06/1967: Am 2. Juni wur­de in einem West-Ber­li­ner Hin­ter­hof der Stu­dent Ben­no Ohnes­org von einem Kri­mi­nal­be­am­ten in Zivil durch einen Kopf­schuss von hin­ten aus kur­zer Ent­fer­nung getö­tet. Die Tat wur­de ver­tuscht, der Täter frei­ge­spro­chen. Die jun­ge Demo­kra­tie erwies sich als unfä­hig, das ver­letz­te Recht wie­der ein­zu­rich­ten. Der krie­ge­ri­sche Modus der Aus­ein­an­der­set­zung bestimm­te auch die Wahr­neh­mung auf der ande­ren Sei­te. Der Schuss wur­de als Kom­plott, als „geziel­te Akti­on zur phy­si­schen Aus­schal­tung der Oppo­si­ti­on“ (Kuby) ver­stan­den. 40 Jah­re spä­ter stell­te sich her­aus, dass der Schüt­ze lang­jäh­ri­ges Mit­glied der SED und Mit­ar­bei­ter der STASI war. Ob er im Auf­trag gehan­delt hat, ist Spe­ku­la­ti­on. Am 8. Juni wur­de der Leich­nam von Ben­no Ohnes­org mit tat­kräf­ti­ger Unter­stüt­zung der DDR nach Han­no­ver über­führt. Die DDR ver­zich­te­te auf die sonst übli­chen Gebüh­ren, Kon­trol­len und Schi­ka­nen und pos­tier­te ent­lang der Stre­cke tau­sen­de FDJ’­ler mit „Opfer des Poli­zei­ter­rors“ Schil­dern. Wäh­rend Ohnes­org am 9. Juni in Han­no­ver im Kreis sei­ner Fami­lie beer­digt wur­de, fand in der Innen­stadt ein Trau­er­marsch statt, an dem sich ca 7000 Per­so­nen betei­lig­ten. Auf dem abend­li­chen Kon­gress „Bedin­gun­gen und Orga­ni­sa­ti­on des Wider­stan­des“ sprach Rudi Dutsch­ke der bür­ger­li­chen Demo­kra­tie die Legi­ti­ma­ti­on ab, weil sie auf der „geis­ti­gen Redu­ziert­heit sys­te­ma­tisch ent­mün­dig­ter Mas­sen“ beru­he und erklär­te ihr den offe­nen Krieg, was Jür­gen Haber­mas noch am sel­ben Abend als lin­ken Faschis­mus qua­li­fi­zier­te. Aus einer poli­ti­schen und recht­li­chen Per­spek­ti­ve hät­te Dutsch­kes Ankün­di­gung, die demo­kra­ti­schen Spiel­re­geln nicht zu akzep­tie­ren und durch sei­ne eige­nen zu erset­zen, als Hoch­ver­rat gewer­tet wer­den müs­sen. Es war jedoch nie­mand da, der dem Recht Gel­tung ver­schaff­te. Mit der Ver­la­ge­rung in radi­kal-revo­lu­tio­nä­re Klas­sen­kampf-Ideo­lo­gie war die „Deut­sche Fra­ge“ für lan­ge Zeit kalt gestellt.

11/1988: Der Bun­des­tags­prä­si­dent Jen­nin­ger hielt im Par­la­ment eine Rede zum 50sten Jah­res­tag der Reichs­po­grom­nacht und woll­te den poli­tisch fata­len Ein­druck der ver­ant­wor­tungs­lo­sen Weiz­äcker-Befrei­ungs-Rede kor­ri­gie­ren. Befreit wur­den die Lager­in­sas­sen. Wir wur­den besiegt. Die Hexen­jagd eröff­ne­te ein Mit­glied der Frak­ti­on der Grü­nen. Weni­ge Tage spä­ter war Jen­nin­ger voll­stän­dig von der poli­ti­schen Büh­ne ver­schwun­den. Nie wie­der ist ein füh­ren­der Reprä­sen­tant der Bun­des­re­pu­blik so schnell und so radi­kal exkom­mu­ni­ziert wor­den. Die Auf­fäl­lig­keit die­ses Phä­no­mens habe ich hier inter­pre­tiert: https://​www​.han​nah​-are​ndt​.de/​2​0​1​4​/​1​2​/​f​u​r​o​r​-​t​e​u​t​o​n​i​c​u​s​-​j​e​n​n​i​n​g​e​r​-​s​a​r​r​a​z​i​n​-​p​e​g​i​da/

03/2010: Der Chef­re­dak­teur des ZDF, Niko­laus Bren­der wur­de von einer Cli­que um Minis­ter­prä­si­dent Roland Koch (Hes­sen) aus sei­ner Posi­ti­on ent­fernt. Er hat­te sei­nen Redak­teu­ren emp­foh­len, sich inhalt­li­che Ände­rungs­wün­sche von Poli­ti­kern schrift­lich geben zu las­sen. In einem öffent­li­chen Pro­test­brief warn­ten meh­re­re Redak­ti­ons­lei­ter vor der „gefähr­li­chen Ein­mi­schung der Poli­tik“. Es war das letz­te Auf­be­geh­ren. Seit­her befin­den sich die ÖRR im frei­en Fall und ver­kom­men zu Pro­pa­gan­da­an­stal­ten. Das schlech­te Gewis­sen wird mit obs­zö­nen Gehäl­tern korrumpiert.

08/2010: Bun­des­kanz­le­rin Frau Dr. Ange­la Mer­kel erklär­te das Buch von Thi­lo Sar­ra­zin, das sie nach eige­nen Anga­ben gar nicht gele­sen hat­te, für „nicht hilf­reich“ und reih­te sich damit in die Tra­di­ti­on der Natio­nal- und ande­rer Sozia­lis­ten ein, die von oben dekre­tie­ren, wel­che Lek­tü­ren erlaubt und wel­che ver­bo­ten sind (by the way: mei­nen Vor­na­men ver­dan­ke ich einem damals in der Sowjet­uni­on ver­bo­te­nen Buch: Dr. Schi­wa­go von Boris Pas­ter­nak). Wer das Lesen von Büchern kon­trol­lie­ren möch­te, kon­trol­liert auch, wer sich öffent­lich zu Wort mel­den darf.

03/2011: Mit dem Atom-Mora­to­ri­um ent­mach­te­te Bun­des­kanz­le­rin Mer­kel das Par­la­ment und setz­te die Gewal­ten­tei­lung außer Kraft. Ein vom Bun­des­tag ver­ab­schie­de­tes Gesetz kann auch nur von die­sem und nicht per Dekret wie­der geän­dert wer­den. In Fach­zeit­schrif­ten spra­chen Ver­fas­sungs­recht­ler von einem „Tsu­na­mi für den deut­schen Rechts­staat.“ Das Par­la­ment beklatsch­te sei­ne eige­ne Ent­mach­tung. Spä­tes­tens jetzt war die zwei­te deut­sche Demo­kra­tie, was ihre offi­zi­el­len Reprä­sen­tan­ten anbe­langt, gescheitert. 

12/2014: In ihrer Neu­jahrs­an­spra­che mach­te Frau Dr. Mer­kel deut­lich, dass sie das poli­tischs­te aller Rech­te - das Ver­samm­lungs­recht - nicht im Sin­ne des Grund­ge­set­zes inter­pre­tiert. Sie for­der­te die Staats­bür­ger auf, sich nur mit denen öffent­lich zu ver­sam­meln, die der Regie­rung auch genehm sind. Ein all­ge­mei­ner Auf­schrei über die­se schlei­chen­de Ände­rung der Ver­fas­sung blieb aus.

12/2015: Der for­mal unqua­li­fi­zier­te Sozi­al­päd­ago­ge Ste­fan Kra­mer wur­de zum Prä­si­den­ten des Ver­fas­sungs­schut­zes Thü­rin­gen ernannt. Er sorg­te dafür, dass die frei erfun­de­ne Paro­le „gesi­chert rechts­extrem“ die öffent­li­che Mei­nung ent­spre­chend beein­fluss­te und auf ein Ver­bots­ver­fah­ren der Oppo­si­ti­on vorbereitete.

06/2017: Ein Feuil­le­ton Redak­teur des SPIEGEL reagier­te auf die Dis­kurs­ver­en­gung und sorg­te dafür, dass ein Denk­an­stoß des Sozio­lo­gen Rolf Peter Sie­fer­le auf der Lis­te der Sach­bü­cher des Monats des WDR erschien (finis ger­ma­nia). Johan­nes Saltz­we­del wur­de dar­auf­hin, der Skan­da­li­sie­rung um Jen­nin­ger ver­gleich­bar, öffent­lich hin­ge­rich­tet, das Buch von Rolf Peter Sie­fer­le zählt seit­her zu den ver­bo­te­nen Büchern. Der deut­sche Mit­läu­fer kam wie­der über­all zum Vor­schein. Rolf Peter Sie­fer­le schied ein Jahr zuvor durch Sui­zid aus dem Leben und beklag­te in einem Brief die kata­stro­pha­le Poli­tik von Frau Dr. Ange­la Mer­kel, die den „urde­mo­kra­ti­schen Mecha­nis­mus“ eines Wech­sels zwi­schen Regie­rung und Oppo­si­ti­on „außer Kraft“ gesetzt hat. „Für die Wäh­ler bedeu­te­te dies, dass sie einem tota­li­tär-geschlos­se­nen Block gegen­über­stan­den, bei dem sie wäh­len konn­ten, was sie woll­ten, ohne dass dies Aus­wir­kun­gen auf die eigent­lich ent­schei­den­den Fra­gen hat­te.“ https://​www​.klo​novs​ky​.de/​2​0​1​6​/​1​0​/​d​e​r​-​g​a​n​z​-​e​u​r​o​p​a​-​d​e​s​t​a​b​i​l​i​s​i​e​r​e​n​d​e​-​w​a​h​n​s​i​n​n​-​d​e​r​-​g​r​e​n​z​o​e​f​f​n​u​ng/

08/2018: Die von einem halb­sei­de­nen anti­fa­schis­ti­schen Pro­pa­gan­dis­ten auf­ge­brach­te Lüge der „Hetz­jag­den von Chem­nitz“ wur­de von der Bun­des­re­gie­rung auf­ge­grif­fen und ver­brei­tet, obwohl alle Zeu­gen vor Ort dem wider­spra­chen. Die schlich­te Tat­sa­chen­wahr­heit, dass ein Lands­mann von einem Migran­ten getö­tet wor­den war, wur­de durch die orga­ni­sier­te Lüge ver­deckt. H.G. Maa­ßen hat­te als einer der weni­gen bun­des­wei­ten Stim­men den Mut, gegen­über einer offen­kun­di­gen Pro­pa­gan­da­lü­ge Skep­sis zu äußern. Er wur­de durch einen will­fäh­ri­gen Funk­tio­när aus­ge­tauscht. Mer­ke: Wer sich offen gegen die Regie­rungs­pro­pa­gan­da stellt, ver­liert sei­nen Job. Die Wirk­sam­keit die­ser erzie­he­ri­schen Maß­nah­me zeig­te sich kurz dar­auf im Ver­hal­ten von RKI und PEI wäh­rend der „Pan­de­mie“.

11/2018: Ste­fan Har­barth wur­de als Rich­ter ins Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt bug­siert. Er sorg­te für den gewünsch­ten Tabu­bruch und brach­te eine sozia­lis­ti­sche Herr­schafts­ideo­lo­gie (Kli­ma­schutz) in eine Ver­fas­sung, die aus gutem Grund inhalt­lich neu­tral zu sein hat.

02/2020: Eine demo­kra­ti­sche Wahl im Land­tag von Thü­rin­gen wur­de von der Bun­des­kanz­le­rin Mer­kel auf einer Pres­se­kon­fe­renz in Süd­afri­ka als „unver­zeih­lich“ bezeich­net. Die unter­tä­ni­gen Par­la­men­ta­ri­er folg­ten ihrer Füh­re­rin und mach­ten die Wahl rück­gän­gig. Zwei Jah­re spä­ter ent­schied das BVerfG, dass die Ein­mi­schung Mer­kels ver­fas­sungs­wid­rig war (Az.2 BvE 4/20, 2 BvE 5/20).

02/2021: Die Bun­des­kanz­le­rin Mer­kel ließ „Berech­ti­gungs­schei­ne für Mas­ken“ an alle Bür­ger ver­tei­len und ver­wan­del­te damit unter der Hand ein Ver­fas­sungs­recht in ein Zutei­lungs­pri­vi­leg. Ich sand­te ihr in einem offe­nen Brief die Berech­ti­gungs­schei­ne zurück. Ich benö­ti­ge weder Lebens­mit­tel-, Woh­nungs- noch ande­re Berech­ti­gungs­schei­ne, die mir von der Regie­rung bei ent­spre­chen­dem Wohl­ver­hal­ten zuge­teilt wer­den. https://​www​.han​nah​-are​ndt​.de/​2​0​2​1​/​0​2​/​o​f​f​e​n​e​r​-​b​r​i​e​f​-​a​n​-​d​i​e​-​b​u​n​d​e​s​k​a​n​z​l​e​r​i​n​-​d​r​-​a​n​g​e​l​a​-​m​e​r​k​el/

06/2022: Die Sach­ver­stän­di­gen­kom­mis­si­on ver­öf­fent­lich­te ihren nach §5 Abs. 9 IfSG erfor­der­li­chen Bericht zur Eva­lua­ti­on der Pan­de­mie­maß­nah­men. Im Abschnitt 7.3.2.7 mit dem Titel Abson­de­rung wur­den alle frei­heits­ein­schrän­ken­den Maß­nah­men, die ohne rich­ter­li­che Über­prü­fung erlas­sen wur­den, als ver­fas­sungs­wid­rig ein­ge­stuft. Kon­se­quen­zen aus die­sem mas­sen­haf­ten Amts­miss­brauch sind mir kei­ne bekannt. 

07/2025: Der bol­sche­wis­ti­sche Putsch in super slow moti­on biegt gera­de auf der Ziel­li­nie ein und ver­sucht, Per­so­nen ins BVerfG zu bug­sie­ren, die für das end­gül­ti­ge Aus­schal­ten der Oppo­si­ti­on und die gren­zen­lo­se Ver­schul­dung hilf­reich sein könnten.

08/2025: Der Wahl­aus­schuss der Stadt Lud­wigs­ha­fen ent­schei­det am 05.08.2025, den aus­sichts­reichs­ten Kan­di­da­ten für die kom­men­de OB-Wahl am 21. Sep­tem­ber 25 von der Wahl aus­zu­schlies­sen. Als Begrün­dung wer­den von dem sechs­köp­fi­gen Wahl­aus­schuss aus Alt­par­tei­en unter Vor­sitz der Ober­bür­ger­meis­te­rin Jut­ta Stein­ruck (Ex-SPD) Zwei­fel an der Ver­fas­sungs­treue des Kan­di­da­ten ange­ge­ben. Das umge­hend ver­öf­fent­lich­te 11-sei­ti­ge Gut­ach­ten des Ver­fas­sungs­schut­zes Rhein­land-Pfalz ent­hält kei­ner­lei belast­ba­re Indi­zi­en für der­ar­ti­ge Zwei­fel. Es han­delt sich daher bei der Ent­schei­dung des Wahl­aus­schus­ses um einen ein­deu­ti­gen Angriff auf die demo­kra­ti­schen Grund­la­gen der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land, vul­go Hochverrat.

ohne Anspruch auf Vollständigkeit .…

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