Han­nah Arendt hielt 1965 an der New School for Social Rese­arch in New York eine Vor­le­sung unter dem Titel: “Some Ques­ti­ons of Moral Phi­lo­so­phy.” Die Vor­le­sung wur­de von Jero­me Kohn 2003 als Teil­stück in dem Sam­mel­band “Respon­si­bi­li­ty and Jug­de­ment” her­aus­ge­ge­ben. 2007 kam die von Ursu­la Ludz besorg­te deut­sche Über­set­zung bei Piper unter dem Titel: “Über das Böse – Eine Vor­le­sung zu Fra­gen der Ethik” her­aus.

Der eigen­mäch­ti­ge deut­sche Titel ist nicht nur falsch, son­dern dar­über hin­aus poli­tisch gefähr­lich. Der ‘fal­sche’ Titel ist aber nicht nur ein­fach so, rein zufäl­lig, falsch, etwa, weil der Ver­le­ger den Text weg­ge­legt und nur sei­ne Rech­nung kal­ku­liert hat. Der fal­sche Titel ist in einem aus­ge­zeich­ne­ten, uns etwas bedeu­ten­den Sin­ne, falsch, er lässt jene Dis­kre­panz erschei­nen, auf die Zol­tán Szankay schon früh auf­merk­sam gemacht hat, und die dar­in liegt, dass man über Han­nah Arendt redet, sich aber gleich­zei­tig gegen den Anspruch ihres Sagens ver­schließt, ihn in einer wehr­haf­ten, siche­ren Stel­lung verwehrt.

Des­halb lege ich hier eine Lek­tü­re die­ser Vor­le­sung vor, die sich der Gefahr des Ver­le­sens aus­setzt und die man, in Anleh­nung an einen Titel von Klaus Hein­rich auch nen­nen könn­te: Von der Schwie­rig­keit, mit Han­nah Arendt ins Gespräch zu kommen.

Der Text ist Zol­tán Szankay gewid­met – er wäre im Mai 85 Jah­re alt geworden:
» Zwi­schen Chur­chill und Senat