger für eine, die nicht Lesen und nichts Besseres kann („<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Vorleser" target="_blank" rel="noopener">Der Vorleser</a>“). Sozial und empathisch, wie gerne hätte ich so einen Sohn. Meiner ist da ganz anders. Bei diesen Sprüchen seines Vaters, wie soll ich es ihm verdenken: Brot für die Welt, die Wurst können sie auch bald haben. Wir geben alles her, Lesen können braucht niemand mehr. Er hat allen Grund sich zu beklagen, nicht einmal bedaure ich seinen Frust bei der Pflicht-Lektüre ganz ohne Wissensdurst. „Ekelig“ und „nie wieder“ quittiert er Erotik und Kinderverführung, eine Erzählung pervers und ohne Lust, ich erspar ihm nicht das Gewicht des hohen Gericht. Er muss ihn aushalten, den Richterspruch seiner Generation, der Schlächter- und Gerechtigkeitsfraktion. Weh tut es mir schon, zu sehen wie sein Gesicht fällt. Er ist ein Kind, kein Kain, dem das</span><span class="tm7"> „Antlitz fiel“ als er den Bruder erschlug im ungerechten Zorn. Auch ein Abel ist er nicht: das Opfer für den gerechten und barmherzigen Herrn? Er weiß es schon, wie der Herr Präsident heute spricht, das ist der Brüderspaltung bitterer Lohn. Nur Lug und Trug, mehr ist es nicht; der Abel sein Opfer abbricht.</span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Das Urteil ist gefallen, welch ein Glück, nur Bewährung mit Auflagen: Das Buch ist zu gut, Lektüre ist nicht genug. Zur Strafe der Film zum Buch, dann das Theaterstück zum Film; und weil die Rekonvaleszenz ist unsere Pflicht, schlußendlich die englische Verfilmung des unansehlichen Stoffs im Englisch-Unterricht. Hartes Urteil meinen Sie? Keine Sorge, die Kinder verstehen diese Botschaft immer und es ist gut: der Stoff ist wichtig, Widerstand nichtig. Direkt an zweiter Stelle unter Gerechtigkeit kommt das Geschlecht, nicht schlecht? Wer wie mein Kind rechnen kann, auch mit dem Transgerechtgeschlecht-Rechenschieber, der bekommt heraus: Geschlecht ist gerecht und auf keinen Fall „Rechts“. Auch bei hohem Aufkommen in der Gauss*****schen Mitte lässt sich das spielend ver-rechnen. Das Ergebnis erstaunt nur jene, die niemals die Mitte im römischen Kreisverkehr halten sollten: Mittelstreifenverkehr ist Kamikaze, die Mitte ist schon viel zu weit rechts. Streifenwechsel ist Pflicht, angezeigt wird er nicht. Die Linksfahrer drehen im Kreis, die Rechtsausleger wollen raus. Sie wissen doch, im Kampf gegen ungerechten Rechts-Verkehr geht es darum Zeichen zu setzten: links blinken, rechts rausfahren.</span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Endlich klärt die Klassenlehrerin die aufgeklärten Eltern auf, was wirklich hier die Sache ist. Das macht sie gern, das sieht sie als ihre höchste Pflicht. Im Buch geht es weder um jenes, was die Jugendlichen sticht noch was mich als Vater anspricht. Die Sache ist - sie ahnen es schon - die Erinnerungs- und Schulddiskussion. Der Hanna im Roman fehlt das H und ihre HER-story die ER-innerung. Denkt bitte jetzt nicht an die Hanna ohne H, mit R wie Resch und mit der ARD. Die hatte es auch schwer mit der Erinnerung. Ihr fiel zumindest noch ein was wichtig ist: der Israeli ein rechter Schurke ist („<a href="https://www.youtube.com/watch?v=Fq-ecR6Arpw" target="_blank" rel="noopener">Hanna Resch sammelt sich</a>“). Dann musste sie sich sammeln - ich mich auch, und die Runde brach in schmerzlich-hysterisches Lachen aus. Pfui, wer gar an die Hannah mit H und Arendt dacht. Welch ein Hohn, ein deutscher Schurke du bist! Verstehen was auf dem Spiel steht bei jeder Tat? Das war ihr Auftrag, ihr Bündnis und Verkehrsverbund, der „Integrität der Tatsache“ verpflichtet. Sie stand aufrecht auch wenn sie saß, inspirierte während sie öffentlich-rechtlich ihre Fluppe qualmte. Ihr Element, die amerikanische Revolution, das town hall meeting in lebendiger Diskussion - der Geruch von Freiheit und die Macht der öffentlichen Tat, er vertreibt den bullshit, der uns in allen Kanälen küsst. Im Abflussrohr sitzen Faktenkleckerer, mit Mundgeruch und konspirativen Abhörinstrumenten. Sie Klotzen und Kotzen, bis einer sich ver ….</span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Der Arendt’sche Mut war groß, wie ihrer Widersacher viele. Im Jammertal der Pädophilie hat sie ebenso wenig verloren wie als poster child auf dem Bus der Anarchie. Meine Lehrerin damals, schaute mir tief in die Augen ins Herz, und sagte: Sie müssen Hannah von A bis Z lesen. Heute sagt die Lehrerin dem Vater vom Sohn, warum zu lesen sei die story der Hanna ohne H, der pädophilen Kindermörderin ohne Kind. Wen es stört, der möge sich bei jenen beklagen, die an höchster Stelle steh‚n. Beamte führen nur aus was die Führer sagen: Demokratie fördern, Spritzen und Spitzen verteilen, alle Eichmänner und Eichfrauen bei Fuß - oh je, welch ein Graus.</span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Schade ist es schon, denn wie sollte ich beim Werther oder bei Antigone sagen: „Mein Sohn, schau mal, Vorlesen lohnt sich, schlag Gold aus der üblen Pflicht. Deine Chancen bei den Girls steigen exponential, eröffne deinen eigenen Vorlesekanal“. Er war Feuer und Flamme für diesen Staat und hatte den Titel schon parat: „Weder Rechts noch Sex“. Hier ist er voll auf Spur, streaming on line und mainstreaming auf der PubertätsVerhinderungsMittel-Spur: „Sei du selbst“ und verarsch deine Eltern mit dem Gesetz das Selbstbestimmung macht zum ehernen Gesetz: Kinder gehören dem Staat, ihr Eltern habt den Windelsalat. Das Motto des Sprechkanals ist solchen Lappalien entronnen, seiner Zeit weit voraus: „Sprechakt statt Geschlechtsakt“ - es klatschen alle Applaus. </span></p>
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		<title>Buchstabensalat und Gedenkenverwirrung: AFD oder ADF?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Peter Levin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 26 Jan 2024 16:39:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Deutsche und Juden]]></category>
		<category><![CDATA[Gut & Böse]]></category>
		<category><![CDATA[Israel]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Meine Rede als Bundespräsident zum nationalen Gedenktag am 27. Januar 2024 Meine Damen und Herren, als ich gestern meinen pubertierenden Sohn zur Schule wecken wollte stammelte er nur „ich habe AFD“. Ich dachte ihn hätte das (politische) Fieber gepackt. Schon... <a class="more-link" href="https://www.hannah-arendt.de/2024/01/buchstabensalat-und-gedenkenverwirrung-afd-oder-adf/">Weiterlesen &#8594;</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Meine Rede als Bundespräsident zum nationalen Gedenktag am 27. Januar 2024</p>
<p>Meine Damen und Herren, als ich gestern meinen pubertierenden Sohn zur Schule wecken wollte stammelte er nur „ich habe AFD“. Ich dachte ihn hätte das (politische) Fieber gepackt. Schon wollte ich Temperatur messen, als sich herausstellte ich selbst habe Buchstabensalat, also jene weit verbreitete Krankheit mit katastrophalen Folgen, bei der im akuten Zustand niemand mehr weiss, was er-sie-es hört, wer noch mit-hört oder schon längst hin-und-weg de-und-a-portiert gehört.</p>
<p>Tatsächlich meinte mein Sohn „ADF“. Sie wissen nicht was ADF ist? Ich wusste es auch nicht und lag mit all meinen spontanen Assoziationen daneben. Es ist - Gott bewahre - keine kreative Umformulierung der „Arbeit für Dumme“ (AFD). Mein Sohn ist - wie wir alle heutzutage - ein guter Schüler und würde nie billige Witze über die AFD oder ähnliches machen. Ausserdem ist er klug genug, um zu wissen, dass bei akutem Buchstabensalat, solche Späße zur Verschlimmbesserung führen.</p>
<p>Was meinte er denn nun mit ADF? Es ist so langweilig wie verwirrend: „Arbeitsauftrag durch Fachlehrer“. Falls Sie nun denken das hat mit Arbeit und Fachkraft zu tun, irren Sie sich gewaltig. Es ist das krasseste Gegenteil. Die Schulstunde fällt aus und der Fachlehrer ist weder vom Fach noch bei der Arbeit. Das ist die wahre Alternative für Deutschland (wAFD): ein kränklicher Fachlehrer ohne Fachkenntnisse gibt den Ausfall in Auftrag. Kommt Ihnen das nicht aus der Fachliteratur bekannt vor? Richtig, das ist der HBK, die gefährliche Dekompensationsstufe des Buchstabensalats; benannt nach einem deutschen Oberlehrer und Superministrant.</p>
<p>Wenn Sie wüssten welchen grandiosen Auftrag die Lehrer vom Fach in Arbeit geben, wären Sie vielleicht genauso freudig erregt wie ich, insbesondere in dieser Woche, in der wir es wieder einmal von der Wannseekonferenz bis nach Auschwitz und zurück geschafft haben. Dieser Spurt und Spagat vom Wahnsinn nach Wahnwitz kommt nicht von ungefähr. Es kommt aus voller Seele und aus der Tiefe des historischen Bewusstseins. Da hat mein Sohn mehr Glück als er je Verstand haben können wird. Im Deutschunterricht hat er Geschichte, im Matheunterricht hat er Geschichte, im Physikunterricht hat er Geschichte. Selbst im Geschichtsunterricht hat er Geschichte. Und in Englisch schauen sie eine „Doku über Gaza“ weil die Klasse die Alternative aus Deutschland satt hat. Nämlich den Film über die „eklige“ (sagt mein Sohn) pädophile Geschichte über Erinnerungsausfall und Arbeitslager zum dritten Mal und nun auf English, zu sehen. Sie haben es erraten? Genau, der „Vorleser“ ist der Arbeitsauftrag der Fachlehrerkonferenz und führt unweigerlich zu erlesenem und historisch tiefer gelegten Verantwortungsbewusstsein. Was mein Sohn alles verantwortet zieht einem die Schuhe aus: den Genozid in Gaza, das Gas in Auschwitz, und noch das Gas das zum widerlichen Abdruck führt. Bitte fragen sie nicht welche Schuhgröße er hat. Zum Glück weiss er wo Auschwitz liegt - zwischen den Polen, die abschmelzen. Gaza kennt er wie seine Westentasche, die den permanenten Genozid an Döner und den täglichen Overkill an Türkentaschen (Dürüms) dokumentiert.</p>
<p>Doku ist sein Spezialgebiet und er wird sicher einmal Dokumentarfilmemacher werden und dabei&nbsp; gute Arbeit für Deutschland (gAFD) und zum Wohle des internationalen Völkersalats beitragen. Er ist ein gekonnter Beiträger und legt sich wieder schlafen. Ich&nbsp; hüte derweil die Schafe und singe für ihn „Happy Remembrance Day, scheiden tut weh, der Vater frisst das Schaf, die Mutter ist ein Albträumelein, Schaf Kindchen&nbsp; Schaf“. Ich wünsche Ihnen einen berührenden Gedenktag. Stolpern Sie nicht über Steine und vergessen Sie niemals ihren Sohn am 27. Januar 2024 zu wecken.</p>
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		<title>Die permanente Vergangenheit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Boris Blaha]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 23 Jun 2021 11:38:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Das Politische]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Gesetz]]></category>
		<category><![CDATA[Gut & Böse]]></category>
		<category><![CDATA[Moral]]></category>
		<category><![CDATA[Ordnung]]></category>
		<category><![CDATA[Totalitarismus]]></category>
		<category><![CDATA[Welt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im Unterschied zu einem rechtlichen Schuldvorwurf, der die Verletzung eines weltlichen Gesetzes oder Gewohnheitsrechtes angeben muss, bezieht der moralische Schuldvorwurf seine Legitimation aus einem, nur bestimmten auserwählten Medien geoffenbarten Universalgesetz. Anders als das Tatsachenereignis, das gewöhnlich von mehreren wahrgenommen, erfahren... <a class="more-link" href="https://www.hannah-arendt.de/2021/06/die-permanente-vergangenheit/">Weiterlesen &#8594;</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Im Unterschied zu einem rechtlichen Schuldvorwurf, der die Verletzung eines weltlichen Gesetzes oder Gewohnheitsrechtes angeben muss, bezieht der moralische Schuldvorwurf seine Legitimation aus einem, nur bestimmten auserwählten Medien geoffenbarten Universalgesetz. Anders als das Tatsachenereignis, das gewöhnlich von mehreren wahrgenommen, erfahren und in seinen Auswirkungen gemeinsam gedeutet werden kann, erleuchteten die das abendländische Denken prägenden Offenbarungen jeweils nur Einen, das gilt für den Mann am brennenden Dornbusch (Mose), wie für den, der die Höhle der gefesselten anderen verließ, um die Idee, nicht nur ihren Schatten mit seinem geistigen Auge zu schauen (Platons Höhlengleichnis). Was der eine gehört haben soll, soll der andere erblickt haben, aber von weiteren Beteiligten, gar unabhängigen Zeugen ist bislang nichts bekannt, ein Indiz für die merklichen gedanklichen Defizite der Metaphysik gegenüber den öffentlichen Angelegenheiten, in denen stets die gemeinsame Sache Vieler auf dem Spiel steht. Die traditionelle Philosophie hat immer nur <em>den</em> Menschen gedacht, zu einer politischen Leistung wie der antiken Tragödie war sie nicht in der Lage. Auch die monotheistische Gottesvorstellung kennt immer nur den Einen als Ebenbild und die anderen als bloße Wiederholung des Einen.<span id="more-1266"></span></p>
<p>Wer als Vermittler einer nur ihm geoffenbarten Wahrheit spricht, sondert sich von den unterschiedlichen politischen wie rechtlichen Räumen der Gleichheit ab, die sich eine öffentliche Sache in ihre Mitte legen und etabliert, sofern die Angesprochenen ihm zuhören und folgen, eine neue räumliche Ordnung, in der die prinzipiell unendliche, mit jeder Geburt, jedem Neuanfang erweiterbare Differenz der möglichen Positionen und Standpunkte (keine Meinung ohne Standpunkt) auf ein nur noch zweiwertiges Über- und Unterordnungs-Verhältnis reduziert wird. Mit etwas Glück&nbsp; stößt man in alten Kirchen noch auf die Schranke, die den Raum der Kleriker von dem der Laien separierte. Hören fällt hier mit Gehorchen, Unterschied mit Abfall zusammen: man kann sich dem Schuldvorwurf unterwerfen und geloben, alle Vorschriften des Herrn fürderhin gehorsamst zu erfüllen oder denjenigen, der den Vorwurf erhebt, von seinem Platz vertreiben, um den Platz des Herrn selbst einzunehmen und dauerhaft zu behaupten, was in aller Regel nicht ohne Gewalt zu bewerkstelligen ist. Tertium non datur. Machen sich neben dem einen Herrn und seinen Vorschriften konkurrierende Begehrlichkeiten breit, wozu auch Freiheit und Sicherheit einer privaten Sphäre vor politischen, religiösen oder moralischen Übergriffigkeiten gehören, muss das Schwert gegürtet und den Abfallenden der Garaus gemacht werden, einerlei, welch andere Bindungen hier noch eine Rolle spielen könnten. Die Bindung an den Einen dominiert alle anderen Bindungen, die an die Familie oder das Land oder auch nur an das private Hobby. Dieses Sollen erlaubt keine andere Abwägung und gilt unbedingt. („<em>.. und erschlage seinen Bruder, Freund und Nächsten</em>“, Mose 2, 32, 27). Peter Sloterdijk nannte das Sinai-Schema die Urszene einer Totalen Mitgliedschaft (<em>Gottes Eifer</em>, 2007 und <em>Im Schatten des Sinai. Fußnote über Ursprünge und Wandlungen totaler Mitgliedschaf</em>t, 2013). Immer radikaler werden auch heute wieder aus dem Kreis der Wohlmeinenden diejenigen Sterblichen entfernt, die sich ein selbst verantwortetes Leben nicht aus der Hand nehmen lassen wollen, was für die nahe Zukunft nichts Gutes erahnen lässt.</p>
<p>Die Moralisierung der Politik führt die Figur des Souveräns in eine Ordnung ein, in der aus politischer Sicht der Platz des Souveräns leer zu bleiben hat (Claude Lefort) und sie fügt die Gewalt in eine Raumordnung ein, die aus rechtlicher wie politischer Sicht eigens daraus verdrängt wurde („<em>Wo die Gewalt in die Politik selbst eindringt, ist es um die Politik geschehen</em>“. Hannah Arendt, 1963). Auch der runderneuerte Herr beansprucht die vollständige Herrschaft über das Leben. Was manche Biopolitik nennen, ist bloß zum wiederholten Mal aufgewärmte Theokratie. Unter dem dünnen Firnis einer als „Zivilgesellschaft“ nur scheinbar befriedeten Ordnung brechen Herrschaftsphantasie und Gewaltsamkeit erneut explosiv hervor. Von Eintracht (<em>concordia</em>), einer der wichtigsten politischen Tugenden einer bewohnbaren Welt, spricht schon längst keiner mehr.</p>
<p>Mit dem Stuttgarter Schuldbekenntnis der deutschen Protestanten von 1945, ein Bekenntnis vor Gott, nicht gegenüber den anderen, blieben sowohl Raum wie Position des Herrn und seiner Verkünder intakt. Kurz darauf entstand die, was schon der Name unmissverständlich zum Ausdruck brachte, dezidiert antipolitische „Ohne Mich-Bewegung“, der Vorläufer der späteren Friedensbewegung, wenn nicht gar das prägende Beispiel aller deutschen Nachkriegsbewegungen inklusive der infantilisierten Globusretter, die jeden Boden unter den Füßen verloren haben. Die nachhaltigen Folgen bis heute hat gerade Herbert Ammon in einem Text auf Globkult dargestellt (<a href="https://www.globkult.de/geschichte/zeitgeschichte/2081-historische-schuld-und-politische-gegenwart"><em>Historische Schuld und politische Gegenwart</em></a>). Ammon erwähnt eine Formulierung vom EKD-Ratsvorsitzenden Heinrich Bedford-Strohm, der eine Synode als „Avantgarde des Reiches Gottes“ bezeichnete und damit schon sprachlich eine Verbindung herstellte zwischen Lenin, der führenden Rolle der Partei und der evangelischen Kirche in Deutschland. Schert einer aus und versetzt sich selbst vom moralischen zurück in den politischen Raum, wie seinerzeit Philipp Jenninger, verschwindet er so unmittelbar aus der öffentlichen Sicht- und Hörbarkeit, wie nach ihm keiner mehr. Dass nun ausgerechnet die deutschen Protestanten jene Avantgarde wieder einführen wollen, die ganz Mittel-Osteuropa 1989 endlich aus den vom sowjetischen Imperium diktierten Verfassungen gestrichen hatten, kann nur als Treppenwitz der Geschichte bezeichnet werden.</p>
<p>Der moralische Vorwurf enthält gegenüber dem juristischen zahlreiche unmittelbare Vorzüge: egal wer, selbst unmündige, gar kranke Kinder können ihn überall, zu jeder passenden oder unpassenden Gelegenheit, an beliebige Adressaten richten und ohne jegliche formale Hürde, Anforderung oder Vorprüfung erheben. Nicht einmal irgendein Beleg für die erhobenen Behauptungen ist erforderlich. Trifft der moralische Vorwurf auf einen zeitgeistigen Erwartungshorizont und adressiert sich an bereits massenmedial erfolgreich etablierte Feindbilder, verbreitet sich das Gerücht in Windeseile, bevor auch nur die leiseste Skepsis sich Gehör verschaffen kann (<em>die Hetzjagden von Chemnitz</em>). Zudem enthält der moralische Schuldvorwurf einen unmittelbaren psychologischen Identitätszuwachs, der ohne den Umweg über die Anerkennung der anderen quasi völlig autonom eingestrichen werden kann: es erhebt den Ankläger und erniedrigt den Beschuldigten und das alles ohne jede Auseinandersetzung, Streit oder Wettbewerb vor Zuschauern. Der andere ist schon aus dem rechtlichen Raum der Gleichen entfernt, bevor er überhaupt widersprechen kann. Der moralische Vorwurf ist auf das Urteil der anderen nicht angewiesen. Alles das, was in einem ordentlichen procedere zur Klärung einer juristischen Schuld selbstverständlich ist, vom <em>audiatur et altera pars </em>bis zum Austausch eines Richters wegen Befangenheit, ist der moralischen Schuld entbehrlich. Wo diese ihre Stimme erhebt, ist es um Freiheit und Selbstbestimmung geschehen.</p>
<p>Und: die moralische Schuld vergeht nicht, da, gemessen an einem klassischen Gerichtsprozess (ein fast schon anachronistisches Überbleibsel aus der Antike), die zweite und dritte Position, die des Verteidigers und die des Richters fehlen und damit Urteil, Strafe, Verbüßung und Wiederaufnahme in die Gemeinschaft auf das Jüngste Gericht hinaufgeschoben sind. Die Schuld haftet, wie das Kainsmal, auf ewig, denen sie angeheftet wurde. Das weltliche, vom Vergessen bis zum Versöhnen bleibt ihr äußerlich. Während die weltliche Schuld einzelne aus der Gemeinschaft herausgreift, um die beschädigte Rechtsordnung für die anderen wieder zusammen zu fügen, organisieren die Ordnungen totaler Mitgliedschaft die gesamte Menschheit als schuldig. Das Gerede vom CO<sub>2</sub> Fußabdruck ist nur die Neuauflage von Adams sündhaftem Samen, der jedes Neugeborene schon infiziert hat, bevor es überhaupt seinen ersten Schrei von sich geben kann.</p>
<p>Vor wenigen Wochen machte eine Anzeigenkampagne der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft die Runde, in der die Kanzlerkandidatin der Grünen, Annalena Baerbock als Moses mit zwei Verbotstafeln dargestellt wurde. Wie nicht anders zu erwarten, rief sie die üblichen Reflexe der Immergleichen hervor, die hier nicht weiter von Belang sind. Wahrscheinlich ohne sich dessen bewusst zu sein, traf die Kampagne jedoch einen entscheidenden Punkt. <span class="tm7">Erinnert sei an dieser Stelle nur daran, dass Walter Ulbricht, ein Tischlergeselle, auf dem Fünften Parteitag der SED im Juli 1958 die Zehn Gebote für den sozialistischen Menschen verkündete. </span>Der moralische und der politische Sinn von Gesetz unterscheiden sich fundamental und ein weit über seinen akademischen Fachhorizont hinaus denkender Ägyptologe wie Jan Assmann hatte zu der Formulierung gefunden, dass die mosaische Unterscheidung eine Wende herbeigeführt hat, „<em>die entscheidender als alle politischen Veränderungen die Welt bestimmt hat, in der wir heute leben</em>“ (Jan Assmann, 2003). Auch Hannah Arendt, Walter Benjamin und Carl Schmitt gehören zu denen, in deren Gedanken der genannte Unterschied zwischen politischem und moralischem Sinn von Gesetz eine nicht unbeträchtliche Rolle spielt. (<em>„Wir sind so gewöhnt, Gesetz und Recht im Sinne der Zehn Gebote und Verbote zu verstehen, deren einziger Sinn darin besteht, dass sie Gehorsam fordern, dass wir den ursprünglich räumlichen Charakter des Gesetzes leicht in Vergessenheit geraten lassen.“ </em>Hannah Arendt<em>).</em></p>
<p>Die grüne Ideologie dagegen beruht auf der gleichsinnigen Scharnierfunktion eines mosaischen Sinnes von Gesetz, das als Naturgesetz Ereignisse mit Notwendigkeit aufeinander folgen lässt, einer Gewissheitsherstellung aufgeklärter Wissenschaft, die wie bei Kant der Natur ihr Gesetz vorschreibt und einem Moralgesetz, das den Sterblichen alternativlos das Leben vorzuschreiben sich erneut anschickt. Der Klimawandel gilt als unbestreitbares Naturgesetz, seine Gewissheit stammt aus wissenschaftlichen Modellrechnungen, woraus zwingende Verhaltensvorschriften mit Notwendigkeit abgeleitet sind, die weder Aufschub noch Abweichung dulden. Wer sich dem verweigert, wird zum Feind der Menschheit erklärt. Für Freiheit ist in diesem Gestell kein Platz. Das gleiche Scharnier diente den Bolschewisten als Herrschaftslegitimation, nur dass sie sich anstelle des Naturgesetzes auf das der Geschichte beriefen. Das ganz andere Extrem dieser einfachen zweiwertigen Herr-Knecht Logik im Haus des Herrn markiert eine radikal-orthodoxe jüdische Gruppierung in New York, die aus den totalitären Einbrüchen des 20. Jahrhunderts die genau umgekehrte Konsequenz einer totalen Unterwerfung zog. Hitler sei, so berichtet ein Mitglied der Satmarer Gemeinde in ihrer autobiographischen Schilderung des allmählichen Ausbruchs aus dieser totalen Mitgliedschaft, von Gott als Strafe geschickt worden, „<em>um die Juden dafür zu bestrafen, sich selbst erleuchtet zu haben. Er kam, um uns zu reinigen, um alle assimilierten Juden zu vernichten, alle frejen Jidden, die dachten, sie könnten sich selbst vom Joch, die Auserwählten zu sein, befreien.</em>“ (Deborah Feldmann, Unorthodox, 2016).</p>
<p>Die massive Moralisierung der Politik begann nach dem Ende des Ersten Weltkrieges, der Urkatastrophe der europäischen Moderne und entfesselte eine unheilvolle Dynamik von Schuld- und Erlösungsphantasien, die bis heute, insbesondere in Deutschland, weder dauerhaft noch wirksam unterbrochen wurde. Die Grünen und ihre intellektuellen Claqueure würden sie weder unterbrechen, noch auflockern, nur weiter radikalisieren.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>zuerst publiziert auf: <strong><a href="https://globkult.de/geschichte/zeitgeschichte/2082-die-permanente-vergangenheit">Globkult</a></strong></p>
<p>The post <a href="https://www.hannah-arendt.de/2021/06/die-permanente-vergangenheit/">Die permanente Vergangenheit</a> first appeared on <a href="https://www.hannah-arendt.de">Hannah Arendt - Der Sinn von Politik ist Freiheit</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Annalena und Adolf</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Boris Blaha]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 14 Jun 2021 19:42:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Das Politische]]></category>
		<category><![CDATA[Freiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Gut & Böse]]></category>
		<category><![CDATA[Moral]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Moralisch gesehen ist es ebenso falsch, sich schuldig zu fühlen, ohne etwas Bestimmtes getan zu haben, wie sich unschuldig zu fühlen, wenn man tatsächlich etwas begangen hat. Hannah Arendt &#160; Vergleiche sind ein gewagtes Spiel, wenn das, was verglichen werden... <a class="more-link" href="https://www.hannah-arendt.de/2021/06/annalena-und-adolf/">Weiterlesen &#8594;</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: right;">Moralisch gesehen ist es ebenso falsch, sich<br>
schuldig zu fühlen, ohne etwas Bestimmtes<br>
getan zu haben, wie sich unschuldig zu fühlen,<br>
wenn man tatsächlich etwas begangen hat.<br>
<em>Hannah Arendt</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Vergleiche sind ein gewagtes Spiel, wenn das, was verglichen werden soll, von vielen zum Fetisch erhoben und damit der gewöhnlichen Auseinandersetzung entzogen werden soll. Andererseits: ohne Vergleich weder Gemeinsamkeit noch Unterschied. Denken beginnt mit unterscheiden, soll eine kluge Frau gesagt haben. Dass beide Vornamen mit A anfangen, mag Esoteriker inspirieren, dem gesunden Menschenverstand fällt zunächst auf, dass beide nichts anzubieten haben und damit weit aus dem politischen Tagesgeschäft herausfallen. In den Zeiten der römischen Republik nannte man das den <em>cursus honorum</em>, eine traditionelle Abfolge der Ämter, die erst durchlaufen werden mußte, bevor man sich für das höchste Amt qualifizieren konnte. Konrad Adenauer war in aller Kürze und unvollständig Volljurist, verfügte über mehrjährige Berufserfahrung beim Amts- und Oberlandesgericht Köln, bevor er auf dem Weg über Zwischenstufen als Beigeordneter viele Jahre lang das Amt des Oberbürgermeisters der Stadt Köln ausübte. Er war Aufsichtsrat in mehreren großen Unternehmen, 12 Jahre lang Präsident des preußischen Staatsrates und 73 Jahre alt, als er am 15. September 1949 das Amt des Bundeskanzlers übernahm. Wir ersparen dem Leser die Auflistung der Vorzüge, die ein Helmut Schmidt oder zahlreiche andere ins Amt mitbrachten. Die Peinlichkeit zum gegenwärtigen Tiefststand wäre doch zu unerträglich.</span><span id="more-1247"></span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Der Kanzlerkandidat der Union hat wenigstens schon ein Bundesland regiert, bevor er den Sprung nach ganz oben wagt und selbst ein Joschka Fischer hat sich Nächte lang durch die Bücher gefressen und nachgeholt, was durch den fehlenden formalen Bildungsweg versäumt worden war. Hingegen haben weder Adolf noch Annalena einen Beruf, nicht einmal eine ordentliche abgeschlossene Ausbildung. Der gekaufte Master kann da nichts ersetzten. Sie haben weder Lebens- noch Berufserfahrung und erst recht keine Erfahrung in öffentlichen Angelegenheiten. Nichts, aber auch wirklich gar nichts in ihrem bisherigen Lebenslauf qualifiziert sie, Millionen anderen mit gänzlich anderen vorzeigbaren Lebensleistungen zu sagen, wo es langgehen soll. Ist es vielleicht gerade dieses Nichts, das sie so anziehend macht und vielen ermöglicht, alles Mögliche, was sie sehen wollen, dort hineinzusehen, wo nichts ist. Ein unbeschriebenes Blatt, mit dem nahenden Weltende apokalyptisch orchestriert, als maximale Projektionsfläche jüdisch-christlicher Erlösungsphantasien? Der mit der Alleinschuld am Ersten Weltkrieg einsetzenden massiven Moralisierung der Politik würde, statt einer Unterbrechung, bloss ein weiteres Kapitel hinzugefügt werden.</span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Freilich, ein markanter Unterschied ist nicht zu übersehen. Während der eine, männlich aggressiv, alles riskierte, die Nachbarländer mit Krieg und Vernichtung überzog, die alleinige Weltherrschaft anstrebte und bald größter Feldherr aller Zeiten genannt wurde, wirbt die andere mit ihrer kindlich reinen, von allem Bösen unbefleckten Naivität und möchte die ganze Welt statt Herrschaft mit ihren infantilen Rettungsphantasien beglücken. Radikal-pragmatisch müsse jetzt, so schreiben ihre intellektuellen Claquere, ein Zeitenbruch herbeigeführt, das Gute, wo nötig mit Gewalt, hergestellt werden. Wollte Hitler der deutschen Herrenrasse so viel Lebensraum wie möglich verschaffen, geben die Grünen erst Ruhe, wenn der letzte Biodeutsche verschwunden, die multikulturelle Gesellschaft verwirklicht, die Schuld endlich getilgt sei, ein umgekehrter Rassismus. Wo die einen den Krieg nach außen, treiben die anderen den Krieg nach innen. Der Kampf gegen rechts hat längst manichäische Züge. Beide eint wiederum, dass sie, so scheints, dem alltäglichen, normalen Urteilen entzogen sind. Sie repräsentieren eine, religiös überdeterminierte Erlösungssehnsucht aus einer, offenbar anders nicht auflösbaren Bedrängnis. Die religiös überhöhte Heilserwartung an den „Führer“ kann man unter anderem den Tagebüchern Goebbels ablesen. Das empörte Aufheulen eines Robert Bütikofer (widerwärtiger Dreckspatz, Griftspritzerei), weil man auf tichyseinlick Lebenslauf und Aussagen seiner Heiligen genauer unter die Lupe genommen und mit der Wirklichkeit konfrontiert hatte, läßt sich mit aufgeklärter Rationalität alleine nicht verstehen. In den Anfängen der historischen Bibelkritik wird man ähnlich wütende Reaktionen der Offenbarungsverwalter vernommen haben. Schon die Kanzlerkandidatur von Martin Schulz war mit zahlreichen Metaphern dem politischen Diskurs entzogen und religiös verfremdet worden. Das sogenannte Sturmgeschütz der Demokratie markierte mit dem Titelbild des heiligen St. Martin einen besonderen Tiefpunkt politischer Urteilkraft. Schon 1946 monierte Heinrich Blücher an Karl Jaspers die gedankenlose Fortsetzung der Kontinuität der abendländischen Schuld- und Erlösungsdynamik. Das christlich scheinheilige Gequatsche diene nur dazu, die Verantwortung zu vernichten. Die Deutschen hätten sich nicht aus der Schuld, sondern aus der Schande zu retten. Ihr eigentlicher Konflikt bestünde in dem republikanisch-freiheitlichen Willen Weniger gegenüber den kosakisch-knechtischen Neigungen Vieler. </span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Auch nach dem Zweiten Weltkrieg zählt nicht die moralische Beruhigungspille ‚wer schläft sündigt nicht‘, sondern politisch: man ist nicht nur verantwortlich für das, was man tut, sondern auch für das, was man unterlässt, aber hätte tun können. Es heißt, bei seiner ersten militärischen Aktion, der Besetzung des entmilitarisierten Rheinlandes, ein klarer Bruch des Versailler Vertrages, sei Hitler von all seinen militärischen Abenteuern am nervösesten gewesen, standen doch auf der anderen Rheinseite 12 gut ausgebildete französische Divisionen parat, die seinem Vabanque-Spiel mit hastig zusammengewürfelten, schlecht ausgerüsteten und weit unterlegenen Kräften mühelos ein jähes Ende hätten bereiten können. Maria Dabrowska, die große Dame der polnischen Literatur, schrieb in ihrem Tagebuch im Mai 1939: „Überhaupt haben England und Frankreich Hitler großgezogen, wie einst wir Preußen an unserer Brust großgezogen haben.“ Auch Hitlers perfides Spiel, alle Differenzen auszulöschen und „die Deutschen“ in die Mithaftung der organisierten Schuld zu ziehen, haben viele, der eigenen bequemen Entlastung wegen, weitergespielt. Es sei nur an Historiker-Streit und Goldhagen-Debatte erinnert.</span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Was also, wenn, bezogen auf die religiöse Überdeterminierung, Annalena und Adolf aus der gleichen Prägung kämen und die eine nur die Kehrseite des anderen wäre? Wäre dann nicht die öffentlich geforderte Rückbindung von Aussagen an die Realität nicht Wahlkampf, sondern viel allgemeiner, ein notwendiges, ethisches Korrektiv? Außerhalb der christlichen Schuld- und Erlösungsdynamik formulierte es Arendt politisch: Die Realität ist zu ihrem Schutz auf uns angewiesen. Diese Verantwortung geht uns alle an.</span></p>
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		<item>
		<title>Neues vom Stuhlkreis. Integration, Offenheit, Toleranz; und: Gewalt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[A. K. Hermann]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 22 Mar 2021 16:47:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Flüchtlinge]]></category>
		<category><![CDATA[Gut & Böse]]></category>
		<category><![CDATA[Moral]]></category>
		<category><![CDATA[Verfassung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Kürzlich fand eine Veranstaltung namens “Integrationsgipfel” statt. In Deutschland, März 2021. Thema: Integration von Migranten in deutsche Gesellschaft und Kultur. Die deutsche Bundeskanzlerin hat, vom Gipfel her, einheimische Deutsche zu Offenheit und Toleranz gegenüber migrantischen Mitbürgern aufgerufen. Sie hat für... <a class="more-link" href="https://www.hannah-arendt.de/2021/03/neues-vom-stuhlkreis-integration-offenheit-toleranz-und-gewalt/">Weiterlesen &#8594;</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Kürzlich fand eine Veranstaltung namens </span><span class="tm6">“</span><span class="tm6">Integrationsgipfel</span><span class="tm6">”</span><span class="tm6"> statt. In Deutschland, März 2021. Thema: Integration von Migranten in deutsche Gesellschaft und Kultur. </span><span class="tm6">Die deutsche Bundeskanzlerin hat, vom Gipfel her, einheimische Deutsche zu Offenheit und Toleranz gegenüber migrantischen Mitbürgern aufgerufen. Sie hat für Zusammenhalt</span><span class="tm6"> und </span><span class="tm6">Zivilgesellschaft plädiert; gegen Hass und Gewalt. Aus dem Nebeneinander müsse ein Miteinander werden - das erinnert an den Stuhlkreis, in der Kita.</span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Und eins fällt auf. Der Sache nach geht es um zwei soziale Gruppen. Ankömmlinge, Einheimische. Der Aufruf zum wohligen Miteinander jedoch richtet sich - nur - an die Einheimischen. </span></p>
<p class="Normal tm5"><strong><span class="tm7">Warum wird nicht auch den Ankömmlingen, sogenannten Flüchtlingen</span><span class="tm7"> -</span><span class="tm7"> naseweis ausweichend: “Geflüchteten”</span> <span class="tm7">- , Offenheit und Toleranz anempfohlen? </span></strong><span id="more-1211"></span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Es sind, zunächst einmal, durchaus nicht Flüchtlinge, die hierher kommen. Es sind, nach Asylgesetz § 3, schlicht </span><em><span class="tm8">Ausländer</span></em><span class="tm6">. Diese können die </span><span class="tm6">“</span><em><span class="tm8">Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft</span></em><span class="tm6">”</span><span class="tm6"> - und damit das Asyl - mit Verweis auf fünf definierte Arten der Verfolgung </span><em><span class="tm8">beantragen</span></em><span class="tm6">. </span><span class="tm6">Asylrecht ist Antragsrecht, mehr nicht. </span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Das vom deutschen - vom zeremonial erkenntnislosen “Gedenken” an jüngere deutsche Geschichte belasteten - </span><span class="tm6">“</span><span class="tm6">Flüchtlings</span><span class="tm6">”</span><span class="tm6">-Idealismus so unermüdlich wie realitätsfern beschworene </span><span class="tm6">“</span><span class="tm6">Recht auf Asyl</span><span class="tm6">”</span><span class="tm6"> gibt es nicht. </span><span class="tm6">Und das theatralisch dargebotene </span><span class="tm6">“</span><span class="tm6">Kirchen-Asyl</span><span class="tm6">”</span><span class="tm6"> mag “christlich” sein, was immer das sein soll: jedenfalls ist es grundgesetzwidrig. </span></p>
<p class="Normal tm5"><strong><span class="tm7">Man richte den Blick vom Stuhlkreis-Gipfel doch einmal nach Dänemark. </span></strong><span class="tm6">Zur dänisch gipfellosen, erfrischend pragmatischen, </span><em><span class="tm8">down-to-earth </span></em><span class="tm6">Bewältigung der Migration. Will jemand behaupten, dass DK ein undemokratisches Land ist? </span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Deutsche Stuhlkreis-Appelle und Gipfel-Worte werden verhallen, solange nicht die Ankömmlinge auf ihre nun einsetzende </span><em><span class="tm8">Grundgesetz-Bindung</span></em><span class="tm6">, inbesonders an Art. 3 - </span><span class="tm6">“</span><span class="tm6">Gleichberechtigung von Frau und Mann</span><span class="tm6">”</span><span class="tm6"> - nüchtern, verpflichtend, eindringlich hingewiesen werden. </span></p>
<p class="Normal tm5"><strong><span class="tm7">Deutlich so schon an der deutschen Grenze! </span></strong><span class="tm6">Wo, unbestreitbar sachgemäß, auch das gesamte Antrags/Aufnahme/Abweisungsverfahren abgewickelt werden muss. </span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Es ist an der Zeit, eben die - wohlfeil gescholtene - “Bürokratie”, die </span><em><span class="tm8">Antrags</span></em><span class="tm6">dimension des Asylverfahrens, zu verdeutlichen. Asyl! Übersetzt: Freiheit von Beraubung, oder Bedrohung, des Lebens. </span><span class="tm6">Diese Wirklichkeit wird weithin nicht zur Kenntnis genommen. Von Politik und Medien nicht. Von wohlmeinenden “Flüchtlings”-Hilfstruppen nicht. Von Migranten schon gar nicht. </span><span class="tm6">Nach wie vor, und primär, geht es - wenn man, etwa als kühne “Kapitänin” und Retterin aus angeblicher “Seenot”, Recht und Ordnung zu achten sich herablassen würde - um </span><em><span class="tm8">nachzuweisende</span></em><span class="tm6"> lebensbedrohliche </span><em><span class="tm8">Verfolgung</span></em><span class="tm6">. Das ist alles.</span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Die vielbeschworene “Mitmenschlichkkeit” muss demokratisch begründet sein. Idealische deutsche Männer, keine “Nazis”, sind unter der Flagge “deutschen Menschentums” in Polen und Russland eingefallen. </span></p>
<p class="Normal tm5"><strong><span class="tm7">Wozu denn haben wir das Grundgesetz? </span></strong><span class="tm6">Die GG-Bindung hat strikte Priorität. Gegenüber jeder Form locker feiernder, ahnungslos naiver, kläglich ahistorischer, lächerlich kniefälliger </span><span class="tm6">“</span><span class="tm6">Buntheit</span><span class="tm6">”</span><span class="tm6"> und </span><span class="tm6">“</span><span class="tm6">Vielfalt</span><span class="tm6">”</span><span class="tm6">. Und gegenüber allen mitgebrachten, meist als sakrosankt </span><span class="tm6">“</span><span class="tm6">religiös</span><span class="tm6">”</span><span class="tm6"> vorgeführten Schriften, Sitten und Gebräuchen. Religion? Nichts als ein - hochfragwürdiges und, Gott sei Dank, veränderbares - Kulturprodukt. </span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Wenige Tage vor dem Stuhlkreisgipfel hat ein deutsches Gericht einen Migranten zu sieben Jahren Haft verurteilt - wegen Vergewaltigung. Schreckliche Untaten dieser Art, begangen von Migranten, sind nicht selten. Nun aber die verquere Logik des deutschen Flüchtlingsidealismus, vorgebracht bereits Silvester 2015/16, Domplatte Köln: auch einheimische deutsche Männer sind ja Vergewaltiger. </span></p>
<p class="Normal tm5"><span class="tm6">Richtig. Falsch dagegen: die aus dieser Erkenntnis folgende, häufig </span><span class="tm6">“</span><span class="tm6">statistisch</span><span class="tm6">”</span><span class="tm6"> abgesicherte </span><em><span class="tm8">Relativierung und Verharmlosung </span></em><span class="tm6">migrantischer Gewalttaten.</span></p>
<p class="Normal">
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		<item>
		<title>Widerstand aus Zweiter Hand. Über den entschlossen heroischen Anti-Nazismus</title>
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		<dc:creator><![CDATA[A. K. Hermann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 29 Dec 2020 09:45:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Antifaschismus]]></category>
		<category><![CDATA[Gut & Böse]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Droht uns nun zusätzlich auch der Deutsche Bürgerkrieg? Es scheint so. Man achte auf heute gängige anti-faschistisch/-nazistische Sprachfiguren.&#160; “Ein Dorf steht auf.” So, emphatisch, die Lokalzeitung. Sie berichtet seit längerem über ein dörfliches Netzwerk. Es propagiert Aufmarsch, Aufstand, Widerstand: eine... <a class="more-link" href="https://www.hannah-arendt.de/2020/12/widerstand-aus-zweiter-hand-ueber-den-entschlossen-heroischen-anti-nazismus/">Weiterlesen &#8594;</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p class="p1">Droht uns nun zusätzlich auch der Deutsche Bürgerkrieg? Es scheint so. Man achte auf heute gängige anti-faschistisch/-nazistische Sprachfiguren.<span class="Apple-converted-space">&nbsp;</span></p>
<p class="p1"><b>“Ein Dorf steht auf.” </b>So, emphatisch, die Lokalzeitung. Sie berichtet seit längerem über ein dörfliches Netzwerk. Es propagiert Aufmarsch, Aufstand, Widerstand: eine recht heroische Kampfposition, dreifach entfaltet. Zudem ist man entschlossen: ein Glanzwort deutscher Gewaltkultur der 20er bis 40er Jahre des 20. Jahrhunderts. Weitere Ansagen der Widerstandsgruppe: Hirn ein, Nazis raus! Bunte Vielfalt, braune Einfalt!<span class="Apple-converted-space">&nbsp;</span></p>
<p class="p1"><b>Was ist Buntheit und Vielfalt? </b>Das bleibt unklar. Der Widerstand ist „zivilgesellschaftlich” sanktioniert: d. h. staatlich und kirchlich genehm und gefördert. Zielgruppe: (Neo-)Nazis und (Neo-)Faschisten - die Braunen. Gemeint ist die NPD. Die Braunen verschanzen sich, so monieren die Bunten, im abseits vom Dorf gelegenen braunen Heim. Dort, so stellen die Bunten fest, werden Sonnwend- und Erntefeste gefeiert, Pläne geschmiedet, Kontakte hergestellt. Es wird “konspiriert”. Nachweise der Konspiration legen die Bunten nicht vor. <span class="Apple-converted-space">&nbsp;</span><span id="more-1185"></span></p>
<p class="p1"><b>Eine Widerstandsaktion</b>. Sechs oder neun (6 oder 9) Braune marschieren durchs Dorf. Verfolgt von ca. 350 Bunten. Alle beschützt von einem geradezu spektakulären Polizei-Aufgebot. Schon bald Rückzug der Braunen ins Hauptquartier. Sieg der Bunten. Lokalzeitung: “Die Glocken haben geläutet.”<span class="Apple-converted-space">&nbsp;</span></p>
<p class="p1"><b>Die Präsenz der Faschisten, im Rückzugsnest, ist</b> <b>“unerträglich”. </b>So klagen<span class="Apple-converted-space">&nbsp;</span>die Bunten vom dörflichen Widerstand. Der Innenminister soll eingreifen. Das befremdet. Obrigkeitshörige Aufständische? Was kann die Exekutive tun? Das braune Heim ist abgesichert; das Bundesamt für Verfassungsschutz erklärt die NPD für verfassungsfeindlich, nicht aber für verfassungswidrig.</p>
<p class="p1"><b>Der anti-faschistische Widerstand, heute, ist Widerstand aus zweiter Hand. </b>Ein nachgeholter, im Rückblick als heroisch imaginierter Widerstand. In Wirklichkeit ein vom heutigen Staat, von der Grundgesetz-Demokratie, bequem behütetes Schaustück. Man meint, heute, sich im Jahre ‚44 zu befinden, reinen Tisch zu machen, und die NPD als Hort leibhaftiger Nazis, SS-Einsatzgruppenführer, KZ-Schergen zu enttarnen - wenn doch der Aufstand aus erster Hand, der echte, gegen den mörderisch deutschen, heute so aufdringlich wie uninformiert “faschistisch” genannten Staat scheitern musste.<span class="Apple-converted-space">&nbsp;</span></p>
<p class="p1">Wir befinden uns, heute, im demokratischen Deutschland. Nicht im Nazismus, nicht im Faschismus. Die Titel „Nationalsozialismus“ und „Faschismus“ sind gebunden. Sie können, grundsätzlich, nur auf den Zeitraum 1920 bis 1945 angewendet werden -<span class="Apple-converted-space">&nbsp; </span>Faschismus primär auf Italien: auf die männerbündische (fascio, das Bündel) Paradekultur jener Jahre. Die hat die spezifisch deutsche Ausrottungskultur nicht mitgemacht.</p>
<p class="p1">Die echten Aufständischen, damals, konnten an keinen Innenminister appellieren. Die “Komplizenschaft” (Hannah Arendt) der deutschen Gesellschaft - des deutschen „Volkes“ - war nahezu total: genährt nämlich von der spezifisch deutschen, aus dem deutschen Absonderungs-Idealismus des 19. Jahrhunderts, aus der Kultur der Reinen Menschlichkeit, entstandenen völkischen Reinheit, völkischen Sittlichkeit, bis zur völkisch legitimierten Vernichtung und Ausrottung des Schmutzes, des Ekels, des undeutschen Materialismus.</p>
<p class="p1"><b>Volk, völkisch, Volksgemeinschaft. </b>Das war die Ideologie des deutschen Ausrottungsnationalismus. Es ist die Ideologie des Nationaldemokratismus. Deswegen ist aber die NPD nicht Nazismus und Faschismus. Der Grundbegriff, in beiden Fällen, ist völkisch. Die Gefahr, heute, ist völkisch; nicht aber faschistisch. „Völkisch“: das impliziert die Vorstellung einer„ethnischen“ Gleichartigkeit. Das Wort éthnos - Schar, Gruppe - sagt aber nichts über Gleichartigkeit. Die Volksgemeinschaft ist eine Schimäre. Es gibt die Gesellschaft. Sie ist die Gemeinschaft. Die Grundlage der deutschen Gesellschaft ist ausschließlich das Grundgesetz von 1949. NPD- Politik, so das Parteiprogramm, gründet jedoch „im Geist des deutschen Idealismus“. Da ist die NPD an den falschen Geist geraten: den Kleingeist des (Herderschen) Volkstums, der unbarmherzigen (Kantischen) Pflicht, des (Goethe/Schillerschen) Reinmenschentums etc. etc. - man lese deutsche Feldpostbriefe 1941/42 - bis zur hämischen Ausgrenzung und finalen Säuberung im Großdeutschen Reich.<span class="Apple-converted-space">&nbsp;</span></p>
<p class="p1">Das gibt es nicht mehr. Wir leben in der GG-Demokratie. NPD ist nicht NS/SS/KZ. Die NPD als Nazipartei beschwören: das heißt den völkisch-idealistischen Terror,‚33 bis ‚45, verharmlosen. <span class="Apple-converted-space">&nbsp;</span></p>
<p class="p1"><b>Zwei Bezugspunkte: NS, GG</b>. Der Bezugspunkt des heutigen, des heraufbeschworenen, imaginären, des aufgedonnert bunten Widerstands ist negativ. Nämlich das Böse, das omnipräsente Gespenst NS/KZ/SS, ahistorisch, versteinert, sakral. Man geht, abgesichert, polizeilich behütet, gegen das Böse vor: und verschafft sich damit ein gutes Gefühl.</p>
<p class="p1">Der Bezugspunkt dagegen der Demokratie, heute, ist bejahend, ist das Grundgesetz von 1949, insbesondere Art. 3 bis 1 - in dieser Reihenfolge. Von hier aus ist die NPD, und sind die “Rechten“, hier und in allen unseren Nachbarstaaten, rundherum, von DK über PL, CZ, A, CH, F, L, B, bis NL, zu beurteilen. - „Rechts?“ Das ist: Volk, Reinheit, Idealismus - und, nicht zu vergessen, „Männlichkeit„. Die völkische Viererbande. Ihr, nicht aber imaginierten „Braunen“, gilt es entgegenzutreten.<span class="Apple-converted-space">&nbsp;</span></p>
<p class="p1"><b>Das Pack und die Menschenfeindschaft</b>. Der Braun-besessene, entschlossen heroische, der deutsch-idealistische Widerstand, aus Zweiter Hand, ist müßig. Es ändert sich nichts. Oder vielmehr: NPD, AfD, Pegida, und weiteres „Pack“ werden weiteren Zulauf haben - solange von Politik, Medien, Ämtern, Schulen sowie eklatant widerchristlich „weltverändernden“ Kirchen zur generösen Entgrenzung, zur selbsterhebenden Rettung, zum aufgesetzten FeiernGenießenEntspannen, zur haltlosen Weltläufigkeit, zum gouvernantenhaften Ein-Zeichen-Setzen sowie, neuerdings, zum Aufstand gegen eine global wuchernde „Menschenfeindschaft“ - ein Mode-Artikel der Firma V &amp; B, welcher, im Kreise von ca. 200 Ländern der Welt, nur in D ein Verkaufsschlager sein kann - aufgerufen und ermuntert und angefeuert wird. Armes Deutschland.<span class="Apple-converted-space">&nbsp;</span></p>
<p class="p1"><b>Was tun? Das Eigene - im Rahmen deutscher Geschichte und Kultur. </b>Nur die Erkenntnis des Eigenen kann zur Änderung führen. Was wir brauchen, ist nicht eine happy-go-lucky Vielfalt &amp; Buntheit, und ist erst recht nicht ein stimmungsvolles Gedenken ohne handfeste Erkenntnis.<span class="Apple-converted-space">&nbsp;</span></p>
<p class="p1">Was wir brauchen, ist die Anerkennung einer deutschen (ja, schlicht deutschen), von allen Parteien getragenen Kultur des Eigenen, der Eigenheit und Eigengesinnung, einschließlich vorbehaltloser Wahrnehmung eigenverschuldeten Terrors, unabdingbar im Rahmen einer mörderisch idealistischen deutschen Geschichte - einer Geschichte, die zum<span class="Apple-converted-space">&nbsp; </span>Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland von 1949 geführt hat.<span class="Apple-converted-space">&nbsp;</span></p>
<p class="p1">Das heute alles beherrschende, völlig ahistorisierte, nahezu hysterische Zeremonium der Nazi-Verdammung muss außer Betrieb genommen werden. Es führt zu pathetischen Koalitionsverweigerungen und zu vollmundig empörten Rufen nach Satzungs- und Sitz-Änderungen in Parlamenten. Der theatralisch antifaschistische jedoch erkenntnislose „Widerstand“ fördert nicht eine gesellschaftsstärkende deutsche Eigenheit, sondern den Protest der als lachhaft „braun“ Vorgeführten. Der Protest, wiederum, müsste aufgefangen und, nach GG-Maßgabe und Verfassungsschutz-Kriterien, in die Gestaltung der Gesellschaft eingebracht werden. Nicht aufnahme-geeignet wäre, in jedem Fall, die Kategorie „Volk“.<span class="Apple-converted-space">&nbsp;</span></p>
<p class="p1"><b>Grundgesetz-compliance!</b> Das Vermeiden völkisch motivierter Ausgrenzung kann aber nicht heißen, fremde Kulturen - auch „Religion“ und „Glaube“ sind nichts als Kultur -, unbefragt zu empfangen und dem tönernen Beifall durchs Dorf marschierender Buntheit &amp; Vielfalt zu überlassen. Eine solide und anhaltende Überprüfung der GG-compliance, der Passung (speziell: Art. 3), von Zuwanderern - insbesondere solcher, die dazu neigen, von vornherein „Heilige“ Schriften und darauf beruhendes Verhalten über das GG zu stellen - ist unerlässlich. Solange in deutschen Medien, bunt &amp; vielfältig, vom „Ehren-Mord“ berichtet wird, als sei das eben ein Mord aus Ehre, folkloristisch abzuhaken unter „Sitten und Gebräuche„, solange wird das Deutsche GG, unsere Eigenheit, unsere Ehre, missachtet.</p>
<p class="p1"><b>Schließlich</b>: <strong>die Antifa</strong>! Unterstützt wird virulent antinazistische Buntheit &amp; Vielfalt von der Antifa, der Antifaschistischen Aktion: Schwarze Schar, wild entschlossene Befreier der Frau, Lützow´sche Jäger unserer Zeit; einst KPD-Eingreiftruppe, gegründet 1932. Der Dorf-Bürgermeister: “Die Antifa gehört nicht zu den Verfassungsfeinden, ist nicht vergleichbar mit der NPD.” Diese Antifa nun setzt sich ein, recht erfreulich, für Solidarität und freie Gesellschaft, und gegen die “patriarchale Kultur“. Eine Drohung in der Selbstvorstellung ist aber bedrückend: “Faschistische Täter haben Namen und Adressen.”<span class="Apple-converted-space">&nbsp; </span>Wie bitte ? Man möchte das zuständige Antifa-Kommando ersuchen, den Satz zu streichen.</p>
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